Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 34 (26.8.1843)
- Date
- 1843-08-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit derPost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wermm Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der DD. I. L. Saalschutz und I. Fürst. 1843. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditionen des Znu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Re'eh, den 26. August. ראה Sabbath - Gabe. Gehorsam und freie Wahl. ״ ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללהSiehe! ich habe euch vorgelegt Segen und Fluch, den Segen, wenn ihr gehorchet den Geboten des Ewigen, unseres Gottes, die ich euch heute gebiete, und den Fluch, wenn ihr nicht gehorchet den Geboten des Ewigen, unseres Gottes, und abweichet von dem Wege, den ich heute gebiete." 5 S3. Mos. Kap. 11 Vers 26. Der Midrasch macht zur Erläuterung dieser Stelle folgende Bemerkung: ברכה וקללה למה נאמר לפי שנאם׳ התיים והמות נתתי לפניך הברכה והקללה שמא יאמרו ישראל הואיל ונתן המקום שני דרכים ררך חיים ודרך מות נלך באיזו מהן שנרצה תלמוד לאמר ובחרת בחיים. Warum heißt es hier Segen und Fluch? Weil gesagt ist (5 Mos. 30, 19): ״Leben und Tod habe ich dir vorgelegt, Segen und Fluch." Vielleicht möchte Israel sprechen: ״da uns Gott zwei Wege darbietet, den Weg des Lebens und den Weg des Todes, so können wir gehen, welchen wir wollen," darum heißet es: ״wähle das Leben." משל לאחד,שהיה יושב על פרישת דדכים Wie jener, der am Scheidewege saß — vor ihm breiteten sich zwei Wege hin, einer, der anfangs eben war, aber in seinem ferner» Verlaufe voll Dornen, der andere, der im Beginne mit Dornen bewachsen war, aber dann eben wurde. Er belehrte nun die Vorübergehenden und sagte zu ihnen: Ihr sehet diesen Weg vor euch, sein Anfang ist, eben, aber nach wenigen Schritten wird er dornigt, der andere aber wird bei dornig- 30 שבת פ. Ab, 5603. tem Anfang sehr bald eben werden. Also spricht auch Moses zu ihnen: Ihr sehet die Bösen, deren Lebenswandel leicht und glücklich zu sein scheint; aber das dauert nur kurze Zeit und die schrecklichste Enttäuschung folget. Dagegen der Gute, ob er auch eine Weile mit dornenvollen Prüfungen zu kämpfen hat, er gehet dem Glück, er gehet der Seligkeil entgegen. In der That wird sich uns bald die Anwendbarkeit aller dieser Bemerkungen (deren Eingang nicht ganz klar ist) auf unsre Textesstelle zeigen. Die Worte: ״ich lege euch vor Segen und Fluch" bezeichnen offenbar die Möglichkeit einer Wahl. Aber stellt sich das, unter welchem wir wählen sollen, als בדכה und קללה, als Segen und Fluch dar, so hat jede Wahl gleich von vorn aufgehört; denn wer wird den Fluch wählen? Aber so ist es nicht. Was uns eigentlich vorliegt, sich im ersten Augenblicke uns darstellt, das ist das Gebot Gottes. Hier soll die Wahl, der freie Wille sich geltend machen, Segen und Fluch, sind erst die Folgen, wenn sie da sind, da hat die Wahl schon aufgehört. Würden uns nun diese Folgen gleich klar und sprechend sich darbieten und vor Augen stehen, so daß es uns ganz unzweifelhaft wäre, wie wir mit dem Gesetze, das wir beobachten, gleich den Segen sichtbar ergreifen, und mit dem Gegentheil den Fluch, wenn das Gift, das wir ergreifen, beim Anfaffen stechend, beim ersten Berühren mit den Lippen brennend wäre, dann würden wir gesichert sein. Aber nein! das Gift sieht unschädlich aus, läßt sich ohne Schmerz anfassen, und schmeckt im ersten Augenblicke süß, und erst die nicht so gleich eintretenden Folgen sind bitter, stellen sich als Fluch dar. Dies wird vor Allem durch das Beispiel erläutert. 34