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Sabbath-Blatt · 1842-12-03 · 23 (3.12.1842) · p. Seite 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
23 (3.12.1842)
Date
1842-12-03
Page
Seite 94 (sequence 4)
Language
German
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94 Und endlich auch Valencia Den jungen Mann im Ruhme sah. O, daß nicht nur des Goldes Klang Des Gierigen Herz beweget; Daß selbst, was sich der Geist errang, Den gift'gen Neid erreget! Auch Salomo, der Gottheit Freund, Fand unter Menschen einen Feind. Wie er geheißen, weiß man nicht, Verschlossen ist sein Namen; Ein Moslem war der arme Wicht, Sein Herz des Bösen Samen. Weil Aller Mund des Dichters voll, Drum hegte ec so bittsrn Groll. Zn seinen Garten lockt' er ihn, — Die Baume blühten eben, —־ Da schlug er frech zu Boden hin Das edle Dichterleben. Ein Feigenbaum stand fern allein. Darunter scharrt' den Mord er ein. Wie fragt und forscht bald Jedermann, Wer Salomo gesehen; Wie fängt man bald zu fürchten an. Daß ihm ein Leid geschehen. — Der Bube selbst giebt keine Kund', Und Bäume haben keinen Mund. -— Doch Du! zu dessen Fuß er ruht. Du edler Baum der Feigen! Kannst Du zu dem vergossnen Blut So kalt und fühllvs schweigen? Gewiß! Die Blüthe stirbt Dir ab, Wirfst trauernd sie auf's Grab hinab. -- Doch wie! Du würzest Deine Frucht, Daß vor der Zeit sie zeitigt? Und Feigen trägst Du, ausgesucht, Als seist Du nicht beleidigt? Des Dichters edler Lebenssaft Gab Deiner Wurzel doppelt Kraft? — Die Feigen, die so groß, so schön. Und doch so früh erschienen, Ein jeder kommt, um selbst zu sehn, Wie wunderbar sie grünen. Zum KLn'ge dringt die Wundermähr, Sie führt auch ihn zum Baume her. Verwundert spricht der Fürst zum Mann: »O sag', wie Du's begonnen? Was hast du an dem Baum gethan, Daß er der Zeit entronnen?" — Ein Schreck ergreift den Bösewicht, Und Blässe deckt sein Angesicht. Und ernst ermahnt der König ihn, Die böse Kunst zu nennen; Schon schleppt man ihn zur Folter hin, Den Zauber zu bekennen. Da macht des Mörders eigner Mund Die schnöd' begang'ne Mordthat kund. »Der Baum," des Fürsten Wort gebeut, »Der so ihn angeklaget, Er künde auch die Frucht der Zeit, Die solche Schandthar traget. Knüpft auf daran Len Bösewicht! Und Fluch, wer diese Feigen bricht!" Tod desOberrabbiners Nr. Herschell. sEondllN, 9. Am 2. Nov. haben in allen Synagogen der Hauptstadt und des ganzen Landes die Grbete für die Seelenruhe des verstorbenen Oberrabbiners, D1\ Herschell stattgohabt. Das Amt, welches derselbe bekleidete, wird nicht wieder besetzt, da das israelitische Cvusistorium vor etwa zwei Jahren beschlossen hat, Dasselbe nach dem Tode des Dr. ׳Herschell eingehm zu lassen. Das Salair, dessen der Verstorbene genoß, betrug etwa 1000 Pf. St. jährlich; doch wurde sein Einkommen bedeutend vermehrt durch die zahlreichen Geschenke, welche seine wohlhabenden Glaubensgenossen ihm zu machen pflegten. (Lpj. Zeilg.) Anzeigen. Sa diese Zeitschrift werden Annonce« gegen 1 Sgr. Gebühren für die gespallene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Dießfällige Briefe bittet ivan portofrei durch Herrn E. F. Steinacker in Leipzig oder direct an chic Duchyandlung von Neumavn-Harlmanuin Elbing einzusenden. Bestellungen auf das -,Sabbath-Blatt" werden von allen Post-Anstalten, Zeitungs-Expeditionen und Buchhandlungen des In- und Auslandes fortwährend angenomwen und die bereits erschienenen Nummern nachgelieferr. Synagoge in Elbing: Sonnabend den 3. Oecember beginnt dis Predigt gegen 11 Uhr Vormittags. Druck und Verlag von Neomavn-Hartmann in Elbing.

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