Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXX (1968)
- Issue
- 7 (Julio, 1968)
- Date
- 1968-07-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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JULIO 1968 BOLETIN INFORMATIVO 17 Dominer Weg, zum Frieden im Mittleren Osten Von unserem Korrespondenten Die Einwohner Israels sind das Schauspiel schon gewoehnt: regelmaessig erreichen sie Nachrichten ueber Zusammenstoesse mit arabischen Sabote u r e n und ueber Schusswechsel am Jordan, denen dann ganze Wellen von Geruechten ueber Friedensfuehler und ueber schon angeblich bevorstehend e Verhandlungen folgen. Das Ende sind dann wieder Schusswechsel, denen sich erneut die Friedensgeruechte anschliessen. So geht es seit Monaten in bunter Folge weiter. Die Friedensinitiative der Vereinten Nationen hat zweifellos eine Abschwaechung hinnehmen muessen. Nachdem der Sonderbotschafter der NU Dr. Jarring zuerst von Zypern aus versucht hatte, Aegypten, Jordanien un Israel in irgend einer Form an den Verhandlungstisch zu bringen, siedelte er nach New York ueber, weil er glaubte, dass er dort “fern vom Schuss” mit mehr Diskretion etwas erreichen wuerde. Die ganzen Friedensbemuehungen des Botschafters basieren auf der Resolution d“" Sicherheitsrates vom -22. November 1967, die zweideutig und unklar wie das delphische Orakel ist, weil sie sonst keine Mehrheit gefunden haette. Da in diesem Beschluss das Prinzip der Raeumung der von Israel besetzten Gebiete erwa e h n t wird, bestehen die Araber und die Sowjetunion seit Ende vorigen Jahres darauf, dass Israel zunaechst einmal alle besetzten Gebiete bedingungslos aufzugeben habe. Das ist ihre Deutung der Resolution, und diese wurde auch vom russischen Aussenminister Gromyko in seinem Gespraech mit dem britischen Aussenminister Stewart verfochten. Aber wenn auch England in den letzten Monaten nicht immer den Wuenschen Israels entgegen kam, so bedeutete der britische Aussenminister seinem Moskauer Kollegen doch, dass England sich dieser Forderung nicht anschlies s e n koenne. In den vergangenen Monaten hatte der jugoslawische Praesident Tito, der sich als Freund Nassers in guten und boesen Zeiten empfindet, den Versuch unternommen, eine politische Loesung im Mittleren Osten im Sinne der arabischen Deutung zu erreichen. Der Tito-Plan sah vor, dass Israel alle besetzten Gebiete bedingungslos z u raeumen habe, dafuer wuerden die Araber eine Erklaerung veroeffentlichen, dass sie auf den Kriegszustand verzichten, womit sie die Bedingungen der Resolution des Sicherheitsrates erfuellt haetten. Ueber alle anderen Fragen, die Israel so sehr interessieren (wie Freiheit der Schiffahrt in der Strasse von Tiran und durch den Suezkanal) sollte spaeter verhandelt werden. Natuerlich lehnte Israel diesen Tito-Plan sofort ab — schon unter Hinweis darauf, dass ein Staat, der die Beziehungen zu Israel abgebrochen habe, a1» Vermittler nicht in Betracht kommen koenne. Nachdem dieses Projekt durchgefallen war, machten die Aegypten auf Grund russischer Empfehlungen einen neuen Vorschlag: zum ersten Male erklaerten sie sich bereit, die Resolution des Sicherheitsrates vom 22.11.1967 in vollem Umfange anzunehmen und verlangten von Dr. Jarring, er solle einen Zeitplan fuer die Durchfuehrung aufstellen. Da in der Resolution die Raeumung der besetzten Gebiete zuerst erwaehnt wird, hofften die Aegypten, eine Regelung zu erreichen, bei der Israel sich zuerst zurueckzuziehen habe. Vor allem wollten sie direkte Verhandlungen mit Israel vermeiden, nachdem die Spitzenkonferenz der arabischen Staaten schon im vorigen Herbst Verhandlungen mit Israel als “unzumutbar” abgelehnt hatte. In Israel waere es um die “Durchfuehrung” der Resolution des Sicherheitsrates fast zu einer Regierungskrise gekommen. Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen Tekoa hatte in der Sitzung des Sicherheitsrates erklaert, Israel nehme auch die Resolution des Sicherheitsrates in vollem Umfange an. Darin sahen mehrere Kabinettsmitglieder ein Abweichen von der ofiziellen Aussenpolitik Israels und kritisierten den Aussenminister Eban heftig, der den Botschafter Tekoa zu der genannten Erklaerung veranlasst hatte. Das Ende war die Feststellung, dass Israel auf dem Prinzip der direkten Verhandlungen ohne jede vorherige Festlegung auf irgendwelche Plaene bestehen muesse. Die Regierung Israels wurde in dieser Frage unter ziemlich starken Druck seitens der Vereinigten Staaten genommen, die Jerusalem rieten, elastisch zu sein und nicht auf direkten Verhandlungen zu bestehen, aber Israel wollte hier nicht zurueckweichen. Schliesslich erschien Aussenminister Eban vor der Knesset und legte dar, wie Israel sich die Meisterung der Friedensprobleme vorstellt Er entwickelte ein Programm mit mehreren Punkten. Am Anfang stehen direkte Verhandlungen, es folgt Verstaendigung ueber die umstrittenen Fragen, als naechste Phain Israel J. E. Palmon se ist Abschluss von Friedensvertraegen vorgese hen, und am Ende sollen Abkommen ueber die Durchfuehrung der einzelnen Punkte stehen. Eban wurde von den Russen und den Arabern angegriffen, weil in seinem Programm die Raeumung der Gebiete garnicht vorkommt. Darauf konnte Israels Aussenminister antworten, dass eine Einigung ueber Grenzen und Truppenstationierung automatisch auch die Frage der Raeumung loesen wuerde. Es war ganz klar, dass das Wort Raeumung aus innerpolitischen Ruecksiehten nicht beim Namen genannt wurde, wenn auch Aussenminister Eban bei verschiedenen Gelegenheiten betont hat. dass es ohne Raeumung und territoriale Konzessionen nicht gehen wuerde. Nach den Debatten ueber die Durchfuehrung der Sicherheitsrats-Resolution und nach der Erklaerung Ebans schwenkten die Araber und besonders die Aegypter wieder um. Wochenlang hatten sie versichert “jetzt sei eine Gelegenheit fuer eine politische Loesung gekommen”, und dann betonen sie erneut, dass nur Krieg ein Ausweg sein koenne. Zuerst hatte der aegyptische Generalstarbschef sich erneut zur harten Linie bekannt, und dann versicherte der Praesident Nasser in seiner Rede anlaesslich des 5. Juni (des Jahrestages des Krieges), dass Aegypten sich fuer einen weiteren Krieg vorbereiten muesse-und zwar gruendlich. Der syri sehe Praesident Atassi war nocii radikaler und rief zum sofortigen Kriege mit Hilfe einer Koalition Syrien, Aegypten. Irak auf. Der einzige, der trotz der schweren Zusammenstpesse am Jordan, von der radikalen Linie in seiner Rede zum 5. Juni ab wich, war der jordanische Koenig Hussein. Dieser bekannte sich erneut zur Resolution des Sicherheitsrates vom 22. November 1967, die er erfuellt sehen wollte und warf den Fuehrern Israels vor, dass sie wahrscheinlich garnicht wuessten, was sie wollen und wonach sie streben. Hussein verlangte von Israel, es solle seine Karten offenlegen, was die Jerusalemer Regierung bisher —vor Beginn der Verhandlungen— immer abgelehnt hat, weil sie sich nicht festlegen wollte. Da jedoch immer wieder hartnaeckige Geruechte im Umlauf waren, dass Hussein in einiger Zeit trotz aller Bannstrahlen anderer arabischer Staaten sich auf direkte Verhandlungen einlassen wuerde, empfand man in Israel die Notwendigkeit, sich doch in konkreter Weise auf solche Verhandlungen vorzubereiten . Im Lande gibt es mehrere Richtungen, die sich auch im Kabinett widerspiegeln. Die Kreise um die “Liga fuer ein grosses Israel”, der Mitglieder aus allen Parteien angehoeren, moechte die heutigen Waffenstillstandsgrenzen zu den endgueltigen Grenzen Israel machen, d.h. alle besetzten Gebiete behalten. Die Mitglieder der Liga sehen wohl die Gefahr einer starken arabischen Bevoelkerung, Torten Sandkuchen Galletas Queque Inglés Hochzeitstorten Fábrica de Pasteles 44 Portugal 552 Vienesa RODOLFO AIGNER 44 Fono 36320 MONATSSPIEGEL - schaetzen jedoch den Wert strategisch vort eilhafter Grenzen noch hoeher ein, und ihre Parole lautet: “keinen