Mannheim
Compact Memory

Sabbath-Blatt · 1842-09-05 · 10 (5.9.1842) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
10 (5.9.1842)
Date
1842-09-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8620046-8635248-8635271--055-8620188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

M 10. Diese Zeitschrift erscheint wöchentlich einmal, und zwar so, daß sie mit der Post zum Sabbath über» allhin versandt fein kann. Der Preis des Jahrgangs ist 1 Thlr. 1s Ggr., ohne Porto « Zu« schlag für Preußen. Die» icnigen Abonnenten» wel» che wünschen, daß ihnen das Blatt von der Post Kab-bath - Statt. Unter Mitwirkung des vr. 3. t. Saalschutz isr. Pred. in Königsberg, herausgegeben von vr. Hermann Sommerketd, isr. Prediger in Elbing. Mit Lönigl. preuts. allergnä-igtter Concettion. in'S Haus geschickt werde, zahlen dafür 1 Sgr. 3 Pf. vierteljährlich als festgesey» tes Bestellgeld an das Post- Amt. Alle Wohllöbl. Post- Anstalten und Zeitungs» Expeditionen des In- und Auslandes nehmen Destel» langen an. — Außerdem kann das Sabbath - Blatt auch durch jede Buchhandlung bezogen werden. Zum 5. September. .1 ראש השנה. Tiscliri 5603. Die auswärtigen geehrten Leser b. Bl., welche nur für ein Quartal den Betrag bezahlt haben, werden ersucht, die Pränumeration bei den Wohllöbl. Postanstalten ungesäumt zu erneuern, damit nicht eine Unterbrechung in der Versendung des Blattes eintrete. Die Verlagshandlung. Der Neujahrstag. היום ה!רש הוא לה אלהינס אל תתאבלו ואל תבכו. ״Dieter Tag ift geheiligt Dem Ewigen, eurem Gotte; trauert nicht und weinet nicht I" (Nehemia 8, 9.) diesen Worten beruhigte Nehemia das Volk, welches zum Gottesdienst versammelt war am Neujahrsrage. Das Volk aber, ergriffen von der hohm Bedeutung des Tages, weinte sehr. Der Neujahrstag bringt den Ernst in den Traum des Lebens. Wehmüthig blicken wir auf dahingeschwundene Tage, die nicht wiederkehren, auf die Lebenstrümmer, welche der Strom der Zeit mit sich hinweggeführt. Nicht nur Greise fühlen an diesem Tage, wie sie dem Grabe näher gekommen, auch Rüstige sehen ein, wie ihr Lebensfaden kürzer geworden und der Traum ihres Daseins der Auflösung entgegen eile. Denn wie die Schatten zur Abendzeit schwinden die Lage, wie die Wellen an des Meeres Strand, verrauschen die Jahre. Wenig Jahre sind uns nur Zugemessen, und an jedem Reujahrsmorgm erkennen wir mit Schmerz, wie immer kleiner werde des Lebens Rest. Mehr noch als das Hinschwinden der Jahre stimmt uns der trübe Schatten, der auf der Vergangenheit ruht, zur Trauer am Neujahrstage. Die Vergangenheit weiset auf Leichen und Gräber hin, auf verödete Häuser, auf unerfüllte Wünsche, vereitelte Hoffnungen, gebrochene Herzen. — Die heilige Schrift spricht: »Beruhigt euch, trauert nicht und weinet nicht!" Aber es treten Viele auf, die entgegnen: Wie sollen wir nicht weinen, wie können wir uns beruhigen, da die Vergangenheit uns Alles geraubt, worin wir unsere Ruhe fanden? Wir wandelten auf der Sonnenhöhe des Glückes, als das Jahr begann, und nun sitzen wir einsam im düstern Trauerthale; unser Haus ist verödet, Denn das Herz, das uns liebte, schlägt nicht mehr, die Hand, die uns segnete, ist Ln Staub zerfallen! —. — Es treten Andere auf, die sprechen: Wie sollen wir nicht traurig fein, wie können wir uns beruhrgen, da ein Jahr nach Dem andern dahin geht, und nicht leichter wird die Lebensbürde und nicht kleiner wird die Sorgenlast? Noch immer essen wir unser Brod mit Thränen; wir mühen uns, aber unsere Arbeit hat keinen Erfolg, wir säen, aber die Ernte ist so gering. Es will kein Strahl des Glückes uns leuchten, es will kein Hafen der. Ruhe sich öffnen Jahre kommen, Jahre schwinden, aber Noth und Sorge

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.