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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-02-01 · 2 (Febrero, 1968) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
2 (Febrero, 1968)
Date
1968-02-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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FEBRERO 1968 BOLETIN INFORMATIVO 13 JAHRESWENDE SCHICKSALSWENDE? Von Kurt R. Grossmann (New York). Der Kelch eines neuen Verkehrsarbeiterstreiks ist an den New Yorkern voruebergegangen, aber irgendwie war die Neujahrsnacht in Millionen Heimen mehr eine Angelegenheit der Sorge um die Zukunft als der Ausdruck der Hoffnung auf etwas Besseres. Dazu hatten gewissermassen die Starberichterstatter der grossen Fernsehstationen beigetragen, die sich traditionell hier am Jahresende versammeln, um ihre Prophezeiungen und Analysen zu geben: Die Korrespondenten aus dem Nahen Osten befuerchten einen neuen Ausbruch der FeindseligkeitenJDie aus dem Fernen Osten keine Beendigung derselben, vielleicht Aufstokkung, aber vor allen Dingen keine Loesung der Pazifikations-probleme des schwergeprueften Landes Suedvietnam. Die Korrespondenten aus Russland berichten von Mos k a u s Entschlossenheit, unter keinen Umstaenden Nordvietnam vor die “amerikanischen Hunde” zu werfen, und jene Journalisten, die in Hongkong sitzen, sagen voraus, dass die Einbeziehung Kambodschas und Laos in den Krieg die chinesischen Freiwilligen auf den Plan rufen wird. Einige diplomatische Beobachter glauben, im Gegensatz zu ihren pessimistischen Kollegen, dass Nordvietnam sich endlich an den Verhandlungstisch setzen wird, weil es keineswegs sicher ist, ob Lyndon B. Johnson im November nicht durch einen Republikaner ab'geloest wird, der den limitierten Krieg aufzugeben bereit ist. Washington prueft im Augenblick Binn und Bedeutung einer Rede des Aussenministers Nordvietnams nach, die eine Wendung enthaelt. welche moeglicherweise zum Verhandlungstisch fuehrt. Da 1968 ein entscheidendes Wahljahr hier ist — die Wahlkampagne hat bereits begonnen, steht im Mittelpunkt aller dieser Eroerterungen und Analysen in den grossen Nachrichtenmagazinen erneut Lyndon Johnson. Urne Magazine hat ihn sogar zum Mann des Jahres erklaert, nicht wegen seiner aussenpolitischen Erfolge oder seiner begrenzten innerpolitischen, sondern weil Johnson ein Praesident ist, der auf sich Hass, Verachtung, Opposition vereinigt hat, wie selten einer und der dennoch seinen gewaehlten Kurs durchzustehen scheint. Was sein Gesetzgebungsprogramm anlangt, so hat der Kongress von Johnsons 1057 Vorschlaegen 655 (62%) angenommen, und das sind 16 Prozent mehr als Eisenhower und 23 Prozent mehr als Kennedy registrieren konnte. Obwohl Johnson eine grosse Anzahl von Sozialgeseitzen durchgesetzt hat, ist seine Volkstümlichkeit seit seinem Wahlsieg im November 1963, wo sie auf 80% stand, bis auf gegenwaertig 46% gesunken. Die Voraussagein und Analysen stimmen in den folgenden Punkten ueberein: i Das Jahr 1968 ist ein republikanisches Jahr. Die Republikaner werden von den acht zur Wahl stehenden Gouverneurposten drei weitere gewinnen, und es wird berechnet, dass etwa 30 republikanische 20 demokratischen Gouverneuren gegenueberstehen werden. i Im Senat, wo ein Drittel der Abgeordneten gewaehlt wird, haben die Republikaner eine gute Chance, nicht nur ihre Position ueberall zu halten, sondern in 14 Staaten zu gewinnen, und so wuerden sich im neuen Senat 54 Demokraten 46 Republikanern gegenueberstehen. Endlich der Preis aller Preise: das Weisse Haus. Hier muss man zwischen zwei Prognosen unterscheiden: ä) wer kann Johnson schlagen, b) wer wird der republikanische Praesidentschaftskandidat