Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1844
- Issue
- 6 (10.2.1844)
- Date
- 1844-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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O/ 1844. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P o ft zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeIahr ist 2V Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post m's Haus geschickt wer- Herausgegeben von ilr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der DD. I. L. Saalschutz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Me wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditio׳. nen des Znu. Auslandes nehmen Bestellun: gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Jitro, den 10. Februar. פ׳ ׳nn 20. Schebat, 5604. Sabbath-Gabe. Die Offenbarung ״Moses sprach zum Belke: seid bereit nach dreien Lagen. Und da nun der Morgen des dritten Tages kam, da waren Donner und Blitze und schweres Gewölk auf dem Berge und ein sehr starker Schofarschall, daß alles Volk im Lager erbebete. Moses aber führte das Volk Gott entgegen aus dem Lager, und sie blieben am Fuße des Berges stehen. Und vom ganzen Berge Sinai stieg Rauch auf, da der Ewige auf ihn im Feuer sich herabließ, und es erzitterte der ganze Berg. Der Schall des Schofars aber ward immer stärker; Moses sprach und Gott antwortete ihm mit lauter Stimme." 2 B. Moses, Kap. 19, V. 15 ff. Unser Jahrhundert,, aus dem Jdeenkampfe hervorgegangen, durch welchen das frühere das Interesse der Menschheit in Anspruch nahm, es nennt sich das philosophische Jahrhundert. Es glaubt bereits zur siegreichen Vollendüng jenes Kampfes, zum wahren Frieden der Ideen gelangt zu sein. Möglich daß Einzelne dem hohen Ziele näher gekommen; aber schmerzlich ist es, wenn nun auch so mancher Unberufene, um solchem Geiste seiner Zeit Ehre zu machen, sich für ermächtigt fühlt, über die höchsten Wahr- Heiken der Religion kurz und entschieden abzusprechen und, was er nicht begriffen, als unbegreiflich und unmöglich darzustellen. Wir begreifen die Offenbarung nicht, wir können ihre außerordentliche Thatsache, ihr göttliches Wunder nicht fassen — siebt uns dies ein Recht, sie zu bezweifeln, sie für unmöglich zu halten? Begreifen wir denn auch nur das Blühen der Blume, die Entwickelung und das Wachsthum des Baumes? Begreifen wir das geistige Sein der Menschen, das Gesetz und Dasein des Weltalls? und wissen wir es uns anders zu erklären, als daß: ״Er spricht und es wird, er gebeut und es stehet," als daß er, wie Hiob sagt: ״Alles vermag und kein Gedanke ihm unsführbar ist?. Lasset uns den Abstand unserer Erkenntmß von der Allmacht Gottes nicht vergessen. Unsere Jahrtausende sind vor ihm ein Tag, und wollen wir nun mit der Weisheit unseres flüchtigen Tages, die Jahrtausende Gottes und seine Ewigkeiten begreifen? Lasset uns nicht vergessen, daß dies Dasein einem Traume gleicht und daß, nach der Erinnerung des Psalmisten erst Jenseits uns der Morgen aufgeht, an dem wir, erwachend, unser hienieden ungesättiges Verlangen nach Eckenntniß des Höchsten befriedigen werden. — Und in solchem Traume befangen sind diejenigen, welche glauben, daß einige müßige Stunden, in denen sie von andern Arbeiten und Gedanken des Tages ruhen, daß diese genug sein, um zu einem Urtheile über die höchsten, über die ewigen Interessen der Menschheit und der Religion zu befähigen. Wirre Bilder und Gedanken umspielen die Seele des Schläfers. Sich selber zwar immer Wahrheit, bestehen sie nur selten vor der Wahrheit des Tages, und der Erwachende lächelt über die Täuschungen, denen er sich überließ, über die nichtigen Schatze, darum er sich gefreut; und so werden wir alle, bei jenem ewigen Morgen, der uns dereinst aufgeht, beschämt, so manchen Traum unserer Erden-Weisheit verwerfen. Vergebens hat man versucht, zu beweisen, daß die Menschheit selbstständig zu ihren Begriffen von Gott gekom- 6