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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-05-01 · 5 (Mayo, 1968) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
5 (Mayo, 1968)
Date
1968-05-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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MAYO 1968 BOLETIN INFORMATIVO 21 JUDENTUM IN DEUTSCHLAND Ueber dieses problematische Thema sprach am 9. April in unserer Gemeinde Herr Hermann Lewy, Chefredakteur der sehr angesehenen “Allgemeinen Juedischen Wochenzeitung” aus Duesseldorf, die als Hauptorgan der heute in Westdeutschland lebenden Juden zu betrachten ist und auch von vielen Nichtjuden regelmaessig gelesen wird. An Hand vieler Ziffern und Daten gab der Vortragende ein umfassendes Bild des gegenwaertigen Judentums in den beiden deutschen Staaten. Dieses Bild nahm duestere Farben an, als Herr Lewy ueber die Juden in Ostdeutschland sprach. Dort gebe es im ganzen noch etwa 900 Gemeinde- Mitglieder; juedische Eheschliessungen und Bar-Mitzvot seien seltene Ausnahmen und die Jugend werde allem Ju;- dischen systematisch entfremdet. Das Judentum in der Deutschen Demokratis c h e n Republik sei bedeutungslos geworden und zum Aussterben verurteilt. Ueber die Lage in der Bundesrepublik und West-Berlin fuehrte der Redner aus, dass von den frueher 600.000 Juden heute noch 26.241 zurueckgeblieben oder zurueckgekehrt seien; daneben gebe es noch eine nicht feststellbare Anzahl von Juden, die keiner Gemeinde angehoeren und juedisch nicht interessiert sind. Etwa 10 bis 15% der heute ansaessigen sind in Deutschland geborene Juden, waehrend der weitaus ueberwiegende Teil aus anderen Laendern stammt. Die in Deutschland lebenden Juden wurden von der Zionistischen Weltorganisation zuerst sozusagen “abgeschrieben”, d. h. von gemeinsamen Aktionen nicht erfasst. Dies habe sich spaeter geaendert und seit 1954 gebe es wieder deutsche Zweigstellen der Jewish Agency, des Keren Hayesod, des Keren Kayemeth, der Wizo, es existieren wieder juedische Jugendorganisationen und auch 3 Bene Berith-Logen. Die Opferbereitschaft der ansaessigen Juden fuer die Fonds der juedischen Solidaritaet sei prozentuell die groesste in der ganzen Welt. IMMER NOCH NEID UND HASS Ueber die geistige Einstellung der heutigen Deutschen erklaerte Herr Lewy, dass es niemals eine innere Abkehr vom Nationalsozialismus oder etwa eine ideologische Revolution gegeben haette, so dass von der aelteren deutschen Generation eine demokratische Denkweise nicht erwartet werden koenne. Beim Umsturz ging die Nazi-Ideologie nicht so in Truemmer wie das Dritte Reich und es fehlte auch jeglicher Versuch einer demokratischen Um-Erziehung seitens der Besatzungs-Maechte, die seinerzeit durch die offene Bevorzugung der Nazi- Opfer neuen Neid und Vorwand fuer Hass gegen die Juden hervorgerufen haetten, was spaeterhin durch die Wiedergutmachung noch verstaerkt worden sei. Zu diesem Punkte hob er hervor, dass die vielen in der Staatsverwaltung noch taetigen Nazis oftmals auch die Wiedergutmachung sabotieren, in der es insbesondere an mitfuehlender Menschlichkeit mangelt. Hermann Lewy : Äi? FESTIGUNG DER JUEDISCHEN GEMEINDEN Fuer die Idee der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Juden sind der Rabbiner Leo Baeck, der Praesident des Juedischen Weltkongresses Dr. Nahum Goldmann und andere fuehrende Juden eingetreten und im Laufe der