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Sabbath-Blatt · 1844-02-10 · 6 (10.2.1844) · p. Seite 24

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
6 (10.2.1844)
Date
1844-02-10
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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24 Vermischte Nachrichten. Berlin, 27 Dec. (Düss. A.) Was den bereits vielbesprochenen Militärdienst der jüdischen Unterthanen in der preußischen Monarchie anbelangt, können wir aus guter Quelle die Mittheilung machen, daß unser freisinniger Kriegsminister, Hr. ט. Boyen, (dessen unermüdliches Streben dahin zielt, allen Klassen und Glaubensgenossen der preußischen Unterthanen gleiche Rechte zu verschaffen), nun auch den Plan hat, alle jungen Leute jüdischen Glaubens zum Militärdienst zu verpflichten. In einigen Provinzen unserer Monarchie werden nämlich Juden zum Militärdienst nicht ausgehoben, was nun wegfallen soll. Die über die moralische Aufführung und militärische Haltung der jüdischen jungen Leute während ihres Militärdienstes eingezvgenen Ar: meeberichte lauten im Allgemeinen sehr günstig, und sollen unfern humanen Kriegsminifter noch mehr in seinen obigen Ansichten bestärken. Die württembergische Regierung hat jüngst der Judengemeinde in Bonnfeld zur Herstellung ihres Schullokals einen namhaften Beitrag aus der Staatskasse bewilligt, nach dem Grundsätze, daß alle Angehörigen des Staates an seinen Wohlthaten, wie an seinen Lasten gleichen Antheil haden sollen. Der Wochenbericht aus Hamburg, der in vortrefflicher übersichtlicher Weise, die Thatsachen zusammenstellt, macht in Nr. 52 desOr. darauf aufmerksam, daß auch Israeliten das Recht haben, gegen Schmähartikel die Gesetze der Censur zu benutzen. Die hierher gehörigen Bestimmungen, die in Breslau mit gutem Erfolg in Anspruch genommen worden, sind in der 4. Lieferung von Fr e und's Schriften ״zur Ju: denfrage in Deutschland ״ am Schlüsse mitgetheilt worden und lauten: ״Schriften, durch welche eine im Staate geduldete Religionsgesellschaft, oder ihre Lehren, Einrichtungen oder Gebrauche oder die Gegenstände ihrer Verehrung herabgewürdigt, geschmäht oder verspottet werden, sind für unzulässig zum Druck zu achten." Ferner: ״Ebenso sind auch solche Artikel nicht zum Druck zu verstatten, welche dahin zielen, Zwiespalt zwischen den im Lande vorhandenen Standen und Konfessionen zu säen. " Der Landtagsabschied für die Rheinprovinz lautet in Betreff der Bitte um Emancipation dec Juden, wie folgt: ״Die bürgerlichen Verhältnisse der Juden sind bereits Gegenstand legislativer Berathungen, bei denen auch der Antrag Unserer getreuen Stande wegen Aufhebung dec beschränkenden Bestimmungen des Dekrets vom 17. Marz 1808 erwogen werden wird." Anerkennung auf eigenthümlichen Gebiete. Bei der letzten Pceisvectheilung des landwirthschaftlichen Vereins in Ries ist einhellig der erste Preis für Beförderung des Futterbaus, dem jüdischen Landwirthe, Veit Weil aus Oberdorf, zuerkannt worden. Auch wurden vom Vorstände des Vereins mit vieler Anerkennung zwei von Hm. Weil eingelaufene Aufsätze über Wiesenbewäffecung und vor- Lheilhafter Düngerbereitung vvrgetragen. Der Bruder des genannten Veit Weil, Salomon Weil, ist erster jüdischer Mahlmühl-Besitzer in Wüctemberg, der selbst das Mahlgeschaft betreibt. Lese-Zimmer. Commentar zur Genesis von Rabbi David Kimchi. Nach einem Manuscripre in der HibliotlH-que royale zu Paris, auf Veranlassung des Orientalisten Hrn. A. Kohn, aus Presburg, herausgegeben durch A. Ginzbürg. Presburg, 1842. 8. Anton Edler v. Schmid. Die Familie Kimchi (Josef, David und Mose Kimchi) ist durch ihre Leistungen auf dem Felde der Exegese, Lexikographie und Religionsphilosophie den Lesern dieses Blattes gewiß bekannt, ja hat selbst in der christlichen Ge: lehrtenwelt einen berühmten Namen. R. David Kimchi (p״T>) ist vorzüglich als Exeget und Lexikograph berühmt, und was von den Produkten dieses Mannes, welche noch in den Bibliotheken verborgen liegen, an das Licht gefördert wird, nehmen wir mit Freuden auf. Vorliegender Commentar ju ספר בראשית ist, wegen seiner Einfachheit und Präcisi'on, des Namens Kimchi würdig. Proben daraus zu liefern, erlaubt der Raum des Blattes nicht, und verweisen wir die Leser auf das Buch selbst. Hebräisches und chaldäisches Schulwörterbuch über das Alte Testament. Won Dr. Julius Fürst, Lehrer an der Universität zu Leipzig. — Stereotypausgabe. Leipzig, 1842. 12. Carl Lauchnitz. Der gelehrte Hr. Vers, hat durch die Bearbeitung dieses Wörterbuchs, das zumeist ein Auszug aus seiner Concordanz ist, einem wesentlichen Bedürfniß abgeholfen. Es fehlte nämlich ein Wörterbuch, das durch Kürze, Berücksichtigung der Tradition und einen billigen Preis sich auszeichnet, welche Aufgabe der Vers und der Buchhändler gelöst haben. In einem gedrängten Style hat der Vers, die Bedeutung einer jeden Wurzel — und obwohl die Tradition berücksichtigend, doch nicht immer auf Kosten der Originalität und der bisher gewonnenen Resultate der Sprachforschung — angegeben, und der Verleger für einen hervorstechenden Druck gesorgt. Diese Vorzüge und der äußerst billige Preis von 1 Thlr. 10 Ngr. (Ladenpreis) erleichtern die Einführung dieses Wöterbuchs in öffentliche Schulen und Privatanstalten, was wir, im Interesse derselben, sehnliehst wünschen. A. Ink. Verantwortlicher Verleger C. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.

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