Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 33 (19.8.1843)
- Date
- 1843-08-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wer- Herausgegeben von Br. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der lllt. I. L. Saalschütz und I. Fürst. 1843. de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs - Expeditionen des Inu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Ekeb, den 19. August. 2p!) ' Sabbath-Gäbe. Gott ist unser Vater. Wie schwer es auch sei, die große Masse einander widersprechender Erscheinungen und Thatsachen, die sich vor unser« Augen entwickeln, unter ein Gesetz zu bringen, wie schwer es auch sei, das Glück und das Unglück, die Freude und den Schmerz auf eine und dieselbe Grundursache zurückzuführen, — die Religion bietet uns den rettenden Faden dar, uns aus dem Labyrinthe der Gedanken herauszusinden, die Religion reicht uns die Fackel, um die düstere Nacht eines räthselhaften Geschickes zu erleuchten. Sie hat den Zweifel und die Verzweiflung, welche die oft unerklärlichen Leiden der Menschheit dem Edlern einflößen könnten, überwunden, und Liebe, die Liebe unseres göttlichen Vaters, die sich in ihrer Allwirksamkeit offenbarte, war die Macht, die diesen großen Sieg vollbrachte. Denn gleichwie die Freuden des Lebens, das Glück und der Segen uns als Gaben, als Gnaden-Geschenke Gottes erscheinen, also spiegelt sich auch, bei dem Lichte der Religion betrachtet, in den Leiden, in dem Schmerze, die Liebe Gottes, die den Menschen und die Völker oft auf wunderbaren Wegen und durch unserer Einsicht unbegreifliche Mittel ihrem Ziel entgegen führt. Und hierüber belehrt uns denn auch unsere Parascha, indem wir in derselben, und zwar im 8ten Kapitel des 5ten Buch Mosi's und daselbst im 2ten und 5ten Verse Folgendes lesen: וזכרת את כל הדרך אשר הוליכך י׳י אלהיך זר.״ ארבעים שנה במדבר gedenken des ganzen Weges, den der 23 שבת. Ab, 5603. Ewige, dein Gott, dich geführet, nunmehr vierzig Jahre durch die Wüste, um dich leiden zu lassen und dich zu prüfen, um zu erkennen, was in deinem Herzen, ob du beobachten werdest seine Gesetze, oder nicht. וירעת עם לבבך בי באשר ייסר איש את בנו יי אלהיך מיסרך so wirst du erkennen in deinem Herzen, daß, wie ein Mann seinen Sohn züchtiget, daß also der Ewige dich züchtige." Nichts kann einleuchtender sein, als das Bild, unter welchem wir hier angewiesen werden, die göttliche Wirksamkeit zu betrachten. Wie der Vater sein Kind durch scheinbare Uebel zum Bessern, zum wahren Glücke führt, also auch Gott die Menschen. Denn in der That wie groß sind für die noch geringe Geisteskraft des Kindes die Entbehrungen, wie streng die Ermahnungen, wie hart scheinbar die Strafen, welche der für die Zukunft, für die erfreuliche, segensvolle Entwickelung seines Kindes besorgte Vater demselben oft zumuthet? Auch ist das Kind weit entfernt, diese Mittel der Erziehung zu würdigen und ihre Nothwendigkeit einzusehen. Aber dennoch waltet in ihm der tiefe Glaube, daß die Strenge der Eltern Liebe sei, und daß das Weh, das sie ihm bereiten, seinem Wohle gelte, denn mit kindlichem Vertrauen ergreift es die Hand, die es so eben strafte, und mit inniger Ahnung dessen, was es noch nicht begreifen kann, schmiegt es sich sanft, durch seine Thranen lächelnd und mit einem Blick vertrauender Liebe, an den Arm derer, die ihm so eben Schmerz bereitet. Und also ist es auch mit der göttlich väterlichen Leitung, so der Völker als der einzelnen Menschen, und die Schrift stellt uns in den verlesenen Versen, in der Führung Israels durch die Wüste, ein treffendes Beispiel auf. Von welcher Reihe von Leiden und Entbehrungen war 33