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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-05-01 · 5 (Mayo, 1967) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
5 (Mayo, 1967)
Date
1967-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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B i K BOLETIN SOCItDAD CUl T U INFORMATIVO 1 PORTE Inscripción PAGADO 283 TARIFA PUBLICACIONES J REDUCIDA PERIODICAS \ - nDACaoM< S.Cl. B"NE jisRoa A*. KtMtM «N MHt Mu . \»mu*ao om AÑO XXIX NQ 5 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1967 Rechenschaftsbericht des Presidenten der Gemeinde, Dr. Hans Reich auf der General - Versammlung der "B'ne Jisroel" Zukunft Rueckblick und Ausblick ~ Gegenwart und Nobelpreis an Agnon und Nelly Sachs - Praesideni Shazar in Chile - Rabbiner Nussbaum, ein bedeutungsvoller Besuch - Unser wichtigstes Problem, die Erfassung der Kinder. - Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Barcai - Die fehlende Generation - Religion und Tradition, das Fundament unserer Zukunft - Unser Gemein* debl’att Traeger der Kulturarbeit - Die SCI und der Jischuw - Ein Dank dem Cisroco - Ausblick in die Zukunft. Meