Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1967)
- Date
- 1967-12-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE 1967 Deutsche Gaeste im Lande... Wochen ernuechternd, als sie hoerten, dass es der tendenzioes verzerrenden, Nichtkenner der tasaechlichen Verhaeltnisse aber irgendwie ansprechenden Beredtsamkelt de neuesten propagandistischen commis voyangeur der Araber, des “armen kleinen’ Koenigs Hussein”, mehr oder minder zu gelingen scheint, die Bewunderung fuer die militaerische Widerstandskrait der angegriffenen Juden mancherorts in Westdeutschland von unkritisch sentimentalem Mitleid mit den Besiegten ueberschatten zu lassen. “Schlagartig erkannten wir. als es fuer Euch um Tod und Leben ging, wie grossartig Ihr seid”, bekomplementierte mich einer meiner Hausgaeste dieser Tage, uebrigens ohne zu ahnen, dass er mit dem Wort “schlagartig” eine ominoese Anleihe an die "Sprache des Unmenschen” machte—, “aber solltet Ihr jetzt nicht grosszuegiger mit den bemitleidenswerten a r a b ischen Fluechtlingen umgehen? Un wer haette es am eigenen Leibe wie wir Deutschen erfahren, dass sich Gewaltakte wie Gebietseroberungen auf die Dauer nicht auszahlen...” Was immer ich auf diese Anzapfung entgegnete— sie bildet keine Ausnahme. Sie zeigt, zu welch unerwarteten Schwierigkeiten sich Gespraeche mit unseren deutschen G a e s t e n komplizieren koennen. DER BESUCH LUDWIG ERHARDS (Schluss von Seite 1) Jerusalem an Prof. Erhard richtete, vergleicht man sie mit dem zufraelligen oder beabsichtigten Zungenschlag der Rede, die Levi Eschkol vor anderthalb Jahren beim gleichen Anlass zur formellen Begruessung Dr. Adenauers gehalten, und die damals fast zur vorzeitigen Aufhebung der Tafel gefuehrt hatte. Jetzt sprach er nicht mehr davon, dass Deutschland “immer noch erst auf dem Wege zur Uéberwindung der nationalsozialistischen Vergangenheit” sei, und ueberliess es Erhard, festzustellen, dass “die tiefe Erschuetterung u e b e r geschehene Schandtat und grenzenloses Leid in uns Aelteren immer lebendig bleiben wird”. Das Gleiche bekundete der Gast in Rechovoth, nachdem der fruehere Justizminister Pinchas Rosen, der Senior der ehemals “deutschen Zionisten” dargelegt hatte, dass “die historische Erinnerung unsere beiden Voelker zugleich trennt und verkettet”, wohl die denkbar treffendste Formel fuer die seelische und staaatspolitische Vielgestalt des heutigen Verhaeltnisses von Deutschen und Juden. Erhards Beschluss vom 7. Maerz 1965, die diplomatischen Beziehungen zum Staat Israel aufzunehmen, trug ohne Zweifel Ausserordentliches zur Verbesserung dieses Verhaeltnisses bei. Dennoch bedarf es langwieriger weiterer Bemuehungen, um es noch balancierter auszugleichen. Die Absicht des Altbundeskanzlers, den Campus der Jerusalemer Universitaet zu besuchen, wurde von einer Warnung der Hochschulleitung durchkreuzt, die studentische Demonstrationen wie im Mai vor einem Jahr, gegen Herrn Dr. Adenauer, befuerchtete. Im Hinblick auf den seitdem erfolgten Stimmungswandel des Gros der Studenschaft wurde diese Befuerchtung hierorts zwar als uebertrieben bezeichnet. Aber es zeigte sich, dass sie nicht durchaus unbegruendet war, als der deutsche Gast mehrere Tage spaeter einen Besuch der —religioes orientierten— Bar- Ilan-Universitaet abstattete, die ihre wertvolle Bibliothek beilaeufig bemerkt fast ausnahmslos Stiftungen aus der Bundesrepublik verdankt. Er und seine Ehefrau sahen sich vor dem Gebaeude, in dem er ueber die Wirtschaftspolitik des Gemeinsamen Europäischen Marktes referierte, unvermutet inmitten einer wenn auch nicht sonderlich grossen Schar von Jugendakademikern, die es mit lautstarken Sprechchoeren fuer noetig hielten, ihm die juedischen Opfer des Dritten Reiches in Erinnerung zu bringen, und gar fuer angebracht, auf Plakaten den Meisterchueler des juedisehen Nationaloekonomen Franz Oppenheimer als “Nazi” zu bezeichnen. Es focht ihn nicht an. “Jugend sollte eher der Zukunft als der Vergangenheit eingedenk sein”, mit dieser Randbemerkung liess er es in seinem Referat bewenden. Und der Asta der Universitaet entschuldigte sich kurz danach fuer den bedauerlichen Zwischenfall. Gewiss, erst der Zukunft wird es ungeachtet des diesjaehrigen, in so vieler Hinsicht hocherfreulichen Massenzustroms von Deutschen nach Israel ueberlassen bleiben, ob und wann der Bann zur Gaenze gebrochen sein wird. RECEPCION DE AVISOS LOS SERENOS 476 OS. 21 FONO 87765 Frankfurt mit nur zwei w 3 So komplex gestaltete sich in seinem Hintergruenden und seinem Verlauf auch der Aufenthalt des Altbundeskanzlers Prof. Erhard in Israel. Wie nach seiner Ankunft am 29. Oktober bekanntgeworden ist, waere der Besuch um ein Haar am Wunsch des Auswaertigen Amtes gescheitert, einen Ausflug Erhards in die Jerusalemer Altstadt und zum Okkupationsgebiet des “Westufers” zeitlich nicht mit der Deutschlandreise Husseins, Zusammentreffen zu lassen, zu dem Bonn momentan betont freundschaftliche Beziehungen anstrebt. Ein Kompromiss wurde nach lebhaftem Depeschenwechsel und einer Rueckspräche des zu diesem Zweck eilends nach Jerusalem gereisten Botschafters Dr. Pauls mit Herrn Eschkol dadurch erreicht, dass Ludwig Erhard diese Visite auf den letzten Tag seines Hierseins verlegte und auf die Besichtigung der Grabeskirche, der Klagemauer und anderer Sehenswuerdigkeiten des oestlichen Jerusalems beschraenkte. Zu den Hoehepunkten des Programms, das mit all den einem so prominenten Gast gebuehrenden Ehrungen dieser Visite voranging, zaehlten. ein Staatsbankett im King David-Hotel (Jerusalem) und die ebenso feierlich gestaltete Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Weizmann - Instituts in Rechovoth. Unueberhoerbar spiegelte sich die fortschreitende Normalisierung der deutsch-israelischen Beziehungen in den Worten, die der Ministerpraesident in wischen ndungen Lima und New York Flugplan ab 1. November (Vorbehaltlich Regierungsgenehmigung) Jetzt auch ZahlungsorloicMorun» gen hier Europa. Nutzen Sie den Tarif E-60 mit 29% Ermaessigung aus, der Ihnen die Moeglichkeit bietet, eine Hin-und Rueckreise nach Europa, Nah-Ostoder Afrika in 28 bis SOTagen zu machen. Dieser Sondertarif gilt bis 19. Juni 1968 mit Ausnahme der Zeit vom 4.. bis 24. Dezember 1967 Alle weiteren Einzelheiten erfahren Sie bei Ihrem IATA - Reisebuero oder bei ULTRAMAR, Agende Merftima Ltda. 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