werden. Die Antwort auf die erste Frage lautet: Nelson A. Rockefeller, und zwar mit 378 Wahlstimmen gegen 100 fuer Johnson und 60 fuer Wallace. Sollte Richard Nixon gegen Johnson rennen, so kann Johnson knapp gewinnen. Der Kandidatur von Rommey wird keinerlei Bedeutung mehr beigemessen, und Ronald Reagan ist das Fragezeichen der kommenden republikanischen Konvention. Was die zweite Frage aber anlangt, so läutet die Antwort: Richard Nixon, der bereits 561 der Delegierten hinter sich haben soll, also nur noch 106 Delegierte braucht. Es gibt erfahrene Beobachter der Washingtoner Szene, die fest davon ueberzeugt sind, dass im Jahre 1968 die Demokratische Partei eine ihrer groessten Niederlagen erleben wird. An der Rechten nagt George Wallace von Alabama an ihren Wurzeln und die linke Opposition, hauptsaechlich wegen des Krieges in Vietnam, wird repraesentiert durch Eugene Mc Carthy, Robert F. Kennedy und die vielen anderen “Tauben”; eine Huerde, die selbst der energischste Fuehrer und gerissenste Politiker nicht nehmen kann. Kommt noch die “neue Linke” hinzu, die enttaeuschten Negermassen, die schon jetzt damit drohen, die kommende Demokratische Konvention in Chicago fuer dringende Reformen unter Druck zu setzen. Wo immer Prognosen fuer 1968 gegeben werden, zweifelt keiner daran, dass wir neue blutige Aufstaende in den Negerghettos erleben werden... Lyndon Baines Johnson traegt diese ungeheuren Lasten und scheint aeusserlich “optimistisch”. Am Neujahrstag allerdings rief er Jn Austin, Texas, wo er sich fuer einige Wochen aufhaelt (dort empfing er auch den israelischen Ministerpraesidenten Levi Eschkol), das Pressekorps zusammen, um die ersten oekonomischen Kontrollmassna h m e n zum Schutze der Dollarwaehrung anzukuendigen. Allein fuer Reisen geben die Amerikaner 2 Milliarden Dollar mehr aus als vereinnahmt werden. Eine Reisesteuer, um Auslandsreisen zu reduzieren, ist sicher. Der Abfluss des Dollars fuer Kapitalsanlagen im Ausland beziffert sich per Jahr auf 4 bis 5 Mrd. Dollar. Auch hier werden gesetzliche Massnahmen diesen Abfluss ins Ausland zu regulieren suchen. Im Lande indessen schreitet die Teuerung fort, sie ist im letzten Jahr um etwa 4 Prozent gestiegen. Lohnkaempfe hoeren nicht auf, und so fallen, als die Glocken das neue Jahr einlaeuteten, tiefe Schatten auf die Zukunft des Landes. Fuerwahr, die Jahreswende mag fuer die Vereinigten Staaten Schicksalswende werden. SIEDLER AM BANIAS Von Herbert Freeden Es ist nicht das Wetter, das grau ist. Sowie man vom noerdlichen Zipfel des Hulatales ueber Kibbuz Dan die neue asphaltierte Strasse zu den Golanhoehen hinauffaehrt, wechselt die Landschaft. Das regenfrische Gruen des Tales weicht der Haerte des schwarzen Basalts, der den Aufstieg zum Golanplateaü formt. Am westlichen Hang, der als demilitarisierte Zone zum souveraenen Territorium Israels gehoerte, aber widerrechtlich von den Syrern besetzt und mit Kanonen bestueckt war, begegnet man statt Baeumen gruenen Schildern, die verheissungsvoll auf eine neue Siedlung hinweisen — Nahal Snir, vorerst mehr ein Nachäl- Lager (Pioniersiedler des Heeres), als ein Dorf. Auch der Anblick der Barracken, die den Ansatz der neuen Ortschaft bilden, kann die Duesterheit der Landschaft nicht aufhellen. Hinter einer Einzaeumung von Stacheldraht stehen fertigfabrizierte Asbesthuetten, erst JUAN HOLZ Instalaciones Comerciales Puertas Ultra Plegadizas de Madera Revestimientos Enchapados Divisiones y Muebles de Oficina Estructuras Metálicas Vicuña Mackenna 1770 Tel. 52777 vor wenigen Monaten errichtet. Noch fehlt es an Gaerten, und keine Wege machen den Morast begehbarer, der den Platz in ein kleines