Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1967)
- Date
- 1967-11-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1967 Erziehung, — ein Zentralproblem Israels Nicht nur in den besetzten Gebieten gibt es heute für die israelischen Erziehungsbe. hoerden besondere, schwerwiegende Probleme. Auch im übrigen Lande wird es noetig, diesem Zentralthema ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Ein Wirtschaftsjoumalist stellte dieser Tage eine Betrachtung an, was wirtschaftlich geschehen würde, falls die besetzten Gebiete auf laengere Zeit — wie vorauszusehen — unter israelischer Verwaltung blei. ben. Man muss damit rechnen dass eine Flut billiger "ungelernter Arbeiter” sich auch in das übrige Israel erglesst. Der jüdische Arbeiter, der mit dieser finanziell an spruchsloseren Konkurrenz nicht mitkommen kann, wird mehr und mehr in die besser bezahlte Facharbeit auswei. chen. Spaeter wird vermutlich auch der ungelernte arabische Arbeiter eine bessere Ausbildung erhalten müssen, einerseits um uns vor gesellschaftlichen Spannungen zu bewahren und andererseits, um den arabischen Lebensstandard nicht nur aus humanitaeren, sondern auch aus wirtschaftlichen Ueberlegungen heraus (vergroesserter Absatzmarkt!) zu erhoehen. Klar ist, dass die Berufsausbildung mit gesteigerter Energie vorangetrieben werden muss. Haifa hat auf diesem Gebiet seit langem eine führende Stellung. — Es hat — auf Grund einer der Lieblingsideen von Bürgermeister Aba Chuschi — ein Netz von Spezialschulen entwickelt, in denen ganz spezifische Berufe, von der Flugzeugwartung bis zur Hafenarbeit, von der Landwirtschaft bis zur Polizei- oder Bürotaetigkeit gelehrt werden. Die Haifaer Erziehungsabteilung hat in diesem Schuljahr für 58 710 “Schützlinge” aller Art, von Kindergarten bis zur Hochschule, zu sorgen. Ausser 3200 Kindergartenzoeglingen des Pflichtalters, die zu 92% staedtische Kindergaerten besuchen, werden auch 1200 Kinder von drei bis vier Jahren staedtischen Kin. dergaerten eingegliedert. Dies bedeutet gebenüber dem Vorjahr eine Vermehrung um 300 Kinder in dieser Sparte. Die Abteilung hat sich das Ziel gesetzt, den Unterricht gerade auf der niedrigsten und hoechsten “Leitersprosse” auszuweiten, und Abteilungsleiter M. Rinot sieht darin einen direkten Zusammenhang. Die Kinder des vorschulpflichtigen Alters in staedtischen Kindergaerten entstammen meist kinderreichen sefardischen Familien der aermeren Stadtviertel. Je früher sie aus ihrem bildungsfremden Milieu herausgenommen und an Lerndisziplin gewoehnt werden, je früher ihre Perzeptionsgabe durch entsprechendes “Training” gefoerdert wird, desto bessere Chancen haben sie für ein spaeteres gutes Fortkommen in der Volks- und Mittelschule; und desto wahrscheinlicher ist es aucn, dass ihnen einmal eine Hochschule die Tore oeffnen wird. Die Zahl der Volksschüler belaeuft sich in diesem Jahr auf 24 811 und ist gegenüber dem Vorjahr, angesichts des schwachen Geburtsjahrgangs der jetzt Sechsjaehrigen, um 500 zurückgegangen. Diese bedauerliche demographische Entwicklung haengt mit allgemeinen wirtschaftlichen und psychologischen Tendenzen zusammen. Der steigende Lebensstandard führte nicht nur bei den aschkenasi. schen, sondern auch bei den “gehobenen” sefardischen Fa. milien zu einem Geburtenrückgang. Ein anderes Problem hat die Stadtverwaltung angesichts der Abwanderung sefardischer Familien aus den Armutsvierteln der Unterstadt auf den Carmel zu bewaeltigen. Durch den Fortzug dieser Familien, der an sich zu begruessen ist, wurden viele Klassen in den Schulen der Unterstadt zu klein, um den Vorschriften der staatlichen Elrziehungs. behoerden zu entsprechen. •V •S « KuerziicU eroeffnet Internationale Kueche Ungarische, oesterreichische, deutsche, franxoesische, tschechische Spezialiteeten. Elegant, exclusiv, gemuetiich intim und romantisch Menu real . . E° 12.— Comida y Almuerzo Wegen Platzmangel nur einige unserer vielen Spezialítaeten. ENTRADAS: Rollmops en salsa Tártara.E° 3.00 Huevos Trouvilie 3.50 Camarones c. salsa americ. 3.80 PLATOS DE PONDO: Pollo a la Húngara c. pap. frít .. .. 7.30 Szegedin Goulasch . 8.30 Bauernschmaus 8.50 Chuletas (ahumadas) Haway . 8.40 Goulasch c. albóndigas . 7.20 Bratwurst en salsa de Goulasch 7.20 POSTRES: Copa Rióla. 3.20 Merengues c. franbuesas y crema chantilfy. 2.80 Puré castañas c. croma chant. 2.80 Pastel de chocolate . 2.30 etc. EN LOS ALTOS DE LOS CINES NILO Y MAYO Monjitas 879, 4’ piso Sonntags und Feiertags geschlossen r es ta ura n / RIOLA 301 INDUSTRIA MADERERA ■SU FERNANDO MAYER S~A. FABRICA DE MUEBLES INSTALACIONES SU HOGAR OFICINA LOCAL COMERCIAL GENERAL VELASQUEZ 1280 FONOS 95872 98575 STGO. Aus Ersparnisgründen erliess zudem das Erziehungsministerium eine Verordnung, wonach die Klassen etwas mehr Schüler als bisher aufnehmen müssen Auf diese Weise sollen Lehrergehaelter etc. eingespart werden. Oft haben nun - auch in anderen Stadtvierteln - z. B. zwei Schulen nicht mehr genug Schüler für vier Parallelklassen; sie müssen sie iauf drei Zusammenlegen mit dem Ergebnis, dass Volksschüler, aber auch Kindergartenkinder, jetzt ploetzlich nicht mehr in der Naehe ihrer Wohnung eingeschult werden koennen. Die Verantwortlichen meinen aber, dass der Schulweg — im Vergleich zum Ausland — immer noch relativ kurz sei. Ueber eine ganz besonders interesstante Frage berichtete Frau Towa Ben-Tow, die für die Foerderung einer Mittelschulbildung in bisher diesem Bildungsgang nicht so zugaenglichen Kreisen verantwortlich zeichnet. In diesem Jahre konnten nicht weniger ¡als 1150 Kinder nach Abschluss der Volksschule zum Weiterlernen “animiert’ werden, die sonst in eine Lehre gegangen waeren. Von diesen Kindern, die angesichts der Wirtschaftslage heute ohnehin nur schwer Arbeit oder eine bezahlte Lerhlingsstelle finden würden. gehen 540 in staedtische Gewerbemittelschulen, 2 2 7 in staedtische Gymnasien oder Realschulen und 383 in Privatmittelschulen aller Art. Die Stadt Haifa hat jetzt übrigens auch in Zusammenarbeit mit ORT eine neue Maedchenf achschule (für Kunstgewerbe and Büroarbeit) eroeffnet. Um die Kinder, die nur mit Nachhilfe ihr Studium fortsetzen koennen, auf den richtigen Weg zu bringen, veranstaltet man für sie Sommer-Vorbereitungskurse, Man gewaehrt ihnen spaeter Nachhilfestunden. Aber auch die Sozialarbeiter der Schule haben auf sie und ihre Familien ein besonderes Augenmerk zu richten. Oft zeitigt diese Mühe sogar eine segensreiche “Rückwirkung” auf das Elternhaus. So er zaehlte uns Frau Ben-Tow, dass ein Vater von 12 Kindern, von Beruf Box-Ohampion (!), und bisher aus Ueberzeugung Analphabet, nach einiger Zeit den Wunsch kundtat, Lesen und Schreiben zu lernen; “damit seine Kinder nicht klüger würden als er”. Er konnte wohl den Schlaegen im Boxring, nicht aber den Fragen seiner bildungshungri gen Kinder laenger standhalten. Und so ging er in einen Kurs für Erwachsenenbildung, als seine Kinder die Mittelschule bezogen. Er ist jedenfalls heute nicht mehr auf “Dau menabdruck-Unter Schrift” angewiesen... Im Vorjahr hatte die Erziehungsabteilung nur 850 Kinder, die sonst nicht weitergelernt haetten, in der Mittelschule unter ihren Fittichen. Ein Jahr vorher, im ersten Jahr dieses Projektes, waren es nur 485 gewesen. Die steigende Zahl bedeutet steigende Erfolge, aber auch wachsende Beanspruchung. Denn jedes dieser Kinder wird individuell betreut, damit es nicht nur einen nützlichen Beruf lernt, sondern auch ein guter Staatsbürger wird. Uebrigens werden auch schwierige Kinder aus sogenannten “guten” Familien mit einbezogen. Frau Ben- Tow meint, der aschkenasische Carmelbewohner, der meinte, er, müsse erst “seinen Namen auf Misrachi umaendern, um berücksichtigt zu werden”, habe nicht ganz recht gehabt. Auch er sei schlieslich auf seine Rechnung gekommen. In solchen Faellen ist die Machleket Hechwen (Abteilung zur Orientierung) dazu da, um den Eltern durch das bürokratische Labyrinth bis zum Endziel — der Weiterbildungsmo eglichkeit für schwierige Kinder — hindurchzuhelfen. (“Canfit”) ISRAEL-WOCHEN IN BASEL FRÜHJAHR 1968 Die meisten Warenhaeuser in der Naehe der Freistrasse, einer d. Hauptstrassen in Basel, wollen im Februar 1968 gleichzeitig eine Israel-Woche zum Andenken an der ersten Zionistenkongress veranstalten, der vor 70 Jahren in Basel stattgefunden hat. Zwecks Vorbereitung au* diese grosse Israel - Woche wird die Israelische Messegesellschaft im Oktober eine Ausstellung israelischer Waren in Basel organisieren, auf der die Warenhaeuser sich die für sie in Frage kommenden Produkte auswaehlen koennen. Wie in anderen Waren haeusern an der Freistrasse will auch der Migros-Kohzern im naechsten Jahre eine Israel - Woche veranstalten, und schliesslich ist eine gros se Ausstellung geplant, auf der die Entwicklung der Industrie Israel seit Staatsgründung demonstriert' werden soll. (“Canfit”) DER STOLZ DER WESTLICHEN... (Schluss von Seife 10) te, wo ihm leider nur noch drei Lebensjahre beschieden waren. Als Vorsitzender der “Vereinigung traditionell - gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands” galt er den Staatsbehoerden gegenueber als Sachverstaendiger fuer juedische Angelegenheiten neben Rabb. Dr. Leo Baeck, der das liberale Judentum vertrat. “Keine Orthodoxie ohne Munk” war fast ein gefluegeltes Wort in diesen Kreisen. Die Geschichte der deutschen, der westlichen, Judenheit ueberhaupt wird Esra Munk als einen der wertvollsten Menschen ruehmend nennen duerfen. CURT WILK