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Sabbath-Blatt · 1844-01-13 · 2 (13.1.1844) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1844
Issue
2 (13.1.1844)
Date
1844-01-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1844. M2. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich ein mal, u. zwar so, daß sie mit derPost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der NN I. L. Saalschutz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Me wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditio nen des Anu. Auslan des nehmen Bestellun gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Schemot, den 13. Januar. פ׳ ׳עמלת 21. Tel)et, 5604. Sabbath-Gabe. Der Anblick eines Kindes. ״Es ging hin ein Mann aus dem Hause Lcwi und nahm zur Frau eine Tochter Lewi's, und die Frau gebar einen Knaden, und da sie sah, daß es ein schönes Kind sei, so verbarg sie es drei Monate hindurch. Als sie es aber nicht mehr verbergen konnte, da nahm sie ein Kästchen von Papyrus-Schilf, und verpichte es mit Erd- Harz und Pech; sie legte das Kind hinein, und setzte es in das Schilf, am Ufer des Flusses. Seine Schwester aber blieb von ferne stehen, um zu beodachten, was mit ihm Vorgehen würde. Und es ging die Lochter Pharao's hinab, um in dem Flusse zu baden, ihre Jungfrauen aber gingen am Ufer des Flusses; sie sah das Kästchen in der Mitte des Schilfes, und schickte ihre Magd hin, daß sie es aufnehme. Sie öffnete, und sah das Kind, und siche da, ein weinender Knabe; sie erbarmte sich über ihn und sprach: von den Kindern der Hebräern ist dieses. Da sprach seine Schwester zur Tochter Pharao's: soll ich hingehen, und dir eine Amme rufen, von den Hebräerinnen, daß sie dir das Kind säuge. Und es sprach zu ihr die Tochter Pharao's: gehe' hin; das Mädchen aber ging hin, und rief die Mutter des Kindes. Und es sprach zu ihr die Tochter Pharao's: nimm dieses Kind mit, und säuge cs mir, und ich werde deinen Lohn geben; da nahm die Frau das Kind und säugete es. Als nun groß geworden das Kind, da brachte sie es zur Tochter Pharao's und es ward ihr zum Sohne, und sie nannte seinen Namen Moses, denn sie sprach: aus dem Wasser Hab' ich ihn herausgezogen." 2. B. Mos. Kap. 2 v. 1. ff. Es liegt etwas tief Rührendes in dem Anblick eines Kindes, wie sich dies auch in der biblischen Erzählung von der Findung Moses' ausspricht. Es war der rührende Anblick des weinenden Kindes, welches dem edlen Herzen der Prinzessin Mitleid und den Muth einflößte, gegen den Befehl Pharao's dies Kind zu retten und zu erziehen, in welchem der Befreier seines Volkes und der Dolmetsch göttlicher Gesetze für die Menschheit heranwuchs. Was ist es, daß ein Kind, mit seinem so ungewiß empfundenen, so undeutlich ausgesprochenen Schmerze, oder mit einem freundlichen Lächeln, uns so tief zu rühren vermag, das es mehr, als alle die Klagen, als alle die wohlklingenden Worte des Erwachsenen zu unserm Herzen spricht? Es ist die Unschuld und der Keim eines vollen, göttlichen Lebens, und das unausgesprochene Geheimnißvolle, was in diesem lieblichen Angesichte, uns so mächtig ergreift. Es ist die Unschuld! Ebensofern, als von dem wirklichen Bewußtsein des Lebens, steht dieses Wesen noch von der Sünde und Verirrung. Noch haben keine beidenschäften sich in diesem kleinen Herzen eingenistet. Noch ahnet es nicht, die Gefahren und Kämpfe und die Verbrebrechen dieses Lebens. Dem Mordstahl selbst in des verruchten Hand, würde es, nichts Böses ahnend und lächelnd, entgegenschauen. Welch brennender, verzehrender Wünsche Heerd diese emporschwellende Brust auch dereinst sein soll, noch ist es Friede, der in dieser kaum erwachten Seele waltet, und die Hand der liebenden Mutter schützet, bewachend diesen Frieden, bei Tage und in Nächten, ja, es ist das Bild der Unschuld, mitten in dem schuldvollen Leben, von dem wir auch uns selbst berühret wissen, was den Anblick dieses Kindes uns in unausgesprochenen Worten, wie eine

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