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Sabbath-Blatt · 1843-05-06 · 18 (6.5.1843) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
18 (6.5.1843)
Date
1843-05-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 18. Diele Zeitschrift erscheint wöchentlich einmal, und zwar so, daß sie mit der Post rum Sabbaty überallhin versandt sein kann. Der Preis für das halbe Jahr ist 20 Sgr., ohne Porto - Zulchlag für Preußen. Dieicnigen Abonnenten, welche wünschen, daß ihnen das Blatt von der Post alrt» at Unter Mitwirkung des Or. X L. Saalschutz, ist. Pred. in Königsberg, herausgegeben von Dr. Hermann Sommerteid, isr. Prediger in Elbing. Mit König!. Preuts. allergnädigtter Loncettion. in's Haus geschickt werde, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesey« tes Bestellgeld an das Post, Amt. Alle Wohllöbl. Post. Anstalten und Zeitungs- Expeditionen des In- und Auslandes nehmen Bestellangen an. — Außerdem kann das Sabbath - Blatt auch durch jede Buchhand« lung bezogen werden. Zum Sabbath, d. 6. Mar. פ, כןדוש־־ם. 6. Ijar 3603. Ehrfurcht gegen das Alter. \)or einem grauen Haupte sollst du ausstehen und das Ängeticht der Alten ehren. Beweise Gottesfurcht, 3ch bin der Ewige. 3. V. Mos. Kap. 19 v. 32. s giebt wenige Tugenden, die so wichtig und heilig, so tief der Ahnung unserer eignen Natur entsprechend, und von einer so außerordentlichen Rück- Wirkung auf die Entwickelung unseres Lebens sin-, als die, welche unsere Tertesstette uns gebietet — Achtung des Alters. Jahre nach Zähren entschwin- Len dem Jüngern, einen Schritt nach dem andern vollbringt er^nf dem Wege seines Lebens, aber die ganze Bedeimrug, *die heilige Gesammtheit unseres Daseins bleibt ihm verflossen. Er ist ja nur erst auf dem Wege zu ,seimr Höhe, wie sollte er diese überschauen können/ er thut ja nur erst einen baugen ahnenden Blick in seine-Zukunft, wie sollte ihm diese schon klar aufgegangen sein'? Die wechselnden Schicksale, die der Jüngere erlebt, der Schmerz, die Lust, die er erfahren, sie haben sich noch nicht zu einem Gcsammtbi!Le des irdischen Daseins vereinet, er stehet noch zu sehr unter ihrem nächsten Einflüsse, um ihre wahre Bedeutung, um ihr Verhältniß zum Ganzen begreifen, abwagen und würdigen zu können. Und damit uns Lies nun möglich werde, damit wir über di- Stunde, die uns bewegt, nicht das halbe Jahrhundert vergessen, das uns bevorstehet und die Ewigkeit, die uns dann erwartet, dazu ward uns auch der Anblick der Greise gegeben, die in ihren ehrwürdigen, vielfach mahnenden Gestalten an uns vorüberwandeln. Denn das Leben selbst in seinem ganzen, heiligen Ernste, mit dem ganzen wunderbaren Wechsel seiner Erscheinungen, das Leben selbst gleichsam stellt sich in diesem greisen Haupte uns Lar, und die Zukunft, der wir erst entgegen wandeln, die Lust des Daseins, mit all ihrem vielfältigen Glanz ist an dem Alter längst vorübergegangcn, die irdischen Leidenschaften haben in diesem Herzen seit lange ausgctobt; was uns begeistert und entzückt, was uns überrascht und verwirrt und als ein Unerhörtes uns in Erstaunen setzt, das haben die Alten längst erfahren und »unter der Sonne giebt es für sie nichts Neues" mehr, deren Blick sich schon mehr jenen Höhen zuwender, die über der Sonne sind. Die Jüngeren zwar wenden sich vom Alter ab, und sprechen: es verstehet uns nicht. Aber es derstehet sie wohl und wird von ihnen nur nicht verstauden. Es stimmt nicht laut ein in den Jubel eurer Freuden und kaum ein Lächeln gewinnt ihr ihm ab mit eurer Schilderung von des Lebens Herrlichkeiten. Denn es weiß, was ihr nicht ahnet im Augenblick, da eure Seele trunken ist, cs weiß, daß der Rausch des Entzückens nicht lange Lauert und Laß der glänzende Schein des Glückes oft nur Lüge ist, die sein wahres Maß ungebührlich übertreibt. Und ferner, was euch im tiefsten Schmerze ergreift und fast verzweifeln läßt an aller Hoffnung, der Greis verril'mmt's und räth euch, ruhig euch zu fassen.

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