Mannheim
Compact Memory

Sabbath-Blatt · 1843-10-04 · 39 (4.10.1843) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
39 (4.10.1843)
Date
1843-10-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/8620046-8635247-8637354--338-8620314
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1843. Diese Jeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeLahr ist LO Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- UM» Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der VN. I. L. Saalschütz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr» 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Me wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditionen des Znu. Auslan: des nehmen Bestellun: gen an. — Außerdem kann das Sabbath-Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Jom Kippur, den 4. Oktober. יום כפור 10. Tiscliri, 5604. Fest-Gabe. Ern Gottesdienst in Wahrheit. Rath und Einsicht ist bei Gott, bei ihm ist Weisheit und Allwissenheit. Aber unser Wissen ist nichtig vor ihm und eitel alle unsere Menschenweisheit, und rathlos stehen wir da vor ihm, so er nicht väterlich an seinem Arm uns leitet. Und wie möchten wir nun vor ihm als die Gelehrten und Gebildeten auftreten, und sprechen: Bei unserer Bildung, bei unserem gelehrten Wissen, bedürfen wir der Mahnungen des Gottesdienstes nicht; die Uebungen und Verordnungen der Religion sind nur für den schlichten Mann im Volke, dessen Verstand nicht verfeinert ist, und der nicht nach den Gesetzen neuerer Weisheit gelernt hat, sich von all' den sogenannten Fesseln der Religion frei und ledig zu machen. Für ihn allein sind die Gotteshäuser da, für ihn die Feier der Feste, für ihn die Ordnung der Gebete und was sonst die Religion für das äußere Leben vorschreibt. Wie wollten wir also vor Gott unterscheiden zwischen Menschen und Menschen, zwischen der Sterblichkeit und der Sterblichkeit, zwischen dem Staube und dem Staube? Wie wollten wir also vor ihm das wenige Wissen, die nichtige Weisheit auf die Waage legen, und hoffen, daß es den schlichten, doch oft eben darum nur so gesunden Sinn des natürlichen, ungelehrten Menschen, daß es ihn überwiegen solle, fammt dem ganzen göttlichen Lebensbau, den die Neligion aus ihren Mitteln uns auferbauet hat? Nein! wahre Bildung, d. i. Vollendung unserer innern Seelenschöpfung, Entfaltung, Erhebung der Seele zu dem vollen göttlichen Sein, das sie in sich trägt, sie können wir nur auf dem Wege finden, den die Religion uns durch die Gotteshäuser und die heiligen Merkzeichen des Lebens führt, wahre Freiheit können wir nur im Dienste Gottes erlangen. — Dies die Betrachtungen, denen wir am Neujahrstage uns Hingaben. Und diese Ueberzeugung ist auch euch noch nicht entschwunden, diese traget ihr als heilige Ahnung noch in euch, die ihr zwar selten, aber doch unfehlbar zu den großen Tagen des Herrn zum Gottesdienste in seine Hallen eingehet. Darum seid gesegnet, ihr hohen, heiligen Tage, die ihr Jsraels Söhne einiget vor ihrem Gotte, ihr stehet noch da als ein festes Merkzeichen des Glaubens, das Jahrtausende nicht erschüttern konnten, in euch ist jener Bau durch Gottes Hand vollendet, den die Menschen zu ihrem zeitlichen Zwecke nicht vollenden durften und konnten, jener Bau der bis an die Himmel reiche, und die Kinder Gottes vor der gänzlichen Zerstreuung hüte. Was sind die Entbehrungen, die ihr uns auferleget, die Opfer, die ihr fordert, gegen das hohe Werk liebender Vereinigung, seliger Verklärung, göttlicher Erhebung, das ihr unter uns vollbringet! Ja, wenn die hohen, heiligen Tage des Herrn aufgehen, da füllen sich einmal die ihm geweihten Räume, und sie können kaum die verlangende Schaar der Gläubigen fassen. Die Stimme des Schofars leitet den sonst irren Schritt hieher zu Gott, zum ewigen Gotte Israels, und die Stimme des Schofars, die sonst im Lande der Väter verkündet, daß der Knecht frei 39

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.