Fussbreit Bodens aufgeben”. Ihre Meinungen werden vom Aussenminister Eban und seinen Anh aengern scharf abgelehnt, der Frieden bei Befolgung der “maximalistischen” Parolen fuer unmoeglich haelt. Der Aussenminister tritt fuer ziemlich weitgehende Konzess i o n e n (allerdings ausser Jerusalem) ein, um zum Frieden zu gelangen . In der Mitte steht der Arbeitsminister Alon, der zwar auch fuer Konzessionen, aber in viel geringerem Umfange eintritt. Der von ihm entworfene Plan zieht z.B. vor, dass Israel aus strategischen Gruenden einen Gebietsstreifen erhalten soll, der sich fast den ganzen Jordan entlang zieht. Er soll nur aneiner Stelle durch einen Korridor unterbrochen werden, der fuer Jordanien die Verbindung mit der Stadt Nablus und Umgebung herstellen soll, die Alon wieder an Jordanien fallen lassen will. Auch weitere Vorschlaege Alons sehen zwar Konzessionen (aber immer unterworfen strategischen Ueberlegungen). vor. Der Alon-Plan, der schon vor einigen Monaten entworfen und in Versammlungen vorgetragen wurde, hat jetzt sehr an Boden gewonnen, da MinisterpraesidentEschkol ihn unterstuetzt; seinen Gedanken stehen auch die Minister Mosche Dajan, Verkehrsminister Carmel und Galili nahe. Innerhalb des Kabinetts ist nun ein Ausschuss fertig, der fuer den “internen Gebrauch” einen israelischen Friedensplan ausarbeiten soll, und Sachkenner sagen voraus, dass er von den Grundideen Alons nicht weit entfernt sein wird. Raeumung in gewissem Umfange ja, aber zugleich Gewaehrleistung der Sicherheit und Abschluss eines richtigen Friedensvertrages - das sind die Grundgedanken, die hier eine Rolle spielen. Die Kritiker des Planes, mit dem Minister Menachem Begin an der Spitze, wollen auch von den “gemaessigten” Verzichten des Alon-Planes nichts wissen. Vor allem halten sie nichts von Sonderverhandlungen mit Jordanien und glauben, dass Frieden im Mittleren Osten von Einigung mit Nasser abhaengt. Auch die Verhandlungsbereiten — moegen sie Eban oder Alon heissen — wuerden Einigung mit Nasser vorziehen, weil sie mehr ergeben wuerde, sie wollen jedoch in Sonderverhandlungen den Anfang zum Einbruch in die Unversoehnlichkeit der arabischen Front sehen. Ausserdem glauben sie auf diese Weise den Ratsch 1 a e g e n amerikanischer Freunde entgegen kommen zu koennen, die immer Jordanien eine Sonderstellung im Mittleren Osten einraeumen wollen Wind dies auch durch erneute Waffenlieferungen an Hussein betonten. Die Anhaenger der Vorbereitung eines Planes meinen, Israel solle an dem Tage bereit sein, an dem Hussein vielleicht sagen wird: “Verhandeln wir” — aber an diesem Tage kann es in Israel zu einer Krise kommen, da es erhebliche Opposition gegen Verzichte gibt. Andererseits laesst sich nicht uebersehen, dass es wohl der schon “minimalistisch” erschein ende Aussenminister Eban und der noch mehr in der Mitte stehende Minister Alon sehr, sehr weit von den Vorstellungen entfernt sind, die sich auch diejenigen Araber machen, die schon bereit waeren, in den “saueren Apfel” der Verhandlungen zu heissen. Der Abgrund ist noch Ueberaus tief, und daher ist noch nicht abzusehen, welches Ergebnis Verhandlungen haben koennten, wenn sie schon zustande kommen wuerden. Ein Jahr nach dem Ende des Krieges - in einer Situation, in der im Widerspruch zu allen Erwartungen der Araber die Israelis noch keinen Fussbreit Bodens geraeumt haben - muss gesagt werden, dass wir vom Frieden noch sehr weit entfernt sind. Auch wenn Friedensplaene vorbereitet werden, muss Israel auf der Wacht seiner bisherigen Prinzipien bleiben und solange auf der anderen Seite keine entscheidende Aenderung eintritt, muss auch die Koalition der “nationalen Konzentrat i o n” im Amt bleiben da die Voraussetzungen, die fuer ihr Entstehen massgebend waren, weiter gueltig sind. San Antonio 65 Eigene Fabrikation UNIFORMEN und KITTEL fuer Haus und Buero sowie feine Unterwaesche Morgsnroecke — Blusen fuer Damen und junge Maedchen Tel. 381900