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Sabbath-Blatt · 1842-11-19 · 21 (19.11.1842) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
21 (19.11.1842)
Date
1842-11-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 21 Liese Zeitschrift erscheint wöchentlich einmal, unv zwar so, daß sic mit der Pvfi zum Sabbatb über« alldin versandt sein kann. Der Preis des Jahr- »anz s ist 1 Th Ir. 10 6? r., ohne Porto - Zu« schlag für Preußen.!Li» jenigcn Abonnenten, wclche wünschen, daß ihnen das Blatt von der Post abbath »Slatt. Unter Mitwirkung des Or. X C. Saalschutz, isr. Pred. in Königsberg, hcrausgegeben von Dr. Hermann Sommerketd, isr. Prediger in Elbing. Mit König!, preuts. allergnä-igtter Concettion. in's Haus geschickt werde, zahlen dafür 1 Sgr. 3 Pf. vierteljährlich als fefigesetz« tes Bestellgeld an das Post- Amt. Alle Wohllöbl. Post. Anstalten und Zeitungs. Expeditionen des In- und Auslandes nehmen Befiellungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Blatt auch durch jede Buchhand« lung bezogen werden. Zum Sabbath '0.19. November. שכת פ' וישלח. 16. Khislew 5603. Die Versöhnung. ״Und Esau ging ihm (seinem Bruder) entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie (die Brüder) weinten. 1. Mos. 33, 4. hatte sein Vaterhaus verlassen muffen, weil ihm Esau nach dem Leben getrachtet. Zwanzig Jahre waren dahingegangen, seitdem Jakob die Heimath verlassen, und, wie der Patriarch gesteht, waren es schwere Dienstjahre, in welchen am Tage ihn die Hitze quälte und bei Nacht die Kälte, und der Schlummer verscheucht ward von seinen Augen. Jakob hätte ruhig in seinem älterlichen Hause bleiben können, wenn nicht sein Bruder Esau den Groll im Herzen gegen ihn getragen, und ihn gezwungen hatte zum Wanderstabe zu greifen. Doch auch dieses war von Gott bestimmt, damit Jakob im schweren Lebenskämpfe an Kraft des Geistes, an Lauterkeit der Gesinnung, an Heiligkeit des Strebens gewinnen sollte. Und als nun die schwere Dienstzeit vorüber war, als Jakob, reich gesegnet, seine Schritte nach der Heimath lenkte, da war sein erstes Werk, dem Bruder, der ihm nach dem Leben getrachtet, die Hand zur Versöhnung zu bieten. Er schickte Boten aus, das friedliche Verhältniß einzuleiten. Esau kam mit Freundlichkeit und Milde, er gedachte nicht mehr des Vergangenen, er fiel dem Jakob um den Hals und küßte ihn, und beide Brüder weinten. Die Liebe hat Gort dem Menschen ins Herz gepflanzt, die heilige göttliche Flamme, damit sie erleuchte unsere trüben Vrdentage, und Schutz und Trost gewähre in den kalten, rauhen Lebensstürmen. Die Liebe soll uns geleiten, und wie ein stiller, milder Engel nie von uns weichen; sie soll Alles ertragen können, Alles erdulden, und nicht ärmer werden mit den Jahren und nicht an Kraft und Ausdauer verlieren mit den Zeiten; sie soll unsere Thätigkeit erhöhen, unseren Muth beleben, unser Leben sühnen, heiligen und veredeln. Und dennoch verlischt so oft dieser göttliche Funke im Herzen, und dennoch weicht dieser milde Engel so oft von׳ unserer Seite; es bleibt die Liebe nicht stets Königin der Gefühle, sie wird überwältigt, sie unterliegt, und muß über sich als Siegerin sehen die unheilige Flamme des Neides, des Hasses und der Feindschaft. — Das ist der Kampf auf Erden, zu dem du berufen bist: anzukämpfen gegen die Feinde in deinem Innern, gegen den Neid, daß er nicht am Marke deines Lebens Zehre, gegen den Haß, daß er nicht Herrschaft gewinne über deinen Willen und deine Gesinnung, gegen die Rachsucht, daß. sie nicht verdunkle das göttliche Ebenbild in dir, nicht dich zum Frevler an der Menschheit mache, zum Übertreter der Gebote, welche Vernunft, Religion und Sitte vorge-- schrieben. Doch ist noch Niemand über die Erde gegangen, der da wäre zu jeder Zeit in diesem Kampfe Sieger geblieben, der nie und nimmer gegen das Gebot der Liebe gesündigt und gcfrevelt hätte. Bald war es ein Wort, das dich zum Zorne reizte, bald

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