Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 28 (15.7.1843)
- Date
- 1843-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MW. Diese Zeitschr. erscheint wöchentlich einmal,», zwar so, daß sie mit der P o st zum Sabbath überallhin versandt sein kann. Der Pr eis für das halbeJahrist 20 Sgr., ohne Porto- Zuschlag für Preußen. DiejenigenAbonnenten, welche wünschen, daß ihnen d. Blatt v. der Post in's Haus geschickt werlEMj Herausgegeben r 0 n Di*. Hermann Sommerfeld, tsmcltttfiljcttt Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung d-r m>. I. L. Saalschutz und I. Fürst. 18ä3. de, zahlen darär 2 Sgr 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt. Alle wohllöbl Postanstalten u. Zeitungs- Expeditionen des Anu Auslandes nehmen Bestellungen an. — Außerdem kann das Sabbalh - Bl. auch durch jede Buchhdl. bezogen werden. Sabbath Balak, den 15. Juli. פ׳ בלק Sabbath - Gabe. Demuth. Der Prophet Micha sagt am Schluffe der heutigen Hastara: ״Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott von dir fordert, nämlich Recht thun, Liebe üben und demüthigwandeln vor deinem Gott." (Micha, Kap. 6, V. 8). Mir diesen Worten führt der Prophet uns vor Augen, daß unser ganzes Thun und Treiben, unser ganzes Leben mit dem Schmucke der Demukh geziert sein möchte. Wie häufig aber wird dieser Schmuck gerade in unserer Zeit vermißt und statt dessen Dünkel und Hochmuth angetrvffen, der seine Ehre darin sucht, sich über das Heilige hinwegzusetzen und Gottes zu vergessen, der mit seiner"Hand alle Dinge Zusammenhalt. Aber nicht dem Stolze, sondern der Demuth ist Gottes Segen und Ehre verheißen. Denn die Schrift sagt: ״ כי השפילו ותאמר גוה ושח עיני□ יושעDie sich demüthigen, die erhöhet dein Wort und wer seine Augen niederschlägt, dem hilft es auf" (Hiob 22, 29); גאות ארם ״ חשפילנו ושפל רוח יתמך כבורStolz stürzt den Menschen, Demuth schaffet Ehre" (Spr. Salom. 29, 23.). — Und welche Tugend sollte uns wohl natürlicher sein, als die Tugend der Demuth? Nur mit wachem Auge dürfen wir um uns schauen, die Verhältnisse, in denen wir stehen, vorurtheilsfrei in Betracht ziehen, unsere Abhängigkeit von dem Allmächtigen, unsere Schwäche und Kurzsichtigkeit lebendig fühlen, um von Demuth erfüllt und durchdrungen zu werden. 17 שכת. Immnus, 5603. Denn siehe, o Mensch, ist nicht Alles, was du dein nennst, was dich erfreut und stärkt, ein Geschenk Gottes? Verdankst du ihm nicht dein Leben und alle Güter, welche dasselbe erheitern und verschönern? Hat er dich nicht stets beschirmt und unter den Schutz seiner Flügel genommen? Hat er dich nicht durch alle Gefahren, die deinen Lebensweg umstehen, sicher hindurchgeleitet? Hat er nicht, wie ein treuer Vater für dich gesorgt und dein Leben mit Gnade und Barmherzigkeit gekrönt? Hat er nicht so reiche Ströme des Segens über dich ergossen? Hat er nicht den Kreis der Deinen, deren Liebe dir so viele frohe Stunden bereitet, um dich gesammelt, hat er nicht die Verhältnisse geschaffen, in denen du dich glücklich fühlst und mit Freudigkeit wirkest? Hat er nicht selbst die Augenblicke des Schmerzes und Kummers zu deinem Heile gewandt? Hat er nicht für dein leibliches und geistiges Wohlergehen so viele freundliche und zuvorkommende Veranstaltungen getroffen? Dauerst du nicht durch ihn fort? Würdest du nicht ohne seine Aufsicht schon längst in den Staub, von dem du genommen bist, dahingefunken sein? Bist du nicht von seinem Willen gänzlich abhängig? Geziemt es dir also nicht, daß du in Demuth einherwandelst vor dem Gott, durch dessen milde Hand du getragen wirst, ohne welche du nicht einen Augenblick fortbestehen könntest. Gedenke ferner des großen Abstandes, der zwischen dir und ihm ist, gedenke seiner alle Schranken überschreitenden Herrlichkeit und deiner Beschränktheit und Ohnmacht. Was bist du gegen ihn > Was sind die Größten und Gewaltigsten, die Fürsten der Erde, die Könige auf ihrem Throne, gegen ihn, den König aller Könige! Seinem Winke gehorchen Himmel und Erde, auf seinen Befehl entstehen 28