Jahre habe sich die juedische Gemeinschaft in der Bundesrepublik - deren Durchschnittsalter heute 46 Jahre betraegt - derart konsolidiert, dass sie heute aus ihr nicht mehr wegzudenken sei. Es gibt wieder 70 Gemeinden mit Synagogen oder Betsaelen und auch einige juedische Schulen. Von den Behoerden allein sind 42 Synagogen wieder aufgebaut worden. Die junge Generation (im Alter bis zu 20 Jahren) ist durch etwa 4000 Seelen vertreten, woraus sich ergibt, dass ZUM 70. die ueberwiegende Mehrzahl’ aus aelteren Leuten besteht, die von ihren - oft sehr kaerglichen - Renten leben. DER NEO-NAZISMUS Was die neuerstandene rechtsradikale Nazi - Partei NPD anlangt, so meinte der Redner, dass sie eine Fiebererscheinung des deutschen Volkes sei, die nur dann eine wirkliche Gefahr bilden koenne, wenn ihr nicht rechtzeitig entgegen getreten werde. Dies aber wuerde zweifellos geschehen, weil die NPD nur eine Sammelstelle der Unzufriedenen waere, die heutige deutsche Jugend aber demokratisch eingestellt sei. Die Mehrzahl der Deutschen sind jetzt junge Leute, die Hitler nicht mehr gekannt haben und von ihm auch nichts wissen, weil die Aelteren ueber die Nazizeit schweigen. Die Jugend, die ueber die Vergangenheit objektiv informiert werden will, wuerde die demokratische Linie mehr und mehr festigen. WARUM KEHRTEN JUDEN ZURUECK? Zu dieser heissen Frage gab der Redner verschiedene interessante Argumente wieder, die von Juden als Motiv fuer ihre Rueckkehr angefuehrt werden. Es gibt Juden, die zurueckkamen “in Erinnerung an die vielen Nichtnazis, die den Juden geholfen und sich fuer sie geopfert haben”; ein Schriftsteller erklaerte, er sei zurueckgekehrt, weil er “ein deutscher Schriftsteller sei”; Herr Lewy selbst gab als Grund an, dass die gesamte. Familie seiner Frau in Berlin illegal ueberleben konnte und sie sich von ihren Angehoeri- VDN gen nicht trennen wollte; ein anderer fragte, “was wohl geschehen waere, wenn wir Juden Testamentsvollstrecker Hitlers geworden waeren, wenn wir Deutschland “judenrein” gemacht und damit die juedische Position in Mitteleuropa aufgegeben haetten?” Auch viele materielle Gruende seien massgebend gewesen und im uebrigen laege jeder Fall anders und muesse individuell beurteilt werden, so dass man auf diese Frage von 26.000 Juden wohl 26.009 verschiedene Gruende zu hoeren bekaeme. Fuer alle Rueckkehrer forderte Herr Lewy die Respektierung ihrer Einstellung, da diese ja auch ihrerseits dis Ansicht all derer respektieren, die da behauptet haetten, dass “nach Auschwitz in Deutschland kein Judentum mehr moeglich sei”. Der Vortragende, der neben nuechternen Ziffern und umfassender Beherrschung des Themas auch sehr vier subjektive persoenliche Einstellung zu erkennen gab, beantwortete am Schluss auch die an ihn gestellten Fragen, was zum Erfolg des Abends betraechtlich beitrug. Herr Guenter Boehm dankte dem Redner im Namen der Kultur-Kommission, die den Vortrag veranstaltet hatte, fuer seine Ausfuehrungen, die von dem zahlreich erschienenen Publikum mit grossem Interesse aufgenommen wurden. Ueber dem Beifall jedoch, den unsere Mitglieder Herrn Lewy spendeten, lag spuerbar der duestere Schatten jenes unbewaeltigten und unvergesslichen Schmerzes, den auch die Zeit nicht zu lindern vermag... E. R. □ DLDA MEIR: VORKAEMPfU DES SOZIALEN JUEDISCHEN STAATES Am 3. Mai, dem Tage, welcher der 20-jaehrigen Unabhaengigkeitsfeier Israels folgt, beging