Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 25 (17.12.1842)
- Date
- 1842-12-17
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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100 ger! (49,18.) Um so gläubiger fügt sich Joseph sein Leben hindurch den göttlichen Schickungen und stellet, was nach ihm seynsollte, Seiner Vorsehung anheim. Gott hatte ihn nach Ägypten gesandt, durch eine Reihe wunderbarer Fügungen, deren außerordentliche Verkettung und Aufeinanderfolge uns einen Blick in die räthselhaften Wege der Vorsehung thun läßt. Und Joseph empfindet dies auch tief. In seinen Unglück-- lichen Tagen gläubig und ergeben, im Glücke bescheiden und demuthsvoll, spricht er zu seinen Brüdern: Es war Gottes Wille, daß ich hierher kam und ihr, von seinem Arme geleitet, vottführtet seine Plane, auf daß ich, wie heutigen Tages geschieht, zur Erhaltung eines großen Volkes wirken möge. Auch in Israels vielfach getrübtem Leben begegnen wir derselben Gläubigkeit und derselben Zuversicht. Aber ihm, der. von seiner Jugend an von Leiden verfolgt ward, ist der Gedanke an den Tod geläufig geworden. Schon früh beweint er seine geliebteste Gattinn. Ihr Sohn, sein Liebling, an dem sein Herz hing, ward ihm entrissen und er mußte glauben, er sey eines schrecklichen Todes gestorben. So kann er sich im Leben nicht mehr heimisch finden. Die Erde ist ihm ein fremdes Land und er ein müder Pilger, der sich nach der wahren Heimath sehnet. Wenig und kummervoll, sagt er zu Pharao, der ihn nach seinem Alter fragt, wenig und kummervoll waren die Tage meiner Wallfahrt und sie glichen nicht den Lebensjahren meiner Väter in den Tagen ihrer Wallfahrt, in derzeitlichen Hälfte ihres Lebens (37, 35). — Ich werde mit Trauer in die Gruft sinken, ruft er bei dem Anblicke von Josephs blutigem Kleide aus, und zu meinem Sohne hingehen (37, 35). — So tröstet sich auch David um seinen verlorenen Liebling, um den er, solange noch Hoffnung der Erhaltung war, fastete und betete:אני חלך אליל והוא לא ישוב אלי. Er wird, spricht er, sich in feinen tiefen Leiden erkraftigend und sammelnd, er wird nicht zu mir zurückkehren, aber ich werde zu ihm hingehen (2. Sam. 12, 23). — Dieses Hingehen in die Versammlungen der Selige», dieses Wieder-vereinigtwerden durch den Tod, lag so tief im Glauben der Patriarchen und ihrer Nachkommen, daß es ein stehender Ausdruck, ein in die gewöhnliche Sprachweise aufgenommener Trost für den Tod der Geliebten wurde. לעלע ליאסף אל־־עמיל heißt es auch in unserer Parschah von Jakob, er hauchte seine Seele aus und ward versammelt zu seinem Volke (49,33). Dieser Ausdruck und der schöne, hohe Sinn, den er in sich birgt, giebt selbst dem einsam erfolgenden Tod, oder dem abgesonderten Begräbnisse etwas Heimisches und den Charakter einer traulichen Geselligkeit. So heißt cs von Aharon, der auf den Berg Hör zum Tode gehet und dort seine einsame Grabstätte erhält, er werde versammelt zu seinem Volke, und von Moses, dessen Grab Niemand weiß, lesen wir, daß er entschlief zu seinen Vätern (5. B. Mos.31, 16). Die Seele, dieser Hauch Gottes, fühlet keine Einsamkeit; so bald sie sich von der Erde losgerungen, gehet sie dahin, wo die Geister der Befreundeten, die Versammlungen der Seligen sie empfangen. Also Vertrauen zu Gott und zu seiner Vorsehung und die tiefe Ahnung der Unsterblichkeit unseres geistigcn Theiles gab diesen Männern ihre Kraft und ihre Würde, Ausdauer und Trost im Leiden, Demuth und Mäßigung im Glücke und nahm für sie dem Gedanken an den Tod alle seine Furchtbarkeit und seine Schrecken. Ich will hingehen, sagt Israel, da er von der Erhaltung und dem Glücke Josephs hört, und meinen Sohn sehen, bevor ich sterbe (45, 28). Und da er ihn wirklich, nach einer schmerzlich langen Reihe von Jahren, in seinen Armen hält, ruft er wiederum aus: Nun sterbe ich gern, nachdem ich dein Angesicht gesehen, und daß du noch lebest (46, 30). So ist das ganze Leben dieser Männer, ein Wiederhall der Worte des Propheten: אחי דבריך מלת אהי קטבך שאול, Tod! m i\t deine Macht, Hölle! wo sind deine Schrecken? (Hof. 13, 14) und der schönste Commentar zu dem Lebens-Resultate des königlichen Weisen ״ לחסה נמלתל צרילןes hat Zuversicht im Tode der Gerechte." (Spr. 14, 32.) Amen. S—z.