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Sabbath-Blatt · 1842-11-26 · 22 (26.11.1842) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
22 (26.11.1842)
Date
1842-11-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 22. Lrcse Zeitschrift erscheint wöchentlich einmal, und zwar so, daß sie mit der Post zum Sabbath über, allhin versandt sein kann. Der Preis des Jahrgavzs ist 1 Thlr. 10 Sgr.. ohne Porto - Zuschlag für Preußen. Diejenigcn Abonnenten, welche wünschen, daß ihnen LaS Blatt von der Post ablrath - Statt. Unter Mitwirkung des Dr. 3. C. Saalschutz ksr. Pred. in Königsberg, herausgegeben von vr. Hermann Sommerfeld, isr. Prediger in Elbing. Mit Aönigl.-Preuts. allergnädigtter Concession. in'S Haus geschickt werde, zahlen dafür 1 Sgr. g Pf. vierteljährlich als festgeseytes Bestellgeld an das Post- Amt. Alle Wohllöbl. Post- Anstalten und Zeitungs- Expeditionen des In- und Auslandes nehmen Bestellungcn an. — Außerdem kann das Sabbath - Blatt auch durch jede Buchhand» lung bezogen werden. Zum Sabbath d. 26. November. .שבה פ' ויישב 23. Khislew 5603. Z o s e p h. ndem wir den Menschen als solchen zu würdigen wissen, oder mit andern Worten, indem wir das Göttliche an unser» Mitmenschen begreifen, indem wir dasselbe so hoch zu stellen wissen, als es verdient, dadurch zeigen wir am besten, daß wir auch uns selbst, nämlich nach der Göttlichkeit unserer eigenen Natur, ehren und würdigen. Gleichwohl sind wir nur zu leicht geneigt, den Nächsten als bloßes Mittel für unsere Zwecke, und zwar für die Zwecke des Augenblickes, zu betrachten und auszubeuten, ihn gleichsam, in unfern Gedanken von ihm, zur Maschine herabzuwürdigen, deren wir uns, so wie es uns beliebt, bedienen, ohne uns weiter viel um sie zu kümmern. Wer sich auf Liese Weise benutzen läßt, ohne sich des Adels seines inner«, seines wahrhaft menschlichen Wesens bewußt zu werden, nimmt, nach der biblischen Lehre, einen sehr tiefen Standpunkt ein, und er verdiente, nach jenem bekannten Gesetz,, mit der Pfrieme durchs Ohr, an das Haus geheftet zu werden, dessen Dienstbarker'c er seiner Freiheit vorzog; aber nicht viel über ihm stehet dev, der seine Freude daran findet, Andere auf solche Weise zu nutzen. ׳ Es gehen aus dieser Verkennung der menschlichen Verhältnisse und des menschlichen Wesens sehr viele Verirrungen, ja viele schwöre Versündigungen hervor. Wir erinnern uns hier zunächst der Sklaverei, dieser Schmach der neuern Jahrhunderte. Dem Sklavenbesitzet ist sein Sklave nur Maschine; daß es ein Wesen sey, in dem gleichfalls der Hauch Gottes waltet, das fällt dem grausamen Herrn nicht ein, der auch an sich jenes Göttliche längst ertödter hat, und keine Unmenschlichkeit schreckt ihn zurück, wenn es seinem Eigennutze oder seinem Gelüste zusagt, sie anszuüben. Ein anderes sittliches Gebrechen, das aus derselben Quelle entstehet, ist der Undank, wie er so oft die menschlichen Beziehungen vergiftet. Wer unter uns Härte, nicht schon einmal durch Undank eine bittere Stunde erfahren. Du hattest deinem Mitmenschen wohlgethan, und er vergaß es, du hattest ihm Liebe erwiesen, und er vergalt es mit Haß. Denn nur deine äußere That galt ihm״ etwas, war ihm für den Augenblick das erwünschte Mittel, ihn seinem Zwecke entgegenzuführen. Der Zweck ist erreicht, was kümmert ihn weiter das Mittel! Der Gedanke an dasselbe wird ihm bald beschwerlich, vielleicht selbst demürhigend. Derne inner« Beweggründe ihm zu dienen, deine Gesinnung, deine Einsicht, deine Liebe und Menfchenfreundlichkeit, die doch fortbestehen, selbst wenn jene einzelne Wohlthat nicht mehr fortwirkt, die ihn für immer zur Gegenliebe, zu einer entsprechenden Handlungsweise verpsiichten sollten, diese selbst waren ihm Nichts, und er weiß sie nicht zu würdigen, weil er ihren, wahren, über die zeitlichen Interessen erhabene», Werth und Ursprung nicht begreifen׳ kann. Du warst ihm nur die Maschine, deren er sich für Len Dienst des Momentes mit Nutzenbediente. Die wirkliche Maschine, Las Werk von Menschenhänden, rcktzt, ohne Ansprüche zu machen, ohne verletzt zu seyn, wenn man sie nachher rücksichtslos zur Seite schiebt. Daß

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