Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 10 (Octubre, 1967)
- Date
- 1967-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD C U l T U I A l I S A I l I T A MC ) I S K O I l PORTE Inscripción PAGADO 281 TARIFA PUBLICACIONES REDUCIDA PERIODICAS Sr„ Er&teto gelimann Casilla 1841 J Valparaiso L \— S.CL rMi JÖÄO«. M. AÑO XXIX N<> 10 SANTIAGO : OCTUBRE 1967 ZUR 15. JAHRZEIT WEIZMANNS Dem ersten Presidenten Israels Vor nunmehr fuenfzehn Jahren, am 21. Marcheschwan, (der in diesem Jahre auf den 24. November faellt), erfuellte Trauer die ganze juedische Welt und, darueber hinaus, weite nichtjuedische Kreise, als die seit laengerer Zeit befuerchtete Nachricht vom Ableben Prof. Ohaim Weizmanns, des ersten Praesidenten Israels, durch das Radio verbreitet wurde. Man beklagte allenthalben nicht nur den Heimgang eines bedeutenden Staatsmannes, den die junge Republik fasi vier Jahre zuvor an ihre Spitze berufen hatte, sondern auch den genialen wissenschaftlichen Forscher, den Menschen und Weltbuerger. Heute, fuenfzehn Jahre spaeter, lebt dieser Grosse im Gedaechtnis seines Volkes fort als einer Derjenigen, die durch Leben und Wirken. Sendung, und schoepferische Leistung den juedischen Staat, der sich in Kriegs— und Friedenszeiten so grossartig bewaehrte, entscheidend vorbereitet und mitgestaltet, die nationale Renaissance des Judentums verwirklicht hatten, mit der bedeutendsten Tat seines Lebens, der Erlangung der Britischen “Balfourdeklaration” von 2. November 1917, vor jetzt 50 Jahren, war Chaim Weizmann bereits in die juedische— und in die allgemeine Voelkergeschichte eingegangen. Es war ein weiter Weg, den der Sohn eines schlichten Juden des russischen Staedtchens zurueckzulegen hatte, bis er in die Kultur— und Gesellschaftskreise Westeuropas eintreten, mit Koenigen, Ministern, Botschaftern verhandeln, mit den Grossen der Staaten ueber das Schicksal des juedischen Volkes sprechen konnte als Gleicher unter Gleichen. In seinen Lebenserinnerun gen erzaehlt er: “Motol (unweit Pinsk) lag in einem der dunkelsten Winkel des Ansiedlungsrayonsv jenes grossen Gefaengnisses, das die zaristische Regierung fuer den groessten Teil ihrer juedische n Bevoelkerung geschaffen hatte. Der Vater war ein “Transportierer” von Holz, das er faellte, und fuer dessen Verfloessung nach Danzig er sorgte, ein stiller, wissenschaftlicher Geist, verloren in die Welt des Geschaeftes, aber beseelt von tiefen Ambitionen fuer seine Kinder”. Der aeussere Ablauf dieses Lebens ist bekannt: Das Studium in Deutschland und in der Schweiz, der Beginn der Universitaetskarrier e in Manchester, die Vermaehlung mit der Medizinstudentin und spaeteren Aerztin Vera Kazmann, die eine verstaendnisvolle Lebenskameradin und wissenschaftliche Mitarbeiterin werden sollte, die sehr wichtige Gewinnung von Aceton, die Anerke n n u n g durch die dankbare englische Regierung von Lloyd George und Balfour. Daneben lief vom 2. Zionistenkongress an, 1898, die zionistische Aktivitaet, die Weizmann zwar erst nach 1918 an die Spitze der Bewegung brachte, doch seine Persoenlichkeit lange vor dem Kriege, von Kongress zu Kongress, staerker in den Mittelpunkt des Kampfes um den praktischen Palaestinaaufbau und die geistige Erneuerung durch die von ihm stark gefoerderte Hebraeische Universitaet stellte. Dr. Chaim Weizmann, de jure Praesident der Zionistischen Weltorganisat i o n von 1920 - 31 und von 1935 bis 1946, hat diesem von ihm so bewunderten Organi s m u s, dem Erbe Theodor Herzls, den besten Teil seiner Bemuehungen geopfert. Er hatte Jahre hindurch die unendlich schwierige Aufgabe zu bewaeltigen, der Britischen Regierung gegenueber die Ungeduld und Unzufriedenheit der zionistischen Bewegung mit der Administration in Erez Israel zum Ausdruck zu bringen und, andererseits, die Repraesentanz der Juden, die zionistischen Kongresse, zu beruhigen, diesen die aussenpolitischen Probleme Englands auseinanderzusetzen, zu mahnen und zu bitten, zum gelegentlichen Nachgeben auf zuf ordern. Und mit geradezu prophetischem Weitblick erkannte Weizmann, dass die Anstrengungen der juedischen Welt zugunsten der nationalen Fonds zunehmen muessten, und dass sich die Heranziehung weitester Kreise ausserhalb des Zionismus als notwendig herausstellen wuerde. So erklaert sich sein leidenschaftlicher Kampf um die Erweiterung der “Jewish Agency”, den er 1929 gluecklich beendete, wozu ihm erfolgreiche