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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-07-01 · 7 (Julio, 1968) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
7 (Julio, 1968)
Date
1968-07-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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JULIO 1968 BOLETIN INFORMATIVO 21 DIE JUDEN IN IHREM LAND Die Geschichte des Volkes Israel von den Anfaengen bis in unsere Zeit. Herausgegeben von David Ben Gurion. Arena- Verlag Georg Popp, Wuerzburg. 1. Auflage 1967. Gleichsam zum 20. Geburtstag Israels wurde die deutsche Ausgabe eines Werkes vorgelegt, fuer das David Ben Gurion, Israels grosser alter Mann, verantwortlich zeichnet. Der Verlag Aldus Books Ltd. London hatte das Buch in englischer Sprache herausgebracht. Es reicht in seinen sechs Teilen mit vielen Illustrationen, Kartenskizzen und Faksimilewiedergaben von 1200 v. Chr. bis zur heutigen Zeit. Der Staatspraesident Israels, Zalman Shazar, hat das Buch am besten gewuerdigt, wenn er im Vorwort sagt: “Die Eigenart dieses Buches besteht darin, dass es die Geschichte der Juden innerhalb der Grenzen Palaestinas zusammenhaengend abhandelt. Es berichtet sowohl von der Periode der Unabhaengigkeit, in der das Volk jene einzigartige Kultur schuf, die zum festen Bestandteil der Menschheitsgeschichte wurde, als auch von der spaeteren, in der Fremde ueber das Land herrschten und die juedische Bevoelkerung nur noch aus spaerlichen Resten bestand; und es spricht schliesslich von den ersten Wellen von Juden, die aus der Zerstreuung nach Palaestina zurueckkehrten”. HISTORISCHE ENTWICKLUNG Dieser Ausschnitt aus dem Vorwort umreisst den Inhalt, den David Ben Gurion in sechs Teile ordnete, die von hervorragenden Wissenschaftlern geschrieben wurden. Professor Yohanan A h a r o n i schrieb “Von den Anfaengen bis zum Exil”, Dr. Aliahu Auerbach das Kapitel “Die Propheten”. Professor Yehoshua Guttmann und Dr. Menahem Stern fassten die Zeit “Von der Babylonischen Gefangenschaft bis zum Bar- Kochba-Aufstand” zusammen. Gerade in diesen geschichtlichen Kapiteln sind es nicht nur die Texte, die diese Zeit auferstehen lassen und den» Leser vor Augen fuehren, wie das juedische Volk in seinem Land durch Jahrtausende verwurzelt ist, sondern die Bilder und Schriftzeichen sind es, die das Leben dieser Jahrtausende zurueckrufen. Professor Benzion Dinur hat die Zeit “Vom Bar-Kochba-Aufstand bis zur Eroberung durch die Tuerken” geschildert, und der verstorbene Staatspraesident Dr. Izhak Ben-Zvi, selbst ein grosser Wissenschaftler, berichtet ueber das juedische Volk “Unter ottomanischer Herrschaft”. David Ben Gurion schrieb die Geschichte seines Volkes vom Jahre 1878 “Von der Gruendung der Siedlung Petach Tikva bis zur Gegenwart”. Mit dem Epilog zu dem Buch hat David Ben Gurion, so glaubt man, seinem Volk ein Geburtstagswort geschrieben. Darin heisst es: “...Das juedische Volk im Land Israel ist das einzige aller Voelker des Vorderen Orients, das immer noch die gleiche Sprache spricht wie seine Vorvaeter vor 4.000 Jahren, das noch der gleichen Religion anhaengt, die ihr Patriarch Abraham und ihr Lehrer Moses begruendeten. Zweimal im Verlauf seiner Geschichte wurde das Volk aus seinem Lande vertrieben. Waehrend der letzten 2000 Jahre zerstreute das Schicksal die Juden in alle Winde und liess sie von Land zu Land wandern; in 70 verschiedenen Sprachen mussten sie sich in 70 verschiedenen Staaten, in denen sie lebten, verstaendlich machen. Nie aber lockerten sich die Bande, die sie an ihre Heimat knuepften. An jedem Tage beteten sie dreimal: ‘Lass d!as grosse Horn unserer Freiheit ertoenen, gib uns Verbannten das Zeichen zum Sammeln, fuehre uns heim aus allen vier Ecken der Welt... und lass uns nach Jerusalem, deiner Stadt, zurueckkehren... damit wir sie bald wiederaufbauen fuer die Ewigkeit’. DIE JiEUGEBURT Vor 86 Jahren fuehrte dies tief aus dem Herzen der Juden erwachsene Gebet zu einer kuehnen und unvergleichlichen Neugeburt. Auf dem unfruchtbaren und malariaverseuchten Boden am Jarkonfluss wurde das erste neue juedische Dorf gegruendet, Petach Tikva (das Tor der Hoffnung). Ihm folgten im ganzen Land weitere Gründungen, zu Dutzenden und zu Hunderten. Hebraeisch wurde wieder zur Umgangssprache. Im Jahre 1948 wurde die Unabhaengigkeit des juedischen Staates Israel proklamiert, nur ein knappes Jahrzehnt nach dem schwersten Schicksalsschlag, den das Volk je erlitt, der Ermordung von sechs Millionen Juden, unter denen auch solche waren, die in den letzten drei Generationen die Wege gebahnt hatten .fuer die Rueckkehr nach Zion und die Wiedergeburt Israels und von denen die geistige, sittliche und religioese Kraft ausgegangen war, die dieses einzigartige Ereignis ermoeglichte. Die ersten fuenfzehn Jahre des jungen Staates fuehrten einen erstaunlichen Wandel herbei: die Verdreifachung der Bevoelkerung, das Wachsen d,er Landwirtschaft und Industrie, grosse Fortschritte in der Schiffahrt und im zivilen Luftverkehr, in der Forschung und in der Lehre .— eine Entwicklung, die das Land mit den fortschrittlichsten Europas auf die gleiche Stufe stellte. Aus allen Erdteilen und von fast allen Inseln der Welt stroemten Massen von Heimkehrern nach Israel, vorwiegend aus Asien und Afrika, aus rueckstaendigen und unterentwickelten Gebieten. Bisher zeigt sich die Aufwaertsbewegung in Israel vor allem in dem kuestennahen Streifen von Haifa bis Tel Aviv. Nordgalilaea und insbesondere der Negev, zusammen rund 70 Prozent des Staatsgebiets, sind immer noch kaum erschlossen und darum menschenleer. Israel und seine arabischen Nachbarn sind Mitglieder der Vereinten Nationen, deren Charta alle Mitglieder zu friedlicher Loesung ihrer Streitfragen verpflichtet. Trotzdem wird Israel immer noch belagert. Die arabischen Fuehrer bekunden noch tagtaeglich ihre Absicht, den juedischen Staat zu vernichten”. QUALITAET STATT QUANTITAET Und am Schluss schreibt der grosse israelische Staatsmann: “... Innerhalb seiner engen Grenzen sieht sich Israel vor die gleichen Fragen gestellt wie die anderen jungen Staaten. Es hat sie selbst noch DAS LEBEN. (Schluss von Seite 20) vielseitiger, wissenschaftlichliterarischer Taetigkeit sein Einkommen bedeutend erhoehen, internationale Verbindungen von Bedeutung anknuepfen. Bei alledem vergisst er nie sein Judentum: Er nimmt als 35-40 jaehriger an Bibel- und Talmudkursen teil, zeigt starkes Interesse fuer das Juedische Gesamtgeschehen. Diese Epoche reicht bis zur Nazizeit, in der er anfangs als ehemaliger Kriegsteilnehmer nicht zurueckgesetzt wird. Doch dann nuetzen seine anerkannten Forschungsarbeiten nichts mehr; die Jahre bis 1938, bis zu der erzwungenen Emigration, werden hart. Natuerlich wurde er, der einst die Initiative zur “Deutschen Gesellschaft fuer Kreislaufforschung” ergriffen hatte, fuer sie dann intensiv gearbeitet hatte, von dieser Institution als “Nichtarier” ausgeschlossen. Doch eine Reihe deutscher Wissenschaftler haelt zu ihrem juedischen Kollegen, der fuer seine Person relativ wenig unter Antisemitismus zu leiden hatte. Dass Prof. Bruno Kisch den Koelner Juden bis zuletzt hilfreich zur Seite stand, sei nur nebenbei erwaehnt. Der jetzt fast 50-jaehrige begann ein neues Leben in der amerikanischen Emigration. Eine durch Bemard Baruchs Vermittlung erfolgte Berufung an eine Universitaet verschafft ihm die Einreiseerlaubnis. Es wurde ihm nicht leicht, die so andersgeartete Psychologie auf dem neuen Kontinent zu verstehen. Dank tatkräftiger Hilfe einiger angesehener Gelehrter konnte er an Instituten und in Hospitaelern arbeiten, medizinische Neuerungen weiter entwikkeln, z.B. auf dem Gebiete der Kardiologie. Auch privataerztlich war er mehrere Jahre hindurch taetig, doch ist er stets mehr Forscher als praktizierender Arzt gewesen. Ein neuer Aufstieg war ihm im Jahre 1948 vergoennt, als die Deutsche Bundesrepublik den einst Davongejagten ausserordentlich ehrte; sein 75. Geburtstag wurde in der Geisteswelt weitgehend beachtet. Dann war ihm allerdings nur noch eine kurze Zeitspanne vergoennt. Di-ses Buch der “Wanderungen und Wandlungen” ist ein starkes Lebensbekenntnis, das Werk eines aussserordentlichen Menschen, und deshalb verdient es weiteste Verbreitung. CURT WILK nicht alle loesen koennen, aber doch fuer die meisten die Wege zu ihrer Loesung gefunden, und langsam stellen sich auch die Erfolge ein. Das Geheimnis beruht nicht nur auf technischer Begabung, es ist vor allem der Pioniergeist, der unsere Jugend beseelt und sie dazu befaehigt, auch in Uebersee Aufgaben anzupacken und zu