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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-07-01 · 7 (Septiembre, 1967) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
7 (Septiembre, 1967)
Date
1967-07-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1967 ISRAEL IM KAMPF UM DEN FRIEDEN fuer den Vormarsch wurde getroffen. Natuerlich geben weder Russen noch Araber von solchen Abmachungen eine Mitteilung und wenn sie welche gaeben, so waere sie aufgrund ihres ausschliesslichen Zwecks der Irrefuehrung erlogen. Ihre Details waeren also nie bekannt geworden, wenn die sowjetisch-arabofaschistische Allianz die israelische Reaktion ebenso richtig vorauskalkuliert haette wie •' die amerikanische. Dies war aber nicht der Fall: Israel fuehrte den Gegenschlag. Am zweiten Tag wusste Nasser, dass er militaerisch erledigt war und propagierte die Version, nicht die Israelis sondern die Amerikaner wuerden ihn niederringen, um —nach innen eine Rechtfertigung fuer Schimpf und Schande zu fabrizieren, —nach aussen Moskau zur Intervention zu zwingen. Aber Moskaus Ohren blieben taub, das russische Volk erfuhr noch nicht einmal etwas von Nassers Versuch, die eigene Niederlage hinter dem Ausbruch des 3. Weltkriegs zu verbergen und am roten Fernschreiber quittierte Kosygin durch schweigende Zustimmung Johnsons Feststellung: “D e r Kerl luegt”. Und damit war das Uebereinkommen Nasser — Gromyko ploetzlich sonnenklar vor aller Welt ausgebreitet wie folgt: —-Ein aegyptisches militaerisches Vorgehen wird im Zuge der sowjetischen Global-Strategie gestartet. —Moskau liefert alle dazu noch notwendigen Waffen, soweit dies nicht schon geschehen ist. —Die aegyptische Absicht, Israel zu zerstoeren, wird von Moskau politisch und diplomatisch voll unterstuetzt werden. —Gegen eine eventuelle militaerische Intervention der USA sichert Moskau seinerseits auch militaerische Intervention zu. Der Kremi hatte richtig kalkuliert, dass USA abgesehen von einer lauen und zweideutigen politischen Unterstützung nichts unternehmen wuerde, um Israel zu retten. Von der Unmoeglichkeit, dass Israel sich selbst retten koenne, hatte Nasser —allein schon, um seine Bedeutung als wertvoller Verbuendeter herauszustreichendie Russen halb ueberzeugt; zur anderen Haelfte glaubten sie, dass Israel diesen Versuch keinesfalls mit militaerischen Mitteln wagen wuerde. In dieser Perspektive wird der verzweifelte Versuch Nassers, die USSR durch die Luege von der anglo-amerikanischen Intervention hineinzuziehen, ganz klar: nur unter dieser Vorbedingung hatte er sie, im Irrglauben an seine Faehigkeit, Israel zu besiegen, verlangt, und nur unter dieser Vorbedin gung war sie ihm zugesagt worden. Wenn sie nicht zustande kam, so weil: —Moskau wollte keinen “grossen” Krieg, —Moskau wusste, dass USA nicht intervenierte. —Es ist ausserdem noch fraglich, ob im hypothetischen Fall einer USA-Intervention Russland seine Hilfsversprechen erfue 11t haette, oder wie in den Praezendenzfaellen Korea, Vietnam und Cuba das Kaempfen weiter seinen Alliierten ueberlassen haette. Jedenfalls kam es nicht dazu. Wozu es kam, war einer der unglaublichsten Triumphe in der Geschichte bewaffneter Auseinandersetzungen. Noch selten war ein Sieg so gegen alle augenscheinliche Logik, so rasch, so weitgehend, so komplett, so eindeutig errungen worden. Noch selten aber auch waren die Folgen eines solchen Siegs so sehr umstritten wie in dieser Weltgegend, in der die orientalische Phantasie der Realitaet so hartnaeckig den Rang streitig macht, und wie in dieser Epoche, m der es keinen lokalen Konflikt mehr geben kann, der nicht die Grossmaechte auf den Plan ruft. Die arabischen Kriegsziele waren klar Umrissen und im Falle eines hypothetischen Sieges im Bereich der Moeglichkeit: —Vernichtung des Staates Israel. —Ausrottung, Unterwerfung, Vertreibung der juedischen Bevoelkerung. Eine solche Zerstoerung des geschlagenen Feindes war schon oft ein Resultat von Kriegen. Israel dagegen verfolgt ein viel komplizierteres Kriegsziel. Es kann weder die arabischen Staaten zerstoeren, noch deren Bevoelkerung ermorden, noch —und hierauf kommt es an— hat es dies je vorgehabt oder wird es je Vorhaben. Was Israel durch den Krieg suchen muss, ist der Frieden. Und das ist in der Geschichte wesentlich seltener gelungen, denn dazu genuegt selbst nicht ein solch