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Sabbath-Blatt · 1844-02-03 · 5 (3.2.1844) · p. Seite 20

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
5 (3.2.1844)
Date
1844-02-03
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 sowohl von der schottischen als englischen Kirche gepredigt. — Männer von Adel und Parlamentsmitglieder haben zu ihrer Vertheidigung geschrieben. Nun, worin unterscheidet sich diese Lehre, in sofern es sich um die politische Tendenz handelt, von der der Juden? Wenn ein Jude zur Gesetzge׳. bung unfähig ist, weil er glaubt, daß er oder seine entfernte Nachkommenschaft, nach Palästina wieder überführt werden, wie können wir mit Sicherbeir das Haus der Gemeinen Männern öffnen, welche in der Erwartung leben, daß,^ noch vor dem Hintritle der gegenwärtigen Generation, alle Königreiche der Erde durch ein Himmelreich verschlungen sein werden? (Schluß folgt.) Der jüdische Journalismus. Unter die bedeutendsten geistigen Fortschritte, welche die Juden seit einigen Jahren gemacht haben, gehört der j üdische Journalismus. Nicht nur daß die Juden in ihren Zeitschriften Organe besitzen, in denen sie ihre Wissenschaft anbauen und für ihre ihnen noch immer vorenthalrenen Menschenrechte mit den Waffen des Wortes streiten können; nicht nur daß sie nun auch eine Oeffentlichkeit haben, welche über die alten Vorurtheile, die sonst im Dunkeln umherschlichen und daher unangetastet blieben, zu Gerichte sitzt: es findet auch der lebhafteste Verkehr zwischen den Juden in den verschiedensten Ländern und Himmelsstrichen statt. Das Wohl und Weh unserer Glaubensgenossen, die Licht- und Schattenseiten in ihrem geistigen und materiellen Leben, kurz alles jüdische Interesse kennen wir durch die Lektüre der jüdischen Journale. Und in derThat fühlten die Juden der verschiedensten Zungen das Bedürfniß, öffentliche Stimmen aus ihrer Mitte über ihre Angelegenheiten zu hören, und haben passende Organe gegründet. Die Juden Frankreichs haben die ״Archives israelites,“ die ״Matinee du Samedi“; Be lgiens die ״Revue orientale“; Englands die ״Voice of Jacob“ (Stimme Jakob's.): ja selbst die Juden in Amerika besitzen zwei Monatschriften in ״tbe 00- Ment and American Jewish Advocate“ (der Occident und der amerikanisch-jüdische Sachwalter), welcher in Philadelphia erscheint, und כמרי ד.׳□״ the first fruits of the West“ (die ersten Früchte des Westen), welche in Kingsdom auf der Insel Jamaika erscheinen. Aber auch in unserer alten heiligen Sprache wird noch ein Jahrbuch geschrieben. Der כרם חמר (lieblicher Weinberg) heißt ein Jahrbuch, in welchem die ersten Männer Jsrael's die jüdische Wissenschaft in hebräischer Sprache pflegen. Vermischte Nachrichten. Atff der von Griechen bewohnten Insel Marmora hac ein von einem Griechen ermordetes Kind leider wiederum zu einer Verfolgung der Juden Veranlassung gegeben, wobei Haß und Neid, wie Lüge und Verbrechen im Spiel sind. Die Sache liegt in Konstantinopel zur Untersuchung vor. Der englische Gesandte Stratfort Cannig ist von Jsraeliten aufgefordert worden, sich der unschuldig Verfolgten anzunehmen. — Der religiöse Sinn in der Provinz Preußen bewährt sich unter Anderm auch durch Erbauung neuer Synagogen. Seit wenigen Jahren sind fünf Synagogen (in Oletzko und Tilsit von Dr. Saalschütz, in Dirschau und neuerdings in Tuchel von Dr. Bram und in Culm von Dr. Sommerfeld) eingeweihet worden. — Die Einnahmen der israelitischen Gemeinde in Posen, deren Vorstand öffentlich Rechenschaft abgelegt hat, betrugen im Jahre 1842: 17,500 Mark, im I. 43: 23,300 Mark.- Der Etat der Ausgaben ist demgemäß auf 22,500 Mart festgesetzt worden (siehe Orient Nr. 52). Es ist gewiß zu würdigen, daß die Israeliten so bedeutende Kosten für ihre Gemeinde-Jnstitute aufzubringen im Stande sind, da sie doch die sonstigen Lasten in gleicher Weise mit den andern Bürgern tragen und außerdem auch mitunter zu rein christlichen Anstalten, als z. B. Kirchen, mit beisteuern müssen, wie auch in Königsbecg israelitische Grundbesitzer zur Bezahlung der Kirchensteuer neuerdings wieder verpflichtet worden sind. — (L. Z.) Gegen die Juden in der Moldau ist eine äußerst strenge Verordnung ergangen, und es ist wahrscheinlich, daß die pietistische Richtung, welche der Fürst Stourdza in letzter Zeit genommen hat, nicht ohne Einfluß dabei gewesen ist? unter Anderm bestimmt die Verordnung, daß auch schon bestehende Miethsverträge mit Juden nach Ablauf vor 3 Jahren ungiltig sein sollen, daß kein Jude christliche Dienstboten halten dürfe, daß jeder Jude, der kein Kapital Nachweisen kann, in die Klasse der Vagabunden verfalle. Die moldauischen Juden haben eine große Summe unte: sich aufgebracht, um die Verordnung rückgängig zu machen, sie ist aber nicht angenommen worden. Lese-Zimmer: Der Pentateuch nebst den Haftarot, hebräisch und deutsch und mit erläuternden Anmerkungen versehen v. H. Arnheim. Glogau 1841. 8. Praußnitz. (i| Thlr.) Hr. A., der bereits durch die Theilnahme an der Bibel- Uebersetzung, welche unter der Redaktion Zunzens erschien, dem Publikum als gewandter und tüchtiger Uebersetzer bekannt wurde, hat sich in dieser Pentateuch-Ausgabe sowohl als geschickter Uebersetzer als auch gründlicher Wortforschebewährt. Den Eltern, welche ihren Kindern eine gut- Uebersetzung des Pentateuch, der Hoftarot und זמש מגילות zu geben wünschen, empfehlen wir die des Herrn Arnheim, a der auch, was die äußere Ausstattung anbelangt, nichts aus zusetzen ist. Verantwortlicher Verleger (25. L. Fritzsche in Leipzig. Druck von I. H. Nagel in Leipzig.

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