erfuellen, denen sie sich mit der gleichen Leidenschaft, Treue und Bescheidenheit hingibt, Wie sie sie bewies, als sie in unseren Verteidigungsstreitkraeften Dienst tat, Genossenschafts- und Kleinsiedlungen gruendete, Grenzdoerfer aufbaute und eine neue Sozialordnung entwickelte. Unsere Propheten forderten in alter Zeit von den Juden, dass sie ein erwaehltes Volk seien, ein Licht fuer die anderen. Kein Jude hat das vergessen, jeder Jude stellt sein Leben wissentlich oder unwissentlich darauf ein und ist davon ueberzeugt, dass der feste Glaube an die Zielvorstellung der prophetischen Lehre die Grundlage fuer die Wiedergeburt und das Wiedererstarken Israels bildet. Nirgendwo anders in der weiten Welt gibt es ein Volk, das so wie das juedische im modernen Israel seine Form und seinen Wurzelgrund gefunden hat. Sicher wird es eines Tages anderen Voelkern als Muster dienen. Auch Israels Armee ist einzigartig. Sie erfuellt nicht nur Verteidigungsaufgaben, sondern wirkt mit bei Bauten, Siedlungen und den Bemuehungen um den menschlichen Fortschritt. Darum erzieht Nahal die jungen Israelis im Rahmen der militaerischen Ausbildung zugleich zu Bauern und Dorfbewohnern. Nahal hat die Grenzdoerfer angelegt, vor allem als Kibbuzim, die sowohl Schutz gewaehren wie auch als Beispiele einer neuen Sozialordnung dienen. Abschliessend laesst sich sagen, dass die Eigenart der juedischen Geschichte darin besteht, der Qualitaet vor der Quantitaet den Vorzug zu geben. Um in Sicherheit ueberleben und seine internationale Stellung bewahren zu koennen, muss Israel weiterhin seine sittlichen, geistigen und sozialen Qualitaeten steigern. Um so mehr es sich darum bemueht, um so sicherere und groessere Erfolge wird es auch in seinem Hilfswerk fuer die unterentwickelten Laender erringen. Unser Volk betrachtet sein neuentstandenes Staatswesen, seinen Frieden und seinen Fortschritt als einen Teil des allgemeinen Friedens und Fortschritts der Menschheit. Unser Volk glaubt an das Aufkommen einer neuen Welt der Freiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bruederlichkeit. Israel traegt bereits seinen Teil zur schnellen Verwirklichung einer besseren Welt bei. Es wird, soweit es seine bescheidenen Mittel zulassen, weiterhin verstaerkt daran mitwirken”. ("Deutschland-Berichte") NEUER DEUTSCHER BOTSCHAFTER IN ISRAEL Als Nachfolger des deutschen Botschafters in Israel, Dr. Rolf Pauls, wurde des bisherige Botschafter der Bundesrepublik in den Niederlanden, Karl - Hermann Knoke, ernannt, der das Agreement der israelischen Regierung bereits erhalten hat. Pauls war im Jahre 1965 als erster Botschafter der Bundesrepublik nach Israel entsandt worden und hat sich dort sehr verdient gemacht. NOCH KEIN NACHFOLGER FUER DR. GOLDMANN Wie allerseits bekannt, hatin Jerusalem tagte, waehlte te sich Dr. Nahum Goldmann noch keinen Nachfolger fuer bereits vor einiger Zeit ent- Dr. Goldmann. Die Wahl soll schieden, nicht mehr fuer das in erst etwa einem halben Praesidium der ZO zu kandi- Jahr durch das Aktionskomidieren. Der Zionistische Kontee der Zionistischen Organigress, der bis zum 18. Juni sation vorgenommen werden. NPD HAT 10 MILLIONEN DM FUER WAHLKAMPF Der NPD-Bundesvorsitzenneun bis zehn Millionen DM de von Thadden teilte in Haninvestieren wolle. Die Frage, nover mit, dass seine Partei woher dieses Gold stamme in den Bundestagswahlkampf liess er unberantwortet. ZAHLEN DER ALIJAH Nach Mitteilung der Jewish Agency kamen seit 1967 insgesamt 21 679 Einwanderer nach Israel; 21,4 Prozent wanderten aus westl i c h e n Laendern ein, 2741 allein aus den USA. 40 Prozent der Neueinanderer sind nicht aelter als 17 Jahre, 146 sind Aerzte, 166 Ingenieure, 412 Lehrer und 1805 Studenten. BALD LUFTHANSA NACH ISRAEL Noch in diesem Jahre wird die Deutsche Lufthansa den Linienverkehr nach Israel aufnehmen, wie ein Vertreter der Lufthansa-Hauptverwaltung auf Anfrage erklaerte. Es stehe aber noch nicht fest, wie oft in der Woche diese Linie von der Lufthansa beflogen werde. Nach Verhandlungen zwischen deutschen und israelischen Regierungsstellen werde dies im neuen Flugplan im November dieses Jahres bekanntgegeben werden. Eingesetzt w u e r d e n wahrschei n 1 i c h Maschinen vom Typ Boeing 727. J.P.D.

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