kompletter Sieg, sondern dazu muss aucn auf der geschlagenen Seite Vernunft einkehren. Solange noch eine leise Hoffnung bestand, den Waffengang irgendwie zu vermeiden, argumentierten die Pessimisten nicht nur mit dieser Schwierigkeit, sondern gingen sogar so weit, zu beT haupten, dass sich die Erfahrung von 1956 wiederholen koenne. Wie erinnerlich, gewann damals Israel die mi- 1 i t a erische Auseinandersetzung auf Sinai und verlor die politische in der ONU, wo die USSR und USA gemeinsam den Rueckzug der Truppen erzwangen. Dann wurde der arabische Wuergegriff an der Kehle des Landes immer haerter, sodass einfach keine Wahl mehr blieb, aber tatsaechlich stehen wir heute wieder diplomatisch in einer a e h n 1 ichen Verteidigungsstellung. Der groesste Trost bei dieser Tatsache mag sein, dass es zweifellos besser ist, eine ONU-Mehrheit sammelt Stimmen fuer einen israelischen Rueckzug von Port Said als fuer einen aegyptischen Rueckzug von Tel Aviv. Ein gleiches gilt natuerlich fuer das Aufflakkern lokaler Gefechte. Aber abgesehen davon ist die Situation von 1967 nicht die von 1956-57, denn: —Damals drohte Bulganin mit direkter Intervention und Raketen. —Damals war USA unter Eisenhowers Fuehrung weltpolitisch auf der ganzen Linie auf dem Rueckzug. —Die britisch-franzoesische Kapitulation wirkte sich unvermeidlich auf die israelischen Moeglichkeiten aus, die eroberten Stellungen zu halten. —Diesmal waren die Sowjets nicht mehr in der Lage, so frech zu bluffen und begnuegten sich mit Waffenlieferungen fuer die Araber Diplomatische Unterstuetzung der Araber Abbruch der Beziehungen zu Israel seitens der USSR und der kommunistischen Staaten Osteuropas, mit der ruehmlichen Ausnahme von Rumaenien. —Johnson ist sich allen Anschein nach klar darueber, dass Israel durch das.Loeschen des arabischen Brandherdes auch nebenbei die Kastanien der USA aus dem Feuer geholt hat. —Er scheint nicht geneigt, in den Rachegesang, den die Geschaedigten darob angehoben haben, einzustimmen. —Trotz allen p o 1 i t ischen Feuerwerks aus Paris, wo nichts unterlassen wurde, um im Trueben zu fischen, ist es klar, dass es nur noch zwei Grossmaechte gibt, die in der Zone etwas mitzureden haben. Der Chefredakteur von “L’Express”, Jean-Jacques Servan-Schreiber, ist sogar der Ansicht, dass es nur noch eine gibt, naemlich USA. —Die ONU hat durch Missbrauch des Vetos, Unfaehigkeit und Parteilichkeit ihres Gene ralsekretaers, Rueckzug der FENU-Truppen und andere Missgriffe praktisch den ganzen Nimbus eingebuesst, den sie 1957 noch besass. —Die Westmaechte haben groessere Oelreserven als damals, und sind auch im Hinblick auf anderweitige Quellen, grosse Tanker und sonstige Faktoren nicht mehr so auf Gedeih und Verderb abhaengig vom arabischen Petroleum unc. dessen Transport durch den Suez-Kanal. Der diplomatische Schuetzengraben am East River ist also diesmal nicht mehr so unhaltbar wie vor elf Jahren. Das wurde gleich klar, als der russische Antrag auf bedingungslosen i s r aelischen Rueckzug im Sicherheitsrat scheiterte. Noch klarer wurde es, als der Kreml daraufhin gleichzeitig drei sich ueb e r schneidende Initiativen starten musste: —Einberufung der Vollversammlung der ONU unter Teilnahme von Kosygin —Versuch einer Wiederherstellung der Bulganin- Eisenhower-Front gegen Israel, durch persoenlichen Handel mit .Johnson. —Entsendung' von Podgorny nach Kairo und Damaskus, um das zerrissene Netzwerk der russisch-arabischen Allianz zu flicken. Die Annahme mag berechtigt sein, dass der ganze russische Zirkus in der ONU nur als Vernebelungsmanoever fuer die Aussprache mit Johnson dienen sollte, die man ansonsten nicht nur in China oder unter den Arabern als Kapitulation des Kreml empfunden haette. Wenn dem so ist, dann hat es sich nicht ausgezajilt, denn die drei Themen, die Kosygin interessierten, wurden mit den folgenden Resultaten debattiert: —Vietnam: Keine Einigung —Mittelost: Keine Einigung —Kernwaffen-Monopol: Das ist die einzige Rechnung, die man gerne gemeinsam aufmachen wuerde, ohne dass man recht weiss, wie dies ohne die kleinen Wir te in Paris, Peking und anderswo moeglich ist. In den letzten Juni-Wochen musste man daher die Aufmerksamkeit von Glassboro zurueck nach New York lenken, wo auch der kleinste der 122 Koeche die Gelegenheit wahrnehmen wollte, seinen Senf zum Mittelost-Salat dazuzugeben. Die