Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 52 (30.12.1843)
- Date
- 1843-12-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1843. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis sür das halbeLahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiesenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der I. L. Saalschütz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich al? festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Jeitungs - Erpeditio; nen des Znu. Auslan: des nehmen Bestellun: gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Wajigasch, den 30. December. Sabbath-Gabe. Seelengroße. Zweite Betrachtung. Als wir an dem Sabbate des Weihefestes uns jener Helden und Märtyrer erinnerten, die zu Hunderten ihr Le« den, im heiligen Aufblick zu Gott opferten, um die Schätze des wahren Glaubens nicht untergehen zu lassen und, indem sie siegreich, nicht nur gegen Heiden sondern gegen das Heidenthum kämpften, zu wahren Wohlthätern der ganzen Menschheit wurden, da wurde es uns klar, daß Seelengroße der Charakter jener Männer gewesen, daß wahre Seelengröße sie aufrecht hielt in ihren Leiden, sie siegreich sein ließ in ihren todesmuthigen Kämpfen. Durch die Seelengröße, welche die Religion Israels ihren Bekennern einflößte, ward sie die Wiege, die erste Erzeugerin jenes großartigen Märtyrerthums, die Lehrerin in der Kunst, für Gott zu sterben. Waren jenes nun Zeiten des Kampfes und allgemeiner Aufregung, so laßt uns das Leben Josef's wiederum lernen, in welcher Weise wahre Seelengröße in den besondem Beziehungen eines einzelnen, stillern Lebens sich bewähre. Denn wahre, heilige Seelengröße ist es, die wir dem edeln Josef zusprechen müffen, sie war es, die ihn aufrecht hielt im Unglück, und ihn im Glücke dessen würdig bleiben ließ. 7 פ׳ ויגש. Tehet, 5604. Denn die Seelengröße stellet uns über das Geschick, sie läßt uns mit dem Wechsel unseres äußern Lebens im Gemüthe nicht anders werden, sie lasset stets den Unglücklichen größer als sein Unglück, den Glücklichen größer als sein Glück sein. Das Unglück kann ihn nicht entwürdigen, nicht geistig erniedrigen, das Glück nicht seiner selbst vergessen lassen, der den Maaßstab für die rechte Beurtheilung der zeitlichen Erscheinungen in der Größe seiner eignen Seele findet. Und das zeiget uns die Schrift in Josef, als einem edeln, hohen Vorbilde. Schon früh trug er in sich seinen hohem Beruf, die Ahnung, daß ihn Gott zu größer» Dingen bestimmt habe. Aber da er von der Höhe dieser Er- Wartung, aus dem glänzenden Traume eines fürstlichen Lieblingskindes herabsteigen muß zum Knechtsdienste bei einem fremden Herrn, da seine Glücksterne ihm so wenig Genüge leisten, ihm so wenig treu zu bleiben scheinen, da suchte er sich selber zu genügen, da blieb er sich selber treu, und er war ganz, was sein kleiner Beruf von ihm forderte, ec war es ganz und edel, und mit dem fremden Knechte schien das Glück in seines Herrn Hause eingezogen zu sein. Und da ihn Verläumdung in den Kerker brachte, da er hier, fern von seinem trauernden Vater, zu ewiger Vergessenheit und Niedrigkeit bestimmt schien, auch da verließ ihn nicht die Hoheit, der freudige Muth seiner Seele, daß sein Herrliches Wesen selbst den Kerkermeister rührte. Denn er trug in sich, was ihn über sein Unglück erhob, den Geist der Seelengröße, der wie ein Zauber auf Alle wirkte, die ihm nahe kamen. Und da er nun plötzlich aus der Nacht des Kerkers vor Pharao trat, sprach er hier wie ein gefangener 52