Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1842
- Issue
- 8 (20.8.1842)
- Date
- 1842-08-20
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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31 deshalb die Freunde Gottes nennet. Und darum heißt es von ihnen זאחביו כצאת השמש בגברתו ״die Freunde Gottes und wie die Sonne, die da aufgehet in ihrer Herrlichkeit." 2) Amen. 8—z. Werden die Israeliten und wurden sie liisher durch ihre Neligion von dem Setriebe landwirlhschaülicher und Handwerkerarbeiten abgehatten, und liegt hierin ein wirkliches Hinder״ nits ihrer bürgerlichen Gleichstellung? (Fortsetzung.) Aber abgesehen hiervon, ist jene vorangestellte Behauptung an und für sich ohne jeden Zweifel durchaus irrig. Ref. ist in der That weit entfernt, den Herrn Verf. irgend einer persönlich übelwollenden und gehässigen Absicht fähig zu halten. Vielmehr ergiebt sich das Gegentheil und daß der Verf. über jede m'cdrige Befangenheit erhaben ist, aus einigen sehr wichtigen Zugeständnissen, die derselbe mit edler Freimüthigkeit zu machen keinen Anstand nimmt, und zwar kann man nur mit der größten Genugthuung zuerst Folgendes lesen: »Nicht eine besondere Angelegenheit der Judenschüft, sondern eine allgemeine der Negierungen ist die kräftigste Entwickelung der geistigen und körperlichen Kräfte dieses Theilcs der Bewohner ihres Machtgebietes in der würdigsten und gemeinnützigsten Richtung. Ware diesem ernsten Bedürfnisse dadurch wesentlich zu genügen, daß aller Unterschied in bürgerlichen und politischen Rechten zwischen Juden und Christen gänzlich aufgehoben würde; so könnten weise Regierungen durchaus keinen Anstand finden, diese Gleichstellung unbedingt auszusprechen." und ferner: . »Daß es nur Arbeitsscheu, nur Mangel an Ausdauer und Stetigkeit, nur besondere Neigung zu gcwissen Formen des Erwerbs und Verkehrs sei, was die Zuden von dem Betriebe körperlicher, namentlich landwirthschaftlicher und Handwerkerarbeiten abhält, ist theils durch klare Thatsachen zu widerlegen, theils durch Derständigung über die zeitige Stellung der Juden zu berichtigen. Als herumzrchende Krämer, belastet mit schweren Packen, und als Frachtfuhrleute zeigen die Juden eine Ausdauer in Wind und Wetter, und eine Unermüd¬ 2) Nicht. 5, Lt. lichkeit bei geringer Kost und deshalb schwächlichem Körperbau, wogegen der Vorwurf einer Abneigung vor schweren körperlichen Arbeiten durchaus nicht aufkommen kann." Und wenn der Verf. gleichwohl auf so unhaltbare Behauptungen kommt, so ist der Grnnd hiervon, bei der gewiß wohlwollenden Absicht desselben, einzig in dem Umstande zu suchen, daß auch die erleuchtetsten Christen sich, in Bezug auf die religiösen und allgemeinen Verhältnisse der Israeliten, noch immer in so großer Unbekanntschaft befinden. Diese aber ist ihnen nicht mehr, als den Israeliten selbst zur Last z» legen, als welche noch viel zu wenig gethan haben, um die öffentliche Meinung, in Bezug auf die Israelitischen innern Verhältnisse, im Wege ruhiger und freundlicher Mittheiluugen, aufzuklären. Der Herr Verfasser nimmt bei seinen Betrach- Lungen, die wir etwas abgekürzt, jedoch mit seinen eigenen Worten geben, folgenden Gang: »Für den Kleinhandel, das Aufkäufer-, Mäkler- und Wechslcrgeschäft hat sich in der Judenschaft schon deshalb eine besondere Gelehrigkeit und Gewandheit ausbilden müssen, weil diese Gewerbe seit Jahrhunderten in Folge theils ihrer bürgerlichen, theils ihrer religiösen Derhaltniffe fast die einzigen waren, welche sie betreiben konnten. Oie Nothwendigkeit, bei starker Mitbewerbung ihren Unterhalt damit zu verdienen, gab der Erziehung von frühester Kindheit an und der Entwicke- ׳ lung aller Geisteskräfte eine Richtung auf dieselben, welche, durch lebenslängliche Gewohnheit befestigt, alS Ecbtheil der Vater auf Kinder und Enkel überging. Aber dem Juden in seiner jetzigen Stellung erschweren cs die Vorschriften und Gebräuche seines Glaubensbekenntnisses, Handarbeiten gemeinschaftlich mit Christen zu verrichten. Die Christen aller Religionspartheien feiern gemeinschaftlich die Sonntage und die meisten Kirchenfcste. Oie Juden können schon vermöge ihrer Minderzahl keinen Anspruch auf die Befugmß machen, an diesen Sonn- und Festtagen die Feier der Christen durch öffentlichen Betrieb ihrer Geschäfte zu stören; sie verlieren aber für ihren Erwerb noch ein zweites Sechstheil des Jahres durch die strenge Feier ihrer Sabbathe und Kirchenfcste. Der Nachtheil, welcher hieraus bei den meisten körperlichen Arbeiten entsteht, ist schon an und für sich so bedeutend, daß es für den Juden sehr unvorthcilhaft bleiben würde, sich denselben zu widmen. Eine strenge Beachtung seiner Ritualgesetze macht es dem Juden beinahe unmöglich, an den Mahlzeiten der Christen theilzunehmen. Dadurch wird alle häusliche Genossenschaft