Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 16 (15.10.1842)
- Date
- 1842-10-15
- Page
- Seite 64 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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64 und durch Liebe verwöhnt worden, der denkt zitternd und bangend an das Land, in welchem er als ein Gast unter Gästen wohnen soll, und selber fremd an Fremde nur gewiesen wird. Aber Abraham zaget und fürchtet nicht. Er sei unser Vorbild. Gott rufet uns. Wir folgen. Liegt auch hinter uns das Va-- terhaus mit seinen Freuden, vor uns ein unbekanntes Land, in Nacht und Dunkel gehüllt, wir folgen dennoch dem Rufe Gottes, wir vertrauen auf Go ttes Hilfe; unsere Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde erschaffen. Wir sind nicht verlassen, wenn auch Eltern, Freunde fern bleiben; Gott unser Vater und Freund bleibt bei uns, trägt uns mit Liebe, bewacht uns mit Erbarmen, leitet uns durch die Pfade des Dunkels; Gottes Gnade ist unser Licht, Gottes Wort eine Leuchte auf unserem Wege. Wir können nicht irren, der weise Führer zeigt uns den Weg, wir können nicht fallen, Gott hält uns aufrecht, wir bleiben geborgen in Gefahr und Noth, denn Gott breitet seine Fittige über uns aus; wir ermatten nicht, ob auch der Weg weit ist, denn Gott giebt uns neue Kraft; wir erinüden nicht, ob auch der Kampf hart ist, denn die zu Gott aufblicken, und auf die Hilfe Gottes hoffen, denen erneuet sich die Kraft 'וקלי ה יחליפו כח sie ringen und ermüden nicht, sie kampfen und ermatten nicht. *) Darum bleibt der Fels Abrahams auch unser Fels, an dem wir halten in Freud' und Leid, in Zeit und Ewigkeit. Sinken alle Säulen, brechen alle Stützen, unser Fels muß uns bleiben, der Schild Abrahams muß uns decken. Darum vertrauen wir nur dem ewigen, lebendigen Gotte; wir bauen unser Glück nicht auf vergängliche, gebrechliche Stützen; wir vertrauen dem Golde nicht, welches sich Flügel macht und von dannen schwindet;2) wir vertranen der eigenen Kraft nicht, die hinfällig und schwach ist; wir vertrauen unserem Wissen nicht, das eitel und unvollkommen ist; wir vertrauen auf Menscheu nicht, die lieblos nur an ihren eigenen Nutzen denken, wir vertranen nicht auf Fürstengunst, denn David sagt: 2) »Besser ist's dem Ewigen zu vertrauen, als auf Fürsten zu bauen." עזרי מעם ח' עשה 1ג vergl. Zes. 40, 31. 2) vergl. Spr, Sal, 28, s, r) Ps. 118, 9. ,שמים וארץ Unsere Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde erschaffen. Dem Gerechten hat Gott Glückseligkeit verheißen. אור זרע לצרילן Dem Gerechten muß das Licht leuchten! Solches ist ein Wort Gottes. Wie Abraham, so wollen auch wir vertrauen auf Las Wort Gortes. — Gehen unsere Wünsche auch nicht gleich in Erfüllung, geht eine Zeit nach der andern hin, ohne daß wir erhört worden, wir wollen dennoch nicht wemkend im Glauben werden, Gottes Verheißung muß sich bewähren, denn Gott ist kein Mensch, daß er lüge und kein Menschensohn, daß ihn fein Wort gereuet) Was der Herr gesprochen zu nnftrm Wohle, das gilt für alle Zeit und Ewigkeit. Gott, der Herr, sprach: »Es sollen Berge weichen, Hügel wanken, aber meine Liebe wird nie und nimmer von euch weichen." Und diese göttliche Verheißung hat Jahrtausende ein gedrücktes, gequältes Volk aufrecht gehalten. In allen Stürmen der Zeit hat uns dieses Wort Gottes Muth und Ausdauer verliehen, in den finstern Jahrhunderten der Barbarei und Knechtschaft hat das Wort Gottes unser banges Herz mit Trost erfüllt, unsere Leiden gemindert, unsere Lasten erleichtert. — Wie sich das Wort Gottes erfüllet, das wird offenbar allen denen, die ein Auge haben für die Erscheinungen der Zeit. Es ist Vieles besser geworden, als es war. Und bleibt auch so Manches zu wünschen übrig, so vertrauen wir auf das Wort Gottes, welches geschrieben steht in unserer Haplitorah:ö) ״Und du Israel, mein Knecht, Zgkob, den ich erwählet, Geschlecht Abrahams, meines Freundes! du, den ich ergriff von den Enden der Erde, und dem ich zurief von ihren Gränzen: Mein Knecht bist du, dich habe ich erwählet, dich werde ich nicht verwerfen! Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, verzweifle nicht, denn ich bin dein Gott, ich starke dich, ich helfe dir, ich stehe dir bei mit meiner treuen Rechten!" Wie Abraham, so wollen auch wir vertrauen auf die Weisheit Gottes. Abraham konnte Gotres Absicht nicht ergründen, als von ihm verlangt wurde, daß er seinen einzigen , vielgeliebten Sohn zum 4) 4. Moll 28, 19. 5) Zes. 41, 18. ffg.