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Sabbath-Blatt · 1843-03-04 · 9 (4.3.1843) · p. Seite 36

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
9 (4.3.1843)
Date
1843-03-04
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 kümmern, ob dieselben Eigenthum der Überzeugung und des Herzens geworden sind, und uns etwa dennoch einbil«- den, wir hätten das Unsrige gethan, und uns träfe keine Verantwortlichkeit wenn das aufwachsende Geschlecht statt Liebe zur Religion, Unwissenheit, Widerwillen und Verachtung mit ins Leben nimmt? Wie? wir hätten dann unsere Pflicht gethan, wenn wir mit der Gewißheit, mit den ernst mahnenden Beweisen, Laß der alte Weg, weil Alles sich umgewendet, nicht mehr zum Ziele führe, wenn wir ihn gleichwohl immer wieder von Neuem einschlagen, ohne uns darum zu kümmern, ob die, die wir leiten sollen, uns folgen? Wir könnten uns wirklich in unserm Gewissen beruhigen, wenn wir, unter solchen Umständen, uns nicht nach neuen Mitteln umgesehen, auf den Geist und das Gemüth der aufwachssnden Generation zu wirken, und jene Innigkeit der vormaligen häuslichreligiösen Erziehung durch die Innigkeit, durch die richtige Berechnung, durch die moralische, überzeugende Kraft unserer pädagogischen Erziehung zu ersetzen? — Wollen wir aber dies, so müssen wir den Geist unserer Zeit kennen, wir müssen uns nicht abgeschlossen und isolirt haben, wir müssen wissen, was in dem Gemüthe unserer Jugend vorgehet, wir müssen die ganze Weise und den ganzen Umfang ihrer anderweitigen moralischen und wissenschaftlichen Bildung kennen, mit allen ihren Triebfedern und Erfolgen, mit allen ihren möglichen Verirrungen und Gefahren, wir müssen Hunderte von aufwachsenden Menschen beobachtet haben, um zu wissen, in welcher Weise diese oder jene Idee, so oder so angeregt, auf ihr Leben, es geistig gestaltend, einwirke, um zu wissen, was wir dem Knaben und dem Jünglinge, dem Mädchen und der Jungfrau sagen müssen, und wie wir es sagen müssen, Daß das Wort nicht verhalle, sondern zur Erkenntniß, zur Überzeugung des Lebens werde, damjt sie lernen, wie die Schrift sagt, wie man den Ewigen ehrfürchte, und das Gelernte dann auch weiter verbreiten, — ,4\שר ילמללן ליר^ך אתי״״״״ו^ת ברכיהם ילמרון. und wenn wir nun also thun und bei jedem Schritte mit sorglicher Gewisssnhaftigkeit uns wohl bedenken, und wenn wir uns nun einerseits bemühen, unsere Jugend in religiösen Dingen von einem hochmüthigen Raifonniren zurückzuhalten, das auch über Las Wichtigste leicht hinweggehen will, und sich darüber stellt, anstatt sich ihm zu unterwerfen, — anderseits uns aber auch nicht verhehlen, daß zur Liefe der Empfin- Dung, zur Festigkeit der Überzeugung nur Erkenntniß führen kann und daß wir schon Vieles begriffen haben müssen, um die Möglichkeit, auch eines für menschliche Einsicht Unbegreift lichen zu fassen — dann können wir uns sagen, daß wir das Unsrige gethan und, das Übrige Gott überlassend, von seinem Segen das Beste erwarten.- 8 — z. Lesefrücht e. [Berlin,] Das Ministerialblatt enthält folgende »Verfügung an die Königl. Regierung zu Vromberg, die Niederlassung jüdischer Handwerker in der Provinz Posen betreffend, vom 7. November 1842": »Da der in dem Berichte Der Königl. Regierung vom 13. v. M. erwähnte jüdische Schneider Ff. zu G., obwohl demselben, als Juden aus Dem Großherzoglhume Posen, keine Militär-Verpflichtung oblag, dennoch freiwillig Dienste genommen und bei dem stehenden Heere, wie bei der Landwehr, solche abgeleistet, auch sich dabei die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erworben hat, so ist es nicht nur der Billigkeit angemessen, sondern entspricht selbst Len Allerhöchsten Absichten, Hm sein Fortkommen möglichst zu erleichlern. In Betracht Lessen, und Da außerdem gegen Die Moralität des rc. Ff. sonst nichts angeführt worden, die Frage aber, ob er in Bromberg sein Fortkommen finden werde — eine Frage, die bei einem sich in dortiger Stadt neu etablirenden christlichen Schneider gar nicht aufgeworfen werden würde — ihm selbst zur Beantwortung zu überlassen ist, wird dem re. Ff., in Gemäßheit der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 8. Juni 1834., hiermit zur Niederlassung in Bromberg die erforderliche Ministerial- Konzession ertheilt. Hiernach hat die Königl. Regierung sowohl den rc. Ff., als die Sradtbehörde zu Bromberg, zu bescheiden. Berlin, den 7. November 1842. Ministerium LeS Innern. Erste Aötheilung. v. Wedell." Dis Allgem. Wiener Theaterz, vom 31. Dec. meldet aus Lemberg vom 17. Dec., Laß im grast. Skarbekscheu Theater daselbst ein Quodlibet »Die Feier des Wohlthuns" zum Besten der vom Kriegskommissär Schießler daselbst gegründeten ersten israelitischen Kleinkinderbewahranstalt auf Veranlassung des wackern Begründers aufgeführt und zahlreich besucht worden sei. Anzeigen. In diese Zeitschrift werden Annoncen gegen 1 Sgr. Gebühren für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Dießfällige Briefe bittet man portofrei durch Herrn E. F. Steinacker in Leipzig oder direct an di« Buchhandlung von Neumann-Harrmann in Elbing einzusenden. Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: Vas Leben der Patriarchen. Erbauungstchrikt kür gebildete Ifraelilen von Dr. Hermann Soinrnerteld, Prediger bei der Zsr. Gemeinde zu-Elbing. (Festgabe.) Druck und Verlag von Reumann-Hartvranu in Elbing.

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