Mannheim
Compact Memory

Sabbath-Blatt · 1842-07-16 · 3 (16.7.1842) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
3 (16.7.1842)
Date
1842-07-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8620046-8635248-8635251--020-8620160
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

M 3 Diese Zeitschrift erscheint wöchentlich einmal, und zwar so, -daß sie zum Sabbüth überallhin versandt sein kann. Der Preis des Jahrgangs isi 1 Th lr. 10 Sgr., ohne Porto-Zuschlag für Preußen. Alle Post-Anstalteu u. Zeitungs-Expeditionen des Zn- und Auslandes nehmen Bestellungen an. a b b d tt. Unter Mitwirkung des vr. 3. L. SaalkchüH, ist. Pred. in Königsberg, herausgegeben von vr. Hermann Sommerfeld, isr. Prediger in Elbing. Mit König!. Preuts. alle rgnä-igtter Concettion. Zn diese Zeitschrift werden Annoncen gegen 1 Sgr. Gebühren für die gespaltene Petit- Zeile oder deren Raum ausgenommen. Briefe bittet man portofrei durch Hrn. E.F. Steinacker in Leipzig oder direct an die ״Buchyandlung von Neumann. Hartmann in Elbing" einzusenden. Zum Sabbath, d. 16. Juli. .(;שבת פ' דברים (ה1ו 9. Ab 5602. בנים גדלתי ורוממתי והם פשעו בי. " Kinder Hab' ich auierpgen und emporgehoben, und nun haben ü'e Lwh wider mich empört. Zesaias 1, 2. lautet das Wort Gottes, welches geschrieben steht in der Haphtorah für den kommenden Sabbath. So weit Israels Name reicht, ertönt am 9ten des Ab die Klage über Jerusalems Untergang, über Zions Fall. Unsere Klage ist gerecht, gerechter noch ist Gott im Himmel, der da spricht: »Kinder habe ich aufgezogen und emporgehoben und nun haben sie sich wider mich empört."׳ Um unserer Sünden willen siel die heilige Stadt m die Hände der Feinde; weil wir das Wort unseres Vaters im Himmel nicht erfüllten, darum sank Ltw Tempel in Staub und Asche. »Entfallen ist die Krone unserm Haupte — ach! daß wir gesündigt ha-- Herr." x) ״Wie? unsere Väter häuften die Schuld, und wir sollen sie büßen!" So sprechen wir, klagen somit unsere Vorfahren an und halten uns für gerechter; murren über die Sünden der Väter, und glauben selbst schuldlos zu sein; blicken verächtlich auf die Vergangenheit, und stellen die Gegenwart höher! — Heißt das Demuth? Ist Das die Gesinnung, die zu dem Trauertage stimmt? Wahrlich! wenn heute Gort von seinem himmlischen Throne ein Wort uns Zurufen sollte, es wäre kein anderes, als ein Wort der Klage und des Tadels. Oder sind wir im Glauben so fest, sind unsere Werke so gerecht, Laß unser Wandel keine Empörung gegen Gottes heilige Majestät ist? Stände heute Jerusalem noch feftgegründet, — würde es nicht untergehen um unserer Sünden willen? Könnte unsere Gerechtigkeit heute den Tempel Gottes schützen, daß er nicht auf« gehe in Feuer und Flammen? So wollen wir denn in Demuth bekennen, daß auch unsere Zeit nicht besser sei, wie die vergangene, daß auch unsere Zeit ihre Schuld in sich trage und derselben Verirrung, ThorheiL und Lieblosigkeit anzrr-- klagen sei, wie die früheren, über welche die Propheten ihre Klagestimme erhoben haben. — Noch ist es nicht besser geworden, als es war. Jerusalem sank in Trümmer wegen des Hochmuths, der Eitelkeit, der Üppigkeit seiner Bewohner. Lasset uns unser Zeitalrer ins Auge fassen, auf die Gegenwart schauen, »lasset uns", wie der Prophet ermahnet,*) »unfern Wandel prüfen und erforschen", so stellet sich ein Zeitgemälde dar, Lessen Farben wohl glänzend sind — aber nicht acht; wohl blendend — aber nicht rein. Prüfet enren Wandel, die ihr euch über die vergangenen Jahrhunderte erhebet, erforschet euer Herz und euer Inneres, ob sich kund thun in euren Worten und Werken der feste Glaube, die unerschütterliche Treue, der Adel der Gesinnung, die Freiheit des Gedankens, das heilige Streben eines zur Gottähnlichkeit berufe- 1) Klagelieder 5, 10. 1) Klagelieder 3, 40.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.