Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 10 (5.9.1842)
- Date
- 1842-09-05
- Page
- Seite 42 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/8620046-8635248-8635271--060-8620193- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elbląg 1× ep/1047890
OCR text
42 in Preußen, wie man aus Rosenkranz's ״Skizzen" ersehen kann, Orte, an Lenen der Jude auch als Bauer lebt und sich beschäftiget. Wir denken zu achtungsvoll von dem Verfasser, den wir einmal persönlich kennen zu lernen die erfreuliche Gelegenheit hatten, als daß wir glauben sollten, Laß diese Bemerkungen ihm unangenehm seyn könnten. Der wahre Menschenfreund wünscht in solchen Fällen gewiß mehr widerlegt zu werden, als Recht zu behalten. 8—z. ■ ■■״ 1 — Literatur. Jüdische Absonderung! Erwägung einiger Erdenken gegen die Emancipation Lee Juden von Dr. 3satte E. Lowotitj. Königs!). 1842, bei Theiie. (Aus den Pr. Provinzial-Blättern. December-Hekt, besonders abgedruckt.) 5 $yr. »Wisse, womit du dm Irrenden widerlegen könnest," ist eine alte, sehr richtige Mahnung, deren Beherzigung Len Israeliten nicht genug empfohlen werden kann. Manche falsche Ansichten und irrige Voraussetzungen, welche in der christlichen Bevölkerung noch gegen Israeliten, ihre Neligion unL sonstigen Verhältnisse im Umlauf sind, werden erst dann weichen, wenn Israeliten, nicht bloß die gelehrten, mit Liesetr Vorurcheilen bekannt und Lurch wirkliche Kenntnisse ihrer eigenen Gesetze und der hieher gehörigen Haupt- Wahrheiten und treffenden Urtheile, im Stande seyn werden, Zeder in seinem Kreise unter seinen christlichen Bekannten diesen Jrrthümern persönlich in Liebs und Sanftmuth entgegenzutreten und den Irrenden auf Den Weg der Wahrheit zu führen. Schriften also, die geeignet sind, das Volk 'mit dem Gegenstands des Streites bekannt zu machen und mit den rechten, geistigen Mitteln, hier brüderliche Einigung und Frieden zu befördern, solche Schrift ten können nicht genug empfohlen und verbreitet werden. Die trefflichen Gedanken, welche namentlich auch die genannte Schrift in dieser Beziehung darbietet, der Scharfsinn, mit den! der Vers, die Bedenken seines Gegners, welche die Wiederholung sehr allgemein verbreiteter Jrrthümer sind, zunichte macht und namentlich dm Vorwurf einer Absonderung der Israeliten, durch Beobachtung der religiösen Satzungen, werden jeden Israeliten und auch denkende Nichtiftaelitm das Dnrchlesen der wenigen Blätter als wirklichen Gewinn erkennen lassen. Wir Heilen, ohne viel zu wählen, eine sich uns gerade darbietende Stelle mit: »Die so furchtbar gemachte und gefürchtete Betriebsamkeit und Aus-reitung der Juden, ist mithin immer nur ein ganz vereinzeltes Localverhältniß; es ist die hier und dort zufällig größere Anzahl jüdischer als christlicher Kaufleute, zufolge dem fortdauernden und nur allmählig erlöschenden Einflüsse früherer Zustände. Die frühere Ge» setzgebung hat mit der vvn ihr ausgegangenm und fanctionirton, bürgerlichen und socialen Acht gegen die Juden, Diese zu einer, Volk und Fürst beherrschenden Handels- Nation gemacht; sollen nun die Folgen davon wie auf eineu Zauberschlag weichen bis auf die leiseste Spur!neinsive? Von diesen etwaigen Übeln aber, ist die Emaneipation so wenig Ursache, daß sie eben erst in Folge der vollständigen Emancipation nur um so eher und um so mehr verschwinden müssen.״ Die Emancipation ist nicht die Ursache des Ilbels, sondern das Heilmittel. Mit der theilweisen Emancipation der Inden geschal) der erste Schritt zu der, durch frühere Gesetze und Zustärtde nöthig gewordenen, Emancipation der Christen von den Inden, zur Emancipation des Handels aus der Hand der Juden. Die vervollständigte Emancipation führt dieses weiter und zu Ende. Die vervollständigte Emancipation wird Durch Er- Höhung'des Selbstgefühls, der inner» und der äußern Achtung, Dm Juden veredeln; sie wird Liebe, Vertrauen zwischen Juden und Christen nähren und befestigen, mit dem Bande des gleichen Vürgerthums beide umschlingen, und .die volle bürgerliche Kräftigung in den Juden geweckt und genährt, wird Beiden, dem Christen wie dem Juden, zu Gut kommen. Das Band, das die Juden mit einander vereinigt, wird um so lockerer, je mehr Verbindungen der Juden und Christen von Hindernissen befreit und begünstigt werden. Der Jude hört ans zunächst und Vorzugsweise auf den Juden angewiesen zu sein, wenn er nicht mehr bei dem christlichen Genossen das natürliche Wohlwollen gegen ihn, und gleichsam unter Sanction der Gesetzgebung, beschränkt sicht und daher vermißt, wenn er in seinem christlichen Genossen auch seines Gleichen für den vertrauungsvollen Verkehr wird erblicken dürfen, und nicht mehr einen Solchen den bürgerliche Bevorzugung ihm stets vornehm und fremd gegenüberstellen." 8 — z. Anzeigen. Die nächste Nummer dieses Blattes wird nicht zum Sabbath den IE). Septemder, sondern zum Versöhnungsfeste den 1-4» September ausgegeben werden. Elbing. Die Redaction. Synagoge in Elbing: Montag den 5. Septbr. beginnt die Predigt um 8 Uhr Morgens. Druck und Verlag von Neumanu«Hartmann in Elbivg.