Sumpfland verwandelt hat. Am Tor sitzt ein Posten mit immer bereitem Uzi. Drinnen allerdings sieht es gemuetlicher aus und ’ im Speisesaal bietet man Erfrischungen an. Ein junger Offizier, Kommandeur von Nachal Snir empfaengt uns. Er stellt sich sofort als Arnon vor. Der Optimismus, den er ausstrahlt, erwaermt mehr als der heisse Tee. Die Mehrzahl der Jungens und Maedchen, Mitglieder der Nachalgruppe, die gegenwaertig die Siedler stellt, so erklaert er, stammen aus Tel-Aviv .Sie sind Absolventen von hoeheren Schulen, die vor ein paar Monaten ihr Abitur bestanden haben. Viele von ihnen beabsichtigen spaeter zu studieren, aber bereits jetzt haben sich manche entschlossen hier zu bleiben, wenn sie den Heeresdienst hinter sich haben. Arnon selber, ein Kibbuzmitglied aus Amir, weiss am besten, dass es nicht leicht sein wird, hier landwirtschaftlich Fuss zu fassen. Aber die Siedlung steht nicht allein — der Keren Kayemetli hilft mit Bodenentwicklungsarbeiten, und ausserdem wird sie vom Kibbuz Dan unterstuetzt, der diesen neuen Posten unter seine Fittiche genommen hat. Von dort kommen Rat, Experten, landwirtschaftliche Maschinen — und selbst Filme mit Projektionsapparaten fuer abendliche Unterhaltung. Diese “Adoptierung” ist nicht zufaellig. Als im Jahre 1939 Dan und bald darauf Kibbuz Daphne errichtet wurden, sollte auch am Baniasfluss eine Siedlung entstehen. Der KKL hatte bereits den Boden dafuer erworben, aber der Beginn des Weltkrieges verzoegerte den Plan, und er wurde zu den Akten gelegt. Nach dem Unabhaengigkeitskrieg sah man erst das Ausmass der Unterlassung, aber dann war es zü spaet: die syrischen Kanonen hatten sich bereits dort eingenistet. Wenn dieser Nachalposten einmal eine permanente Siedlung wird, duerfte sie mit dem Hashomer Hatzair (Kibbuz Arzi), dem auch Dan angehoert, affilliert werden. Nach dem Sechstagekrieg musste der Keren Kayemeth erst einmal das Land Urbarmachen. Bis jetzt sind 2.000 Dunam fuer Bearbeitung gewonnen worden, und es besteht schon ein detailliertes Programm, was auf diesem Boden angebaut werden soll. Die Urbarmachung war ein besonders gefaehrliches und schwieriges Unternehmen, hier ging es nicht nur um die Saeuberung von Steinen, sondern auch von Minen, und das gelang in vorsichtigem Tempo nur mit Hilfe des Ingenieurkorps der Armee. Weitere 300 Dunam wurden fuer die Errichtung der Huetten nivelliert. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die permanente Siedlung nicht auf dem Platz der jetzigen Barracken gebaut werden, sondern ein paar hundert Meter weiter oestlich auf dem Kamm der Hoehe gelegen sein. Da die Uebersiedlung noch eine Zeitlang dauern wird, versucht man schon auch hier, etwas auch nicht Baeume, so doch Blumen zu pflanzen. Vom “Klubhausin dem ein paar Zeitungen auf liegen, sieht man in das Tal hinunter, mit seinen Feldern, Fischteichen und dem Naturschutzpark von Tal Dan. Ganz in der Oede liegt Nachal Snir — nicht w< it, hinter den Huegeln versteckt, sind die Quellen des Banias. Ohne die wilde Schoenheit zu beeintraechtigen, wird jetzt hier vom KKL ein Picknickplatz angelegt. Auf diese Weise will man dem Touristenstrom, von dem auch die neue Siedlung profitieren wird, ein lohnendes Ziel geben. Ein Fahnenmast im Zentrum des Hofes, in dem jeden Morgen und Abend der Appell stattfindet, erinnert daran, dass die jungen Leute hier noch anderes zu tun haben, als die landwirtschaftlichen Bedingungen fuer ein neues Dorf zu schaffen. “Wir sind stolz darauf, hier oben die Ersten gewesen zu sein, aber das verpflichtet”, sagt Amor, als er uns zum Abschied winkt und durch den Morasr zurueck watet.

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