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Sabbath-Blatt · 1844-02-24 · 8 (24.2.1844) · p. Seite 32

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
8 (24.2.1844)
Date
1844-02-24
Page
Seite 32 (sequence 4)
Language
German
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32 men in's Gedächtniß zurückrufen, die das Haus R. blos im Jahre 1843 zu wohlthätigen Zwecken gespendet hat. Um der Angriffe auf die jüdische Geldaristokratie zu begegnen, bemerken wir blos, daß das Haus R. sich Verdienste um den Staat erwirbt, indem es taufende Hände beschäftigt, und nicht selten eine gefährliche Krisis von einem Lande abwendet. Darin stimmt aber die A. A. Z. nicht ein, denn sonst würde sie nicht einen Artikel, der die Verdienste des Hauses R. in den verschiedensten Staaten würdigt, unter die Reihe der bezahlten gesetzt haben. — Mögen auch Verläumder und Neider ihren Leumund weit öffnen, das Haus Rothschild bleibt doch eine Zierde der Judenheit und eine mächtige Stütze für das Wohl und den Frieden vieler Staaten. Vermischte Nachrichten. In Frankfurt a. M. ist Dr. L. Stein zum zweiten Rabbiner erwählt und ohne Berücksichtigung der Einsprache des Herrn Rabbiner Trier, vom Senate bestätigt worden. Die Königl. Regierung zu Cöslin hat den Dr. I. Klein in Stolp ermächtigt, die israelitischen Schulen der nahliegenden kleinern Gemeinden zu revidiren und sämmtliche Superintendenten und Magistrate veranlaßt, von denjenigen, welche als jüdische Lehrer geprüft und angestellt zu werden wünschten, vor Allem ein, von Dr. Klein ausgefertigtes Aeugniß über deren Fähigkeit in der Religion und im Hebräischen zu unterrichten, einzufordern. Von der unglückiichen Streitsache des Herrn v. 'Haber (seit langer Zeit Katholik) in Karlsruhe, werden die Leser dieses Blattes schon mancherlei gehört haben. Nachdem Herr v. Haber von Herrn v. Go eh l er beleidigt, diesen gefordert hatte, ihm aber von dem letztern, auf die Entscheidüng eines ״Ehrengerichtes", dcffen Gründe und, für unsere Zeit kaum mehr zu erwartenden, Rücksichten von den ver: schiedensten Seiten bereits gleichmäßig gewürdigt sind, die Genugthuung verweigert worden, nachdem ein edler russischer Offizier, Wereffkin, weil er seine Entrüstung über dieses Verfahren ausgesprochen, von Herrn v, Goehler gefordert und, fammt seinem Gegner, ein Opfer dieses Zweikampfes wurde, ist bereits wiederum in einem dritten Zweikampfe zwischen Herrn v. Haber und Saracha g a, einem Ossizier von spanischer Herkunft, der letztere, als drittes Opfer in diesem Drama, gefallen. Zugleich spricht man bereits von einem bevorstehenden vierten Duell zwischen Haber und dem jüngern Goehler. Auch die israelitische Gemeinde zu Karlsruhe ging bei diesem Streite nicht ganz leer aus, indem der Pöbel sich zusammenrottete und seine Zerstöcungs - Wuth nicht nur an dem Hause des Herrn v. Haber übte, sondern auch die Häuser mehrer dortiger Israeliten angriff. Die Gemeinde hat sich nunmehr an die Landstände gewandt, mit dem Gesuch um völlige Emancipation, als welches das geeignetste Mittel sei, mit der Ungleichheit der Verhältniffe zugleich jede Scheidung und jeden Haß für die Zukunft zu vernichten. Mancherlei zum Denken. In einer Stadt gab es zwei blinde Bettler, welche stets, indem sie durch die Straßen gingen, riefen, der Eine: ״wem Gott hilft, dem ist geholfen, ״der Andere: ״wem der Kaiser hilft, dem ist geholfen." Als sie nun einmal an dem Palaste des Kaisers vorüber kamen und dieser ihren Ruf hörte, so ließ er denjenigen herauf holen, dessen Wort lautete: wem der Kaiser hilft, dem ist geholfen, gab ihm ein Brod, welches inwendig hohl und mit Geld ausgefüllt war und entließ ihn. Als nun der Bettler die Schwere des Vrodes bemerkte, so glaubte er, daß dies daher komme, *weil es schlecht gebacken sei. Er überließ demnach das ihm ungenießbar scheinende Brod, für geringes Geld, dem andern Bettler. Als dieser nun nach Hause kam und das Brod aufschnitt, so sielen die Goldrollen heraus, und er freute sich des Schatzes, welchen ihm Gott zugeschickt. Nach einiger Zeit ließ nun der Kaiser wieder den Mann vor sich kommen, welchem er das Brod gegeben, und er fragte ihn, was er mit demselben gemacht habe. Der Bettler gestand, daß er dasselbe, weil er es für schlecht gebacken hielt, seinem Gefährten überlassen hätte. So ist es denn -vch wahr, rief der Kaiser aus, ״wem Gott hilft, dem ist geholfen!" Bei M. I. ,Landau in Prag ist so eben erschienen: ZLerem Cliemed Vr Bd. Preis broch. 1 Lhlr. 9-1 Ngr. Talmud Ln gr. 8. 25. B-. (Nedarim.) Dieses große Nationalwerk, die einzige Ausgabe, welche in so bequemen Format vollständig wird, schreitet nun rasch seinem Ende entgegen, und wir machen darauf aufmerksam, den billigen Subskriptionspreis: für 33 Bde. Druckpap. 3?4 Thlr., Schreibpapier 50 Thlr., Velinpap. 75 Thlr. noch jetzt zu benutzen, da spater ein erhöhter Ladenpreis eintritt. Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von Z. H. Nagel in Leipzig.

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