Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 20 (20.5.1843)
- Date
- 1843-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 20 Drcic Zcuschrift erscheint wöchentlich einmal» und zwar so, daß sie mit der Post zum Sabbaty überallhin versandt sein kann. Der Preis für Vas halbe Jahr ist 20 Sgr., ohne Porto - Zu- Ichlag für Preußen. Dieicnigen Abonnenten, wclche wünschen, daß ihnen das Blatt von der Post Sab-bath - Alatt. Unter Mitwirkung des vr. 2. f. Saalschutz, ist. Pred. in Königsberg, herausgegeben von I)r. Hermann Sommerfeld, isr. Prediger in Elbing. Mit Äönigl. Preuss. allergnädigster Concettion. in's Haus geschickt werde, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesey« tes Bestellgeld an das Post. Amt. Alle Woyllöbl. Post. Anstalten und Zeitungs- Expeditionen des In- und Auslandes nehmen Nestellangen an. — Außerdem kann das Sabbath - Blatt auch durch jede Buchhand» lung bezogen werden. Zum Sabbath, d. 20. Mai. *שבת פ" בחר סיני 20. Ijar 5603. Nächstenliebe. Sßu einer Zeit, als unter allen Völkern noch Blutrache, Grausamkeit und Lieblosigkeit herrschte, da trat schon das mosaische Gesetz mit dem Gebote: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ג) hervor. Es ist unendlich beglückend für den Israeliten, es zu wissen, Laß in seinem von Gott gegebenen Gesetze Das Gebot der Nächstenliebe zuerst ausgesprochen wor-- den. Die Flamme der reinsten Nächstenliebe leuchtete zuerst auf Sinai, und die spater» Gesetzgeber und Religionslehrer, welche das Gebot der Liebe ihren Völkern verkündeten, haben von jenem ewigen Feuer geborgt. Das ist des Israeliten Stolz, daß in seinem Gesetze nicht nur die Pflichten gegen Gott, sondern auch diejenigen Pflichten, die ein Mensch dem andern schul- Lig ist, geboten werden; — und kein Pflichtgebor ist ausgelassen, vielmehr bis ins Einzelne gehend, ist jeder Berücksichtigung Erwähnung gethan, die ein Mensch dem andern gewähren sott. So sagt der Talmuds) »Anfang und Ende des Gesetzes ist: das Gebot der Liebe." Znsonders ist unser heutige Wochenabschnirt » '3. Mos. 25 — 26, 3.) reich an Geboten in Bezug auf insere Mitmenschen. Wir heben aus diesen nur Eires hervor: 1) 3. Mos. 19, 18. 2) sota 13, b. תורה תחלתה גמילות חסדים וסופה ג" ח". Nenn dein Lruder verarmt, und keine Hanfinket neden -ir, to unterstütze ihn, er tei Fremdling oder Einheimischer, dats er lebe mit dir." 3.Mvs.25.35. Dein Bruder steht, so wie du, auf der Sonnenhöhe des Glückes. Du gönnest ihm sein Glück, und hast deine Freude daran, daß der Segen Gottes sich knnd thut in Deines Bruders Hause. Du bist selbst von Gotr mit Gütern aller Art gesegnet, thcilest die Freuden einer ruhigen, sorglosen Lebensweise mit deinem Nächsten, bist Zeuge der Feste, die er in seinem Hause giebt, so wie er nicht in deinem Kreise fehlet, so oft dein Hans von Frohsinn erfüllt ist. Auch so oft eine leichte Wolke des Kummers auf Deines Freundes und Bruders Stirn zu lesen ist, beeilest du dich, ihn zu beruhigen und zu trösten, so wie auch er es für seine Pflicht hält, dir überall mir Nach beizustehenz und durch freundlichen Zuspruch eine düstere Laune, die sich etwa deiner bemächtigt, zu verscheuchen. Die Welt hält euch für Menschen, die' für einander ein liebendes Herz im Busen tragen. Da ereignet es sich, daß dein Bruder neben dir verarmt, sein Vermögen abnimmt und seine Verhältnisse sich ungünstiger gestalten. Nicht'durch eigne Verschuldung, nicht Lurch Mangel an Thätigkeit und Umsicht, sondern durch des Glückes Wechsel, durch uttvermnthete Ereignisse, Lurch unglückliche Züfälligkeiten scheitern alle seine Pläne, mißlingen alle seine Unternehmungen, und immer tiefer sinkt der Stem seines Hauses. Dein Nächster steht dir nicht mehr gleich, er ist verarmt, — du bist noch begütert, wie Du warst. Sein Haus schattet nicht mehr wieder von