Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 17 (22.10.1842)
- Date
- 1842-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Erttfe Zeitschrift erscheint Wöchentlich einmal, und zwar so, daß sie mir der Post zum Sadbary überallhirr versandt sei» kann. Der Preis de« Jahrgauzs ist t Thlr. 10 Sgr,. ohne Porto - Zuschlag für Preußen. $ie» reuigen Abonnenten, welche wünschen, daß ihnen daS DIaU von der Post Unter Mitwirkung des vr. 3. £. Saalschutz, isr. Pred. m Königsbergherausgcgcbca abba D SSt Dr. Hermann Sommerkeld, ist. Prediger in SldinA. Mit König!. Prcubs. aliergnädigltcr Concctlion. ’f3y jrr'5 HauS geschickt werde, zahlen dafür 1 Sgr. s Pf. vierteljährlich als sestgrse^- tc§ Nesicsigeld an das Post- Amt. Alle Wohllöbl. Post. Anstalten und Zeitung«- Expcditiüncs des In- und AuLtandes nehmen Bestet» langen an. — Außerdem iann da'L Sabbath - DlaU auch durch jede Duchhandlunz bezogen werden. Zum Sabbath d. 22. Oktober. ^2 'Hit? IS.. Marcliescliwan 560-3. Mitgefühl. I&sric Parschah des Sabbaths zeigt uns Abraham, den Stammvater unseres Geschlechtes, wie er die Kunde von dem bevorstehenden Untergänge Sodoms vernimmt. Die Sodomiten sind ihm Fremde, Unbekannte, deren Sündhaftigkeit er aber wohl erfahren, und doch ist er tief erschüttert von dem Unglücke das ihnen bevorstand, und doch kann sein liebendes Herz nicht glauben an das ganze Maß ihrer Schlechtigkeit. Wenigstens fünfzig, wenigstens dreißig oder zehn Gerechte würde es doch unter ihnen geben, und um deren willen sollte Gott auch den Übrigen verzeihen! (I.B.Mos.Kap. 18.V.17ff.) Welch eine große Lehre liegt für uns in diesem Ereigniß! Abraham Hort nicht auf, für die Sodomiten zu beten, für fremde, ihm ferne stehende, heidnische Sünder, und sein Herz schlägt warm auch für Jene, die er nicht kennt. Sollten wir aus seinem Beispiele nicht lernen, auch nicht theilnahmlos an dem Geschicke der Mitmenschen vorüberzugehen, und jener Selbstsucht Zu entsagen, der Alles, was Andere trifft, ein Fremdes ist, die Freude und Leid nur im eigenen Geschicke anerkennt und gleichgültig bleibt bei dem Glück und Unglück, das dem Mitmenschen widerfahren? Auch ist diese Theilnahme für das Geschick Anderer eine der am häufigsten ausgesprochenen und für alle Verhältnisse des Lebens geforderten religiösen Pfiichten r Liebe Leinen Mitmenschen, von welchem Volke er auch sey, wie dich selbst, ist hier das erste Gebot der offenbarten Religion. Liebe ihn, wie dich selbst, fühle für ihn, wie du für dich fühlest, freue dich bei seinen Freu--- den, trauere bei seinen Schmerzen, als wären es die deinen! ״Stehe nicht gleichgültig da, bei der Gefahr deines Nächsten! Verhärte nicht Lein Herz, verschließe nicht deine Hand bei dem Mißgeschicke deines Nach-- ften!'' »Drücke den Fremdling nicht, כמך lh PöHttl liebe ihn wie dich selbst, denn du weißt wie ihm zu' Muthe ist, da du selbst einmal Fremdling warst in Ägypten!" Laß keinen Haß gegen deinen Mitmenschen aufkommen in deinem Herzen, auch wenn er sich als dein Feind bewies; stelle ihn frei und offen zur Rede, aber trage ihm seine bösen Handlungen nicht nach, denn du sollst Leinen Mitmenschen lieben wie dich selbst, so milde in der Beurtheilung seiner Handlungen seyn, wie du wünschest, Laß man cs gegen dich sey, und wie Lu es nur zu oft gegen dich selber bist. Daher gehe ebenfalls nicht gleichgültig vorüber, wenn deinem Feinde ein Unfall, eine Verlegenheit begegnet, wenn ihn ein Verlust traf, sondern tritt hinzu und hilf ihm, ohne Groll, bei seiner Arbeit. Unterstütze ihn in Noch und Mangel und sey nicht fröhlich bei seinen Schmerzen, bei seinem Unglücke, gleichwie David, bei dem Tode seines unversöhnlichen Feindes Saul, Thranen eines frommen, eines edlen Mitgefühls vergoß. ׳ Dies find, Israeliten! die euch bekannten Vorschriften eurer göttlichen Religion. Und nur Lurch solches Mitgefühl für das Geschick Anderer erweisen wir uns wahrhaft als Kinder Gottes. Denn wir konnte sich der also nennen, dem seine Mitmenschen, Kinder desselben göttlichen Vaters, nicht im Herzen