Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 29 (22.7.1843)
- Date
- 1843-07-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- Elbląg 1× ep/1047890
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M 29. 1843. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich e i n m a l, u. zwar so, daß sie mit derP ost zum Sabbath überallhin versandt sein kann. DerPreis für das halbeIahr ist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt wermm Herausgegeben von Dr. Hermann Sommerfeld, israelitischem Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der 1)1). I. L. Saalschutz und I. Fürst. * de, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl. Postanstalten u. Zeitungs -Expeditionen des Znu. Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Pinchas, den 22. Juli. פנחס Sabbath - Gabe. Die Ankündigung der Ster-ezeit. ,,Und Gott sprach zu Moses: Steige auf diesen Berg Abarim und siehe das Land, das ich gegeben habe den Söhnen Israels. Und wenn du dasselbige gesehen hast: so sollst du versammelt werden zu deinem Volke, auch du, so wie versammelt wurde Aaron, dein Bruder: weil ihr zuwider wäret meinem Befehle — in der Wüste Zin, bei dem Hader der Gemeinde, mich zu heiligen durch das Wasser vor ihren Augen." 4 Mos. 27. 12—14. Der Mensch scheidet ungern vom Leben. Wenn Krankheit, Alter, Gefahr den Tod ankündigen, dann zittern wir; die Todesbotschast überrascht uns, wir versuchen Alles, damit der Lebensfaden nicht reiße. Die Scheu vor dem Tode liegt tief begründet im menschlichen Gemülhe. Nicht nur der Sünder fürchtet den Tod, weil ihn die Strafe schreckt, die er zu erwarten hat am Throne Gottes, sondern auch der Fromme fühlt in seiner letzten Stunde, daß es nichts Geringes sei, wenn der Geist vom Leibe sich trenne. Der Prophet Daniel erzählt, *) daß Belsazar erblaßte, und zitternd und zagend sein Todesurtheil sah, das geschrieben stand auf der weißgetünchten Wand im königlichen Hause. Doch Belsazar war ein Sünder, und es mußte ihn der Gedanke an den Tod mit Schrecken erfüllen, denn er hatte gelästert den einigen Gott und Muthwillen geübt in dem Heilig- 24 שכת פ׳. Tammus, 6603. thume auf Zion. — Aber Hiskia war ja ein frommer König in Juda, und als der Prophet Jesaja zu ihm sprach: צו לביתך כי מת אחה ״Bestelle dein Haus, denn du mußt sterden," da kehrte er sein Angesicht zur Wand und betete zu Gott und brach aus in ein lautes Weinen. 2) Nicht nur der Glückliche liebt sein Leben und verläßt ungern die Stätte, auf der er weilt, indem es ihm schwer wird, sich loszureißen von den Verhältnissen, die ihn beglücken, zu entsagen den Freuden, die ihm Gottes Segen in's Haus geschickt; auch der Unglückliche, dessen Lebenshimmel selten heiter gewesen, auch der Arme, der vor den Thücen sein Bcod suchet, auch er hält das Leben fest umklammert, auch für ihn ist die Ankündigung des Todes eine trübe Botschaft. — Nicht nur der in der Blüthe der Jahre steht, der mit voller Kraft an seinem Tagewerke arbeitet, wünscht zu bleiben im Lande der Lebendigen, um langer zu wirken für sich und seine Umgebung, sondern auch der Kranke und Hinfällige, den die Schmerzen nicht ruhen lassen auf seinem Lager, auch der schwache Greis, dessen Leben einem verlösehenden Lichte gleichet, will lieber den trüben Abendhimmel schauen, als in die noch finstere Gruft sinken. Am meisten liebt das Leben, wer einen großen Gedanken trägt in seinem Herzen, wer ein großes Werk begönnen auf Erden, und zur Vollendung dieses Werkes seine Lebenskraft, seinen Lebensmuth verwendet. Wer aber barg einen größern Gedanken in seinem Innern als, Moses; wer hat unter Gottes Leitung ein größeres Werk begonnen, als er; wer hat mehr Opfer gebracht, um seinen Zweck zu ecrei- 1) Daniel 5, 6. 2) Jes. 38. 29