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Sabbath-Blatt · 1843-05-27 · 21 (27.5.1843) · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
21 (27.5.1843)
Date
1843-05-27
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 balgebirges die freiere Aussicht nach dem Meers, doch glaubten wir Las jenseit gelegne Gebirge von Kolzüm, die alte Wohnstätte der Ägyptischen Anachoreten und ganz nahe neben dem Gipfel des Katharineuberges, von West in Süd das Gebirge Agarib (in Ägypten) zu bemerken. Weiler von West nach Süd stellt sich, wie eine von der Mittagsson ne erleuchtete Wetterwolke, der dunkelfarbige, zackige Katharinenberg vor Las Auge Hin und lasset hier nichts Andres sehen als seine Felsengiebel, welche noch um ein Bedeutendes höher über das Meer ragen, denn der Sinaigipfel» Wenn man noch weiter vom Katharinenberg zur Linken oder von West nach Süd sich wendet, bemerkt man die südlichen Ausläufer des Om Schomar, des Gebirges in dessen Jnnrem, wie die Beduinen dieses dem Reisenden Burkhards versicherten, zuweilen ein Laut, wie von fernem Donner vernommen wirb; ganz in Süden erhebt sich der Gipfel des Mahalaberges; ihm zur Rechten wie zur Linken sieht man das Meer, welches die südliche Spitze Der Halbinsel umgränzt. Auf der rechten Seite verliert sich die Aussicht gränzenlos im Spiegel des Gewassers, auf der linken aber erscheinen Berghöhen der Arabischen Küste, am Ras Fartak und an der Insel Tiran; weiterhin von Süd gen Ost hemmen wieder die' diesseits Nebeky, auf der Halbinsel gelegnen Höhen die Aussicht nach dem Meere hin. Öfters zeigen sich nach dieser Richtung Streifen von Wüstensand, welche den Anschein einer Wassersiäche tragen, dann folgen wieder Berge, in der Richtung von Jethros Vaterlande, dem alten Midian. Noch weiter von Ost gen Nord werden an einigen Punkten der Meerbusen von Attaka, ganz in Norden die sandigen Höhen der Wüste el Lih erkannt. Während die eben genannten Punkte Die äußerste Gränze des Gesichtskreises andeuten, sehen wir näher am Berge, gegen Westen hinab ins Thal Erbain, von West nach Süd in das breite Wadi Sebaye oder Sbahiah, dann weiter in Süd und von Süd nach Ost den Menegada Musa r den Huthberg, auf welchem Moses die Schafe seines Schwiegervaters Jethro hütete; in Ost und von Ost nach Nord die Felsenhöhen des Epistemiberges; von Nord nach West die jenseitigen Wände des Bostanthales, von welchem ich, so wie von allen diesen näher gelegenen Punkten, nachher noch reden will. Uns beschäftigte jetzt, nachdem wir uns länger als eine Stunde an der Aussicht erfreut hatten, diesseits des leidlich Näheren ein leiblich Nächstes. Der gute Prior, nachdem er mehrmals uns alle augenfällige Gegenstände des Panoramas genannt und erläutert hatte, saß da im Schatten des kleinen, halbzerstörten Christenkirchleins; neden ihm standen die Beduinen, mit den an einem Quell des Bergabhanges gefüllten Wasserkrügen und mit allen andren fiüssigen und festen Lebensvorräthen; es war Alles zur Mittagstafel bereit. Unser Lisch war eine Platte von weißem Marmor, aus der zerstörten Kapelle der he!- \ ligen Helena; als Voressen und Nachcssen gab es Brod [ mit trefflichem Ziegenkäse und Brod mit gesalzenen Fischen,! zum Getränk Wasser aus dem Quelle, an welchem einst j Moses und Elias sich erquickten, und Racki aus Den Früchten der Datteln. Der gesunde Mensch empfindet schon bei jeder alltäglichen Sättigung seines Hungers etwas von dem Bewegen jenes Lebensstromes, der sich mit magnetischer Kraft durch die ganze Sichtbarkeit ergießt und Alles erfüllt mit Lust und Wohlgefallen; bei diesem Mahle auf der Felsenwarte Des Sinai, hatte sich der magnetische Strom, der Las Bedürfniß zu seiner Sättigung hinführt, in das Gewand einer Lust und Wonne gekleidet, welche von mehr als leidlicher Art und Natur ist. Nach dem Essen besahen wir uns noch etwas genauer Die kleinen Gebäude des Berggipfels. Die Mofchee, aus Werkstücken, wie eS scheint, eines schon hier vorhanden gewesenen christlichen Gebäudes errichtet, steht noch ganz wohlerhalten da, denn die Christen haben Dieses Obdach eines fremden Glaubens weder zerstören dürfen noch wollen; anders aber sieht es mit der gleich gej. genüber liegenden Christenkirche aus, welche von Der Moc schee nur wenige Schritte entfernt und durch einen Fel- [ senabsatz geschieden ist. Daß neben der noch jetzt Lastehenden Mosiskapelle oder an ihrer Stelle in älterer Zeit eine Kirche müsse vorhanden gewesen sein, welche durch Form und Material von andren, reicheren Erbauern zeugte als später die armen Mönche waren, Las wird an Den prachtvollen Resten der Gesimse und Säulen aus weißem Marmor erkannt. Kaiser Justinian und seine Gemahlin Theodora, so wie lange vor ihnen die fromme Kaiserin l Helena hatten auch diese Stätte mit Werken der Byzanti- ן nischen Baukunst ausgestattet, welche, so fest auch Der « Grund war auf Dem sie stunden, dennoch dem zerstörenden x Ungestüm der Äraber erlagen. Wollten die Beduinen, in ן ihrer erst durch Mehemed Ali gebändigten Feindseligkeit, f doch nicht einmal die kleine, bescheidne Christenkapelle der . spätern Zeit neben ihrer Moschee dulden und noch zu i!; Burkhards Zeiten hatten die vom Towara - Stamme oftere Zerstörungen daran verübt, abgesehen von Len Nachgrabungen, die sie beständig unter Len Grundsteinen des E Gebäudes anftellten um die, nach ihrer Meinung, hier l verborgenen Gesetztafeln des Moses aufzufinden. Gleich! unterhalb der kleinen Moschee findet sich eine in den Fels gehauene Cisterne, zum Auffangen des Regenwassers. (Fortsetzung folgt.); Synagoge in Elbing: Sonnabend, den 27. Mai, beginnt die Predigt gegen H Uhr Vormittags. Druck und Verlag von Nrumaua-Hartmann in Elbing.

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