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Sabbath-Blatt · 1842-07-09 · 2 (9.7.1842) · p. Seite 8

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
2 (9.7.1842)
Date
1842-07-09
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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8 selben Augenblicke als Freie gegenüber standen, und denen in der erlangten Freiheit zugleich der Trost für ihren Schaden und ihre Schmerzen wurde, 2. Mos. 21, 26. Wer feinen Knecht also schlug, daß er auf der Stelle starb, wurde als Mörder bestraft 2. Mos. 21,20; denn das allgemeine Gesetz B. 12 lautet: «Wer einen Menschen schlägt, Laß er stirbt, soll den Tod erleiden." Nur wenn der Verletzte noch einen oder zwei Tage lebte, wobei das Gesetz noch bestimmt, daß der Schlag mit einem Stabe, also mit keinem eigentlichen Mordwerkzeuge, geschehen sey, (so daß der Fall mehr ein unfreiwilliger Todtschlag als ein Mord war), dann war nur der Verlust des Sklaven und die Schande, unter einem mild denkenden Volke, die Strafe des Verbrechens, das gewiß nicht unbereuet blieb. Unstreitig kamen solche Verbrechen überhaupt nur sehr selten vor; zu tief hatte der göttliche Gesetzgeber Liebe und Mitleid seinem Volke eingeflößt, gleichwie den Gedanken, daß Gott alle Menschen als seine Kinder betrachte, gleichviel von welchem Volke und welchem Stande sie seien: »Er schaffet Recht dem Waisen und der Wittwe und liebet den Fremdling und giebt ihm Brod und Kleidung. Darum sollt ihr auch lieben den Fremdling, denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Ägypten." 5. Mos. 10, 18. 19. Auch Hiob wendet den Gedanken des Einen Gottes, des Einen Vaters auf das Verhältniß des Herrn zu den ihm Untergebenen an, indem er spricht: »Verachtete ich das Recht meines Knechtes und meiner Magd in ihrer Streitsache wider mich? Was wollte ich thun, wenn Gott aufstünde und wenn Er es untersuchte, was ih.w erwiedern? Hat, der mich bildete, nicht auch ihn gebildet und nicht der Eine auch ihn geschaffen." 31, 13 — 15. Selbst über die Grenzen des Israelitischen Landes hinaus, sollte der wohlthuende Geist des Gesetzes stch bewähren. Zeder Sklave, woher er auch kam, der einem harten Herrn entfloh, war frei, so wie er das Land der Hebräer, den Boden Palästina's betreten hatte. „Liefere den Sklaven nicht aus, der sich von seinem Herrn zu dir gerettet hat. Bei dir soll er wohnen, in deiner Mitte, an dem Orte, den er unter deinen Städten wählen wird, wo es ihm gut ist; du darfst ihn nicht drücken!" 5. Mos. 23,16.17. Wie trübe ist, im Gegensätze zu diesen Bestimmungen, die in dem Sklaven nie den Menschen vergessen ließen, der Hinblick auf die Sklaverei bei den andern alten Völkern, bei denen man die kriegsgefangenen Sklaven den Götzen zu Ehren schlachtete, oder, als wären fle wilde Thiere, (wie bei den Spartanern) Jünglinge, zur Übung, auf sie Jagd machen ließ, oder sie zwang, zur Belustigung des Volkes, mit wilden Thieren zu kämpfen, welches z. B. auch das Loos vieler von den Römern gefangener Israeliten war, überall aber mit tiefer Verachtung und Rücksichtslosigkeit und nicht als Menschen, sondern mehr als Sache, als willenlosen Gegenstand des Besitzes, behandelte! Wie schmerzlich ist ferner der Gedanke, daß noch jetzt, im vier-und-dreißigsten Jahrhunderte nach der Offenbarung jenes göttlichen Gesetzes, daß es noch jetzt eine Sklaverei giebt, und zwar bei Völkern, unter Menschen, die sich Offenbarungsgläubige nennen, und doch so sehr gegen den Glauben an einen Gott der Liebe fündigen, daß noch jetzt Tausende von jenen Unglücklichen, gewaltsam und ohne jedes Recht (nicht einmal das, welches den alten Völkern der Krieg verlieh) von ihrer Heimath, aus ihren Familien, an denen sie auch mit tiefem, menschlichem, ja mit heiligerm Gefühle hängen, als ihre gefühllosen Räuber und Peiniger auch nur ahnen können, daß sie hinweggeraubt, hinweggerissen werden, und wie Waare, ohne jede Rücksicht, daß cS Menschen sind, in Schiffen verpackt, zusammengedrängt, zum Sklavenmarkte gebracht zu werden! — Allmählig aber wird es, wie wir hoffen dürfen, den Bemühungen eines großen, edlen Volkes, das in der Schrift wahrhaft Gottes Wort verehrt, gelingen, diese Schmach der Menschheit zu vertilgen, allmählig wird der vom Sinai leuchtende Strahl der göttlichen Liebe über die Schatten einer düstern und leidenschaftlichen Habsucht siegen! S—z. Bei Neumann - Hartmann in Elbing ist erschienen u. durch alle Buchhandlungen des Inu. Auslandes zu haben? Biblische Erzählungen mit Nutzanweisungen und Sprüchen. Don vr. H. S o m m e r f e l d, ist. Pr. in Elbing. Pr. 10 Druck und Verlag von Neumann-Hartmann in Elbing.

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