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Sabbath-Blatt · 1843-06-24 · 25 (24.6.1843) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
25 (24.6.1843)
Date
1843-06-24
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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99 allen Leidenden zu wenden seinen Gnadenblick, auf daß sie nicht untergeben in ihrem Schmerze, sondern kräftig und gestärkt bleiben in der Hoffnung auf den ewigen Morgen. Amen. (8-f-a.) - - Unruhen Ln Marokko bei dem Regierungsantritt Mulei Jesidö. (Schluß.) Die Schreckensnachrichten vermehrten sich von Lag zu Tage. Den Kaid von Tetuan hatte der König sammt sei״ neu drei Schreibern zum Lode verurtheilt, weil er die Iuden nicht gezwungen hatte, ihm zur Zeit seiner Noth behülsiich zu sein. Gegen Schlomo Ehassan, Len spanischen Vice-Consul, — höre Leser und zittre! — hatte man die falsche Anklage erhoben, daß er dem Festungskemmandanten von Ecuta die Absicht des Königs, die Stadt zu delagern, verrathen habe. Und am Sabbathtage ward er vor seiner Hausthüre in Gegenwart seiner ganzen Familie (׳so wollte es des Königs Beseht) aufgehängt, bis ihm die Ein-- geweide aus dem Leibe kamen, die er verzehren mußte. Nach drei Tagen erst starb er unter 'gräßlichen Schmerzen — er war unschuldig hingerichtet worden. — Nachdem der König seine Pfeile getränkt in dem Blute der armen Unschuldigen, nachdem ec gänzlich zerstreut das heilige Volk in Tetuan, ging er nach Tangia. Der spanische Resident hatte mir seiner ganzen Familie schon früher die Flucht ergriffen, und für sein Leben mußte der Kaid der Stadt mit Len Scinigen büßen. Den Iu- Len ward eine beträchtliche Geldbuße aufgelegt, die sie innerhalb dreier Tage in den königlichen Schatz abliefern sollten. Und so lange wurden sie ohne Schonung von Len Beamten geschlagen, bis sie all ihr Hausgeräth verkaufen mußten, um seine Habsucht zu befriedigen, und in der größten Nothdursl zurückblieven.- Hierauf ging der König nach Rabad, und in der ersten Wuth gab er all die Habe des R. Schlomo Davila der Plünderung preiß; nicht Faden noch Schuhriemen blieben übrig.-Grimm, Zorn, Unglück und all» böse Dämonen bahnten vor ihm den Weg, und gingen ihm voran nach Mikenes. Wie er seine Hände ausstreckte, ץ eilten sie zu verderben, und auch der Unschuldige war nicht sicher. Gesättigt werden kann die Unterwelt und die Hölle, aber unersättlich war sein Zornblick, die Schuldlosen zu vertilgen und dahinzuraffen die nichts verbrochen halten. Seine erste Zornrsäußerung traf Las Haus des Chazan Vocha, zerstörte es sammt Holz und Gemäuer, und verzehrte alles rings umher, wie der Ochse das Gras des Feldes wegfrißt. Im ersten Schrecken entflohen seine Frauen und seine Hausgesinde, er selber aber ward er-- griffen. Unterweges theilten ihm die Häscher ihren Rath mit und sagten: so Lu dich nicht dadurch rettest, daß du unfern Glauben annimmst, mußt du sterben. — Vocha aber wollte nicht darauf hören, sondern heiligte Len Herren Israels; nicht wie Elijahu that er, der Körper und Seele ins Verderben gestürzt hatte, nicht wie Attal, der sich vergebens zur Bekehrung bereit erklärt hatte — Vocha sprach keine Lästerung gegen Gott aus. Er neigte seine Schulter dem Joche und sprach: Gott ist gerecht, meine Sünden haben Ließ herbei geführt, und ich habe den Tod verdient. Gern will ich sterben; wie könnt' ich auch leben, und das Unglück mit ansehen, Las mein Volk betrifft! wie könnt' ich den Untergang meiner Familie überleben? — Da er zum Könige geführt wurde, redete ihn Dieser in seinem Zorne an: ha, Halsstarriger, habe ich dich nun, du mein Feind und Oberhaupt meiner Gegner! bist du nicht der Rathgeber meines Vaters gewesen, mir bei ihm zu schaden? Hast du mich verderben wollen, so verderbe dich mein Zorn am heurigen Lage. Führt ihn zum Feuertode. Diese Nachrichten machten Alle verzagen, und die Bewohner von Mogador fürchteten, das Unglück der An- Lern werde der Vorbote ihres eigenen sein. Bei Verleu ward die Anhänglichkeit an ihren Glauben von der Furcht besiegt und sie bekehrten sich zum Mohamedanismus. An dem gewöhnlichen Unglückstage, einem Freitage, kam ein Bote von Mikenes mit einem Schreiben des Königs an den Kaid, welches nach beendigtem Gebete auf dem Maschuar vor allem Volke vorgelesen ward. Es lautete: von den: Flusse Tetuaus bei Mikenes, das ganze Land der Pelischtim und alle Bewohner des Meerusers haben dem Muter Jesid als König gehuldigt. Diesem Beispiele sollen alle Völker, die in dem Reichs Marokko sind, folgen, und die sich dessen weigern, mit dem Tode bestraft werden. Die Recht- und Handelsverhältnisse bleiben ungestört und ohne Änderung, bis der König selbst kommen oder weitern Befehl senden wirv. Bis dahin sollen auch die Juden in ihrem Zustande verbleiben, und wie in srüherer Zeit behandelt werden. vwivvmvwmw« Die beiten Freunde. Seiten einst zwei edle Greise, Hochberühmt in gleicher Weise In dem' engsten Seelenbund; Beide weise, fromm und bieder,

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