Frau Golda Meir nie diesen Staat entscheidend mitvorbereitet hatte, den 70. Geburtstag, ein Ereignis, dessen in der gesamten juedischen Welt dankbar gedacht werden duerfte. Der Werdegang dieser grossen Frau (ihr urspruenglicher Name ist Meyerson) ist interessant. Sie kam in Kiew zur Welt und gelangte als 8-jaehriges Kind nach Amerika, wo sie den Lehrerinnenberuf ergriff. Doch mit 23 Jahren erfasste den jungen, begeisterungsfaehigen Menschen eine tiefe Zionssehnsucht, die von Jizchak Ben Zwi s. A. und David Ben Gurion, welche damals fuer ihre Arbeiterbewegung als Gaeste in USA weilten, gefoerdert wurde. Golda wurde sozialistische Zionistin, gab ihren Beruf auf, heiratete und ging nach Erez Jisrael. Nach einigen Jahren harter Arbeit in einem Kibbuz berief man sie nach Tel Aviv, wo die aktive, mitreissende Rednerin wichtige Funktionen sowohl fuer die damalige “Poale Zion”, die spaetere MAPAI, als auch fuer die Histadrut, die zentrale Gewerkschaft, uebernahm. Entsprechend G o 1 d a s ausserordentlichen Faehigkeiten sandte man sie wiederholt in wichtigen Missionen ins Ausland. Im Jahre 1934 finden wir Frau Meir als Exekutivmitglied der Histadrut, und in den folgenden schweren Jahren der heftigen Auseinandersetzungen mit der feindlich-gesinnten britischen Mandatsverwaltung wurde ihre Position, vor allem fuer die Jewish Agency, immer bedeutungsvoller. Nicht lange vor der Staatsproklamation reiste Golda Meir wiederum nach Amerika, um die Judenheit dieses Landes zu neuen, grossen, finanziellen Opfern anzuspornen, was ihr hervorragend gelang. Bekannt ist Goldas geheime Mission in jenen kritischen Tagen vor Ausbruch des Befreiungskrieges von 1948 nach Amman zum Koenige Abdullah, der einige Jahre spaeter von Arabern ermordet wurde. Leider konnte es ihr nicht gelingen, die Jordanier zur israelischen Seite herueberzudie Grosse Synagoge von ziehen. Doch dann uebernahm sie eine andere wichtige Aufgabe: Von 1948-49 war Golda Israels erster Gesandter in Moskau, und man jubelte ihi zu, als sie zum ersten Male Moskau betrat. Fuer die russische Judenheit bedeutete Frau Meirs Anwesenheit eine seelische Festigung. Es folgte die sechs jaehrige, segensreiche Taetigkeit als Arbeitsminister Israels, und von 1956- 1965 bekleidete sie das Amt des Aussenministers als Nachfolgerin von Moscheh Sharett s. A. In engstem Zusammenwirken mit Ben Gurion und danach mit Levi Eschkol, den Regierungschefs, fuehrte diese unermuedliche Frau die fuer Israel denkbar-guenstigste Aussenpolitik. Ihr Auftreten bei den “Vereinten Nationen” und ihre diplomatischen Verhandlungen erhoehten ihr Ansehen ueberall, wo Israel Beziehungen unterhaelt. Heute verwaltet Frau Meir das Generalsekretariat der “Vereinigten Sozialistischen Arbeiterpartei ’ Israels”, wofuer diese im ganzen Lande hochverehrte Frau eine besondere Eignung mitbringt. Ihr, der grossen Zionistin, Sozialistin und Humanistin gehoeren am 70. Geburtstage die Gluckwuensche Aller, deren Liebe Israel gilt. Curt Wilk PRODUCTOS DE Coldunwu SOMMIERES REVESTIDOS DE MAÑIC, VARIOS MODELOS. CAMAROTES METALICOS SUPER •OLI DOS - VARIADOS V ATRACTIVOS COLORES. mtf; asiHv- SOFA CAMA .CONVERTIBUe EN DOS CAMAS O EN UNA DOBU MODELO EXCLUSIVIDAD OE COLCHONES RECORD -o EXIJALOS EN LAS MCJORM TIENDAS. ’VISITE LA EXPOSICION I , permanente en las I DALIAS S297-FSN04SM07 [MEDíDAS ESPECIALES]

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