Sowjet-Union legte sich zunaechst auf eine harte Linie fest, propagandistisch sowohl fuer den Hausgebraucn wie fuer den arabischen Konsum zubereitet. Kosygin entbloedete sich nicht, die erste Stimme im Chor der wuestesten arabischen Beschimpfungen zu singen, Israel der “Aggres sion” zu beschuldigen, Ammenmaerchen von Greueltaten zu erzaehlen, Krokodilstraenen ueber die Fluechtlinge zu vergiessen und selbst seine hitleristischen Verbündeten von 1939 zum Vergleich heranzuziehen, um zu verlangen: —Verurteilung Israels durch die ONU. —Bedingungsloser Rueckzug der israelischen Truppen auf die Linien vom 4. Juni. —Entschaedigungszahlungen an die arabischen Staaten. Es sollte sich sehr bald heraussteilen, dass die Forderung nach Verurteilung und auf Entschaedigungszahlungen nur ueber das eigentliche Ziel des Rueckzugs hinwegschossen, um in den unvermeidlichen Verhandlungen auch etwas “nachgeben” zu koennen. Als es naemlich klar wurde, dass eine solche Resolution nicht nur keine Zweidrittelmehrheit, sondern noch nicht einmal eine simple Mehrheit sammeln wuerde, starteten die Jugoslawen eine “Kompromiss’-Formel, zu welchem Behuf sie nicht mehr als osteuropaeischer Satellitenstaat auftraten, obwohl sie waehrend der. ganzen Krise treu und brav als solcher gehandelt hatten, sondern als Exponent der “dritten Welt”. Mit der Unterstützung von Mali, Tanzanien und einigen anderen moralisch ebenso qualifizierter Staaten der angeblich nicht kompromittierten Nationen wurde ein Vorschlag eingebracht, demzufolge beschlossen werden soll: —Sofortiger Rueckzug Israels auf die Linien vom 4. Juni. —Rueckgabe der Mittelost- Akten an den Sicherheitsrat Dazu Abba Eban: “Dieser Vorschlag soll Israel zwingen, so zu handeln, als ob es in Frieden lebe, und gleichzeitig den Arabern erlauben, so zu handeln, als ob sie Krieg fuehrten”. Die Position der USA wurde von Praesident Johnson in 5 Punkten wie folgt definiert: —Arabische Anerkennung des Staates Israel. —Ende des Kriegszustandes. —Freie Passage durch Suez und die Meerenge von Tiran. —Arabisch-Israelische Friedensverhandlungen. —Rueckzug der Truppen. US-Botschafter Arthur Goldberg ergaenzte diesen Vorschlag in der UNO durch die Idee, den direkten Friedensverhandlungen d u r ch einen Vermittler nachzuhelfen. Im Grunde genommen ist dieses nordamerikanische Programm von den israelischen Ideen ueber einen Weg zum Frieden nicht weit entfernt. Aus offensichtlichen Gruenden hat Israel seine Wuensche, Ansprueche und Argumente nicht in einer formellen Resolution vorgebracht, sie lassen sich aber ohne weiteres auf den einfachen Nenner bringen, dass es nur eine Grundbedingung gibt: —Arabisch-Israelische Verhandlungen zum Zweck eines Friedensvertrags. Im diesem Rahmen kann ueber alle Probleme nicht nur gesprochen werden, sondern sie koennten und wuerden auch bestimmt geloest werden, als da sind: —Ende des Kriegszustands. —Loesung der Fluechtlingsfrage. —Endgueltige Grenzziehung und Rueckzug der Truppen. —Regionale Zusammenarbeit Wer in die Details geht, wird feststellen koennen, dass in der Frage der Friedensverhandlungen Israel den Akzent sehr auf deren direkten Charakter legt, und kein Hehl daraus macht, dass die Intervention Dritter bisher weder dem Frieden, noch uns und am allerwenigsten den Arabern geholfen hat. Es wuerde jedoch zu weit fuehren, in diesem Zusammenhang alle Nuancen zu beleuchten, da im Grunde genommen die nordamerikanische Haltung insofern befriedigend ist, als sie drei Grundprinzipien respektiert: —Keine Rueckkehr zum explosiven Waffenstillstand von 1949. —Erst Friedensverhandlungen und Garantien gegen neue Aggressionen. —Dann Rueckzug der Truppen. Wie aber die Realitaet der ONU nun einmal ist, hat eine solche Resolution auch keine Chance auf Erfolg. Der franzoesische Aussenminister Couve de Murville hat dies mit ebensoviel Zynik und Realismus wie Schadenfreude ob der Isolierung der USA zum Ausdruck gebracht: “Die Araber wollten 20 Jahre lang nichts von Frieden wissen. Warum sollten sie es jetzt?” Dass die ONU vor 23 Jahren, als der Mufti und andere arabische Fuehrer noch im gegnerischen Lager waren, von den Alliierten geschaffen wurden, um angeblich den Frieden zu stiften, zu bewahren und zu foerdern, das hat er in diesem Zusammenhang nicht erwaehnt. (Fortsetzung Seite 18)

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