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Sabbath-Blatt · 1843-09-25 · 38 (25.9.1843) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
38 (25.9.1843)
Date
1843-09-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1843. Diese Aeitschr. erscheint wöchentlich einmal,u. zwar so, daß sie mit der Post zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPr eis für das halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von 1)1׳. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der DD. I. L. Saalschutz und I. Fürst. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Me wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Erpeditio׳. nen des In- »■ Auslan: des nehmen Bestellern: gen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Rosch Ha-Schana, den 25. September. Fest - Gabe. Bildung und Gottesdienst. Das Jahr ist dahingegangen, mit seinen wechselnden Jahreszeiten. und Sonnen und Vergnügungen. Der Winter brachte uns seine traulichen Stunden, der Herbst seine süßen Früchte, der Frühling seine Vlüthen, und der Somwer seine warmen, sonnigen Tage. Wir haben genossen alle die mannigfaltigen Gaben, wir haben genossen alle die wechselnde Lust, mitunter auch so manche Täuschung, so manche ernste Mahnung erfahren. Und nun gehet, am Schlüsse des Jahres, ernst und heilig der Tag des Herrn uns auf, uns rufend zu seinem Dienste. Wir lebten uns, wir dienten uns, und nun sollen wir unserm Gotte dienen; wir waren so oft die Knechte unserer Leidenschaft, 'jetzt sollen wir zu seinen Knechten uns veredeln. Wie dienen wir ihm, daß solcher Dienst ihm wohlgefällig sei? Wir sprechen es selbst aus im Gebete:!-״ וטהר לבנו לעברך באמוLäutere unser Herz, dir zu dienen in Wahrheit." -— Ein Gottesdienst in Wahrheit und mit lauterm Herzen! Aber thut er uns auch wirklich Norh der Gottesdienst? Vertragt sich das, was er fordert, die mannigfachen frommen Uebungen, verträgt es sich mit der Bildung neuer Zeit? Fordert diese nicht vielmehr, daß wir uns frei machen von jeder beschrankenden Fessel, von jeder äußern Satzung? Mag auch, so sprechen wir allenfalls, indem wir die Religion großmüthig 1 ראש השנה. Tischri, 5604. in unfern Schutz nehmen, mag auch das, was sie fordert, was sie Gottesdienst nennet, die Feier der Ruhetage, das regelmäßige Gebet und die übrigen sogenannten Ceremonien und frommen Uebungen, mag auch dies Alles für den gewöhnlichon Mann, für das sogenannte Volk ersprießlich und nöthig sein, aber der wahrhaft Gebildete bedarf dessen, dieser Aeußerlichkeiten nicht, er erhebt sich geistig zu seinem Gott. Laßt doch einmal sehn, worin diese Bildung und diese Er- Hebung zu Gott bestehe. Was nennen wir gewöhnlich Bildung, und in welchem Verhältnisse stehet diese mit den besondern Vorschriften der Religion? Bildung im gewöhnlichen Verstände des Wortes, ist uns, daß Jemand die Sprache und Schriften verschiedener Völker verstehe, die Länder des Erdkreises überschaue, und eine Einsicht in das habe, was in ihnen vorgchet und in früher« Jahrhunderten geschehen ist. Ist diese Vorbereitung zur Bildung, diese Vorübung des Urtheils, ist sie schon an und für sich Erhebung zu Gott? Nein! sie ist dies eben so wenig, als diese Vorbereitung schon die Bildüng selbst ist. Die Bildung freilich, die eigentliche, sie ist zugleich Erhebung zu Gott. Denn was ist Bildung? Es ist die vollendete Ausbildung der in Gottes Ebenbilde geschaffenen Seele, das Jn's-Leben-rufen dieses innern, schlummernden Gottesbildes. Bildung ist also die Entwickelung unserer Seele, nach allen ihren Anlagen und Eigenschaften, nach allen ihren göttlichen Trieben, daß sie ihrer selbst, nach ihrem göttlichen Ursprünge und ihrem göttlichen Ziele, sich bewußt werde, daß alle Räthsel und Ahnungen und seligen Wünsche, die sie in sich trägt, ihr klar werden, daß das tiefe Begeh-

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