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Sabbath-Blatt · 1843-01-28 · 4 (28.1.1843) · p. Seite 14

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
4 (28.1.1843)
Date
1843-01-28
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 noch nicht gesehen und gehört haben, was du bestimmt glaubst, gesehen und gehört zu haben. Darum, wo du kannst, halte deine Zunge zurück vom Schwure, gieb lieber einen Vortheil auf und schwöre nicht, denn der Mensch ist schwach, und dein Gedächtniß kann trügen. Und wo die Sinne tauschen können, da willst du Gottes Strafgerichte mit eigenem Munde auf dich herabrufend da willst du reine unsterbliche Seele auf's Spiel setzen? Darum wohl dir, wenn du, auch bei einer gerechten und untadelhafren Sache, dennoch vom Schwure zurücktrittst, und nicht aussprichst den Namen des allheiligen Gottes. — Wenn es schon wünschenswcrth ist, daß du selbst in einer wahrhaften Sache nicht schwörest — wie groß muß da die Sünde sein, wenn du den Namen Gottes bei einer Lüge auszusprechen wagst! Als der Herr auf Sinai das Gesetz gegeben, da ward Götzendienst, Meineid, Diebstahl, Ehebruch, Mord, Verläumdung und böses Gelüste verboten! Bei dem Verbote des Meineidcs stehet der Zusatz: denn Gott wird nicht ungestraft lassen den, der seinen Namen bei einer Lüge ausspricht. Kein Verbot erhält den Zusatz der ausdrücklichen Strafandrohung, nur das Verbot des Meineides. Daraus lerne nun, daß Gott jede andere Sünde verzeihet, wenn der Sünder sich gebessert hat, daß aber der Meineidige nie und nimmer Verzeihung erlangen kann, sondern der zeitlichen und ewigen Strafe verfallen ist. Wehe dem, dessen Seele mit einem Meineide belastet ist! Nie und nimmer kann er Ruhe und Fricden finden, die Stimme des Gewissens spricht unaufhörlich in ihm, keine Betäubung kann sie zum Schweigen bringen. --Du hast den allheiligen Gott beleidigt und seiner Allwissenheit gespottet; diese Sünde findet keine Verzeihung!" Dies ist der Weheruf, den der Meineidige hören muß bis an sein Ende. Und wenn sein Ende nahet, da erreicht die Seelenangft den höchsten Gipfel, denn der Mund, welcher den Namen Gottes entheiligt hat, kann nicht beten, nicht um ein sanftes Ende bitten. So hört die Pein nicht auf, denn der Wurm, der am Herzen nagt, stirbt nicht, und das Feuer, das im Busen brennt, erlischt nicht; (Jesaias, 66, 24.) und so der Mensch gestorben, das Gewissen lebet fort, und tritt auf als unbestechlicher Kläger vor Gottes Thron am Tage des Gerichts. — D'rum hüte deine Zunge, öerß dein Gewissen dich nicht verklage vor Gott. Fürchte Gott und ehre seinen heiligen Namen! Amen. (s-r-ä.) •׳־׳ ״ Ächte Weisheit. Eine herrliche Stelle im Hiob (Kap. 28). Wohl gicbt's für Silber einen Schacht Und einen Ort, wo man, läuternd, Gold gewinnet. Eisen wird dem Staub entnommen Und ehern ergießet fich der Stein. Obgcsiegt hat man der Finsterniß, Zu seinem Ziele drängt man überall Durch Stein, Lurch Nacht und Todesgrauen. Obschon, bricht vor der Wafferstrom, Von dort, wo er sich zusammenhielt *) — Sie, denen ihre Füße treulos wurden, Sie sind verloren, Weit von den Menschen schwinden sie hinweg! — Die Erde — ans ihr kommt Speis' hervor, Doch unter ihr — da ist's wie Feuer gewandelt. Des Saphirs Fundort — ihr Gestein, Und Staub — da ist das Gold darinnen. Den Pfad, ihn kenne: nicht der Aar, Nicht erspähete ihn das Auge des Falken, Es betrat ihn nicht das stolze Wild, Nicht ging einher auf ihm der Leu! An den Kiesel hat man Hand gelegt, Umgekehrt, von Grund aus, Berge; Durch Felsen brach mau Strömen Bahn Und jedes theure Gut hat man mir dem Aug' erspähet; An der Quellen - Thrane hemmet man die Flüsse, Und das Verborgene ziehet man ans Licht! — Allein die Weisheit — wo wird sie gefunden? Und wo ist die Stätte der Erkenntniß? Es weiß der Mensch nicht ihre Schatzung Und nicht wird sie gefunden im Lande der Lebenden. Der Abgrund spricht: Nicht in mir ist sie, Und das Meer spricht: Sie ist nicht bei mir. Es Hilst nichts, Schätze für sie zu bieten Und Silber darzureichen, als ihren Kaufpreis. Sie wird nicht gewogen um Ophir'sches Gold, Und kostbares Gestein um Saphir. Nicht Gold, noch Helles Glas kommt ihrem Werth gleich, Nicht um Geräth vom reinsten Gold vertauscht man sie. 1) Ueber diese schwierige Stelle erfolgt nächstens eine Bemerkung. '

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