Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 46 (18.11.1843)
- Date
- 1843-11-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ס 1843. mJ **v/♦ Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal, u. zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPr eis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DieienigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- WWW mm Herausgegeben von WZ׳. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der NN. I. L. Saalschätz und I. Fürst. de, zahlen dakur 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditio: nen des Anu. Auslan: des nehmen Bestellung gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Chaije Sara, den 18. November. 25 פ׳ חיי שרה. Marcheschwan, 5604.! Die Vorsehung. ״Da antworteten Laban und Betuel: die Sache ist ja von Gott bestimmt worden, da können wir nichts mehr sagen, weder Gutes noch Böses." 1. Mos. 24,50. Die Erzählung, welche uns der heutige Wochenabschnitt mittheilt, giebt uns einen deutlichen Beweis, wie die Vorsehung überall wache, auf Alles einwirke, Alles ordne und bestimme. Gott hatte es also geleitet, daß Rebekka, die Tochter Betuels herauskam und dem Diener Abrahams freundlich entgegentrat, wodurch derselbe die Gewißheit erlangte, daß Gott ihm die Jungfrau zugeführt habe, damit sie Jsaak's Gattin werde. Auch die Eltern und Verwandten des Mädchens erkannten die göttliche Vorsehung und spra: chen: ״die Sache ist von Gott bestimmt worden, da können wir nichts mehr sagen, weder Gutes noch Böses." Es wird dem Menschen oft schwer zu glauben, daß der große Schöpfer des Himmels und der Erde, sich auch um scheinbar Unbedeutendes kümmere, und auf die Verhältnisse jedes Einzelnen einwirke. Es giebt aber nichts Unbedeutendes und Kleines im Reiche Gottes, und einzeln und abgesondert steht Nichts in der Welt da, sondern Alles wird beseelt durch Gottes Kraft, und Eine Hand führt Alles zum Ziele. Es ist ebenso eine Leitung Gottes, wenn ein Sandkorn das andere berührt, als wenn ein Himmelskörper auf die Bahn des anderen drückt. Nach dem Maaße nur, womit der Mensch mißt, scheint dieses klein, jenes groß; vor Gott aber giebt es weder ein Großes noch ein Kleines, sondern ein jedes hat seinen Werth und seine Bedeutung. So hat auch diese scheinbar unbedeutende Begebenheit, von Jsaak's Verheirathung, einen großen Werth für Israels Geschichte; denn wenn die Vorsehung nicht die fromme Rebekka für den Patriarchen zur Gattin bestimmt hatte, wenn derselbe vielleicht eine Götzehdienerin geheirathet hätte, so würde sich der Glaube an den einzigen, wahren Gott nicht erhalten haben, und das Licht der Erkenntniß, welches Abraham zu verbreiten gesucht, wäre bald wieder erloschen. So mögen wir denn bei allen Erscheinungen eine höhere Bedeutung ahnen, wenn auch unser schwaches Auge dieselbe nicht sogleich erkennen kann; und der Glaube an eine Vorsehung wird um so fester in uns werden, wenndie Zukunft den geheimen Zusammenhang der Dinge erklärt, und den Faden zeigt, den Gott durch die einzelnen Verhaltnifse hindurch gesponnen. Und weil Gott der Vater aller Menschen ist, so können wir mit Sicherheit annehmen, daß nicht nur etwa diejenigen, deren Leben uns bedeutungsvoll erscheint unter der besondern Leitung Gottes stehen, sondern, daß ein Jeder, dessen Leben noch so still und geräuschlos dahinfließt, dessen Verhältnisse noch so wenig mit dem großen Ganzen im Zusammenhangs stehen, dennoch von Gott geleitet werde, vor dem der König mit Krone und Zepter nicht mehr gilt, als der Bettler am Wanderstabe. Sind wir einerseits zu dem Glauben an eine göttliche Vorsehung durch die Uebeczeugung, daß Alles von Gott kommen müsse, gelangt, so pflegen wir anderseits schwankend zu werden, weil uns durch die Vorsehung die Freiheit des Willens ge- 46