Missionen vor allem in der USA und im damaligen Deutschland halfen. Gerade in der “Weimarer Republik” waren es juedische Organisationen und Institutionen wie der “Hilfsverein der deutschen Juden”, die Grossloge “Bene Berith”, der “Allgemeine deutsche Rabbinerverband” und die juedischen Jugendbuende sowie hervorragende nichtzionistische Persoenlichkeit wie Direktor Oscar Wassermann, Rabb. Dr. Leo Baeck, Generalkonsul Eugen Landau, Dr. (Fortsetzung Seite 29) General Issachar Schadmi Das “B.I.” nahm Gelegenheit, General Schadmi waehrend seiner Anwesenheit in Santiago einige Fragen vorzulegen. Soweit die Antwort nicht in der Tonband-Version seiner Ansprache, die wir an anderer Stelle dieser Ausgabe unter der Ueberschrift “Por primera vez en la historia...” bringen, enthalten ist, bringen wir im folgenden einen Auszug aus dem Gespraech. Herr General, bis zu welchem Grad erachten Sie die Aktion der israelischen Luftwaffe in den ersten Stunden des Krieges als entscheidend fuer den Sieg? General Schadmi: Diese Aktion war ein absolut entscheidender Faktor. Es gab aber noch andere entscheidenden Faktoren. So wie die Luftwaffe ihre Aufgabe mit dem Konzept in Angriff nahm, am ersten Tag bereits alle fuer den ersten Tag gestellten Ziele erreichen zu muessen, so taten es auch die anderen Einheiten. Diese Ziele waren weit gesteckt, aber, wie die Erfahrung bewiesen hat, erreichbar gewesen. Meine Tankbrigade zum Beispiel musste am ersten Tag eine Wegkreuzung 40 km innerhalb der Sinai - Wueste einnehmen, um die Verbindung zwischen zwei aegyptischen Divisionen abzuschneiden. Wir brauchten fuer diese 40 km 9 Stunden, weil wir durch Wuestensand fuhren, da wo es keine Wege gibt und wo die Aegypter es fuer unmoeglich hielten, dass wir Vordringen koennten. Es ging schwer und langsam vorwaerts, aber am Nachmittag waren wir da. Die Devise war: koste es was es wolle. Nun sagt das jeder General von der Schlacht zu seinen Soldaten, aber bei uns handelte jeder Mann danach, angefangen mit den Offizieren, die ihre Truppen nicht schickten, sondern wirklich fuehrten. Um zum Schlag der Luftwaffe zurueckzukehren: nehmen wir einmal an, er waere nicht zu 100% gelungen, sondern sagen wir, zu 50% oder zu 30%. Auch mit einer solchen Moeglichkeit hatten wir gerechnet. Es waere ja, an den ueblichen Praezedenzfaellen gemessen, auch ein hervorragendes Resultat gewesen. Natuerlich waeren dann manche Kaempfe haerter gewesen oder haetten laenger gedauert, aber am Endresultat haette das nichts geaendert. Soweit arabische Flugzeuge nicht -am Boden zerstoert wurden, sahen wir ja auch bei allen Luftgefechten, dass unsere Piloten weit ueberlegen waren. Bei den Panzerkraeften und Infanterie liegt das ebenso auf der Hand. Und schliesslich die Marine, die eine der Oeffentlichkeit viel weniger bekannte Aufgabe durchfuehrte: ein grosser Teil des aegyptischen Potentials steckte in der Kriegsflotte. Durch verschiedene Manoever und Aktionen gelang es aber unserer Marine, dass diese gar nicht in die Kaempfe eingreifen konnte. “B.I”: Gibt es Ihrer Ansicht nach fuer die vielen Faktoren, die Sie als entscheidend fuer den Sieg aufzeigen, einen gemeinsamen Nenner? General Schadmi: Ja. Das war die Tatsache, dass wir ihnen unser Konzept der Kriegsfuehrung auf zwangen. Wir diktierten das Gesetz des Handelns. Das ist keine Sache von Gestern und Heute. Darin steckt Arbeit, Studium, Planung von Jahren. Unsere Mittel sind begrenzt. Wir mussten uns daher schon immer fragen, welchem Aspekt wir unser Hauptaugenmerk zuwenden muessen. ' Eine Frage von Prioritaeten. Das Ergebnis hat gezeigt, dass unsere Einschaetzung betreffs der verschiedenen Prioritaeten korrekt war. Sie muessen alle von der Voraussetzung ausgehen, dass die Araber in der Lage sind, uns in der Anhaeufung von Kriegsmaterial zu ueberrunden. Als es losging, hatten sie in der Bewaffnung ungefaehr ein Verhaeltnis 2:1 gegen uns erreicht, sowohl in der Luft wie in Panzerstreitkraeften; auf dem Meer stand es sogar noch unguenstiger. Wir mussten also drei Dinge tun. Erstens, sie am Einsatz ihres Potentials hindern. Zweitens, unser eigenes durch staerkere Strapazierung multiplizieren. So kam es, dass einige Tankbrigaden an allen drei Fronten kaempften, erst der aegyptischen, dann der jordanischen, am Schluss der syrischen. Oder dass Kompagnien, die an der syrischen Grenze standen, weil der logische Angriff von dort haet- (Fortsetzung Seite 6)