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Sabbath-Blatt · 1843-02-11 · 6 (11.2.1843) · p. [Seite]

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
6 (11.2.1843)
Date
1843-02-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 6. Tncse Zeitschrift erscheint wöchentlich einmal, und zwar so, daß sie mit der Post zum Sabbat» überallhin versandt sein kann. Der Preis für das halbe Zahr ist 20 Sgr., ohne Porto - Zuschlag für Preußen. Die- »enigen ״Abonnenten, welche wünschen. Laß ihnen das Blatt von der Post ablrath -Statt. Unter Mitwirkung des vr. 2. L. Saal ich üh, isr. Pred. in Königsberg, htrauSgegeben von vr. Hermann Sommerkeld, isr. Prediger in Elbing. Mit Aönigl. Preuts. allergnä-igtter Eoncettion. in's Haus geschrckt werde, zahlen dafür 2 Sgr. s Pf. halbjährlich als festgeseytes Bestellgeld an das Post» Amt. Alle Wohllöbl. Post- Anstalten und Zeitungs- Expeditionen des In- und Auslandes nehmen Besteilungen an. — Außerdem kann das Sabbath - Blatt auch durch jede Buchhand« lung bezogen werden. Zum Sabbath, d. 11. Februar. .M2N '2 שגת 11. Adar 5603. Der Priester. «And Aharon trage Las Recht der Linder Israel aut seinem Herren vor Gott bettändiglich. 2. Mos. 28, 30. ^Iharon war ein Priester Gottes. Seine Pflicht war es, das Recht der Kinder Israel auf seinem Herzen zu tragen. — Es ist heute nicht mehr, wie es einst war in alter Zeit. Es stehen die Priester nicht mehr opfernd und räuchernd vor dem Altäre des Herrn. Aber giebr es nun keine Priester mehr in Israel? Wohl Hiebt es noch Abkömmlinge Aharous, die als Solche hin und wieder einen Dienst verrichten im Heiligrhume, aber der heilige Sinn, der mangelt ihnen, und ihr Dienst ist äußere Form geworden. Oder sind das die wahren Priester in Israel, welche ängstlich jede Form bewachen, und den Kern von der Schate nicht zu unterscheiden wissen, die das Licht scheuen und im Dunkeln ihr Wesen treiben, die jedem Fortschritte, hindernd in den Weg treten, und die sich deshalb die Frommen nennen und sich für die Erhalter des Gesetzes ausgeben, weil sie jeden freien Gedanken, jede freie Forschung verbieten und verdammen? — Wahrlich, das sind nicht die wahren Priester, die wahren Diener Gottes. Aber auch diejenigen , deren Geist zwar durch das Licht der Vernunft erleuchtet ist, die zwar auf der Höhe der wissenschaftlichen Bildung sichen, die auch die Redner sind im Volke, und in wohlgeformtett Reden zu den Gemeinden sprechen — auch diese sind nicht die wahren Priester, wenn sie nicht das Recht der Kinder Israel auf ihrem Herzen tragen. Nicht das Kleid, und nicht die Benennung, nicht der äußere Schmuck und nicht die äußere Würde bilden den Priester, sondern der glühende Eifer, für das Recht der Kinder Israel zu kämpfen und zu streiten, die Alles hingebende, Alles opfernde Liebe für das Wohl der Brüder, — das ist das Zeichen des Priesters, des wahren Gottesdieners. Darum, die ihr euch Rabbiner, Lehrer, Gottesdiener, Priester oder Prediger nennt, die Venennung sei euch gleichgültig! nur das sei euch heilig und wichtig, daß ihr das Recht der Kinder Israel auf eurem Herzen traget. Und welches ist das Recht des Israeliten? Kein besonderes, kein einzelnes Recht, kein Corporationsrecht, kein Vorrecht — nur Menschenrecht, nur das Recht, worauf alle Kinder eines Vaters und Schöpfers Anspruch machen können und dürfen. Als aber der Schöpfer Menschen schaffen wollte, da sprach Er: »Lasset uns Menschen bilden in unserm Bilde, nach unserer Ähnlichkeit." Somit ist der Mensch im Ebenbilde Gottes geschaffen; Gott aber ist das freieste Wesen, mithin ist auch der Mensch zur Freiheit berufen, er hat ein Recht frei zu sein, uud Pflicht ist eS eines jeden Menschen, auch nicht einen Zoll vom Gebiets feines Rechtes abzutreten, auch nicht einett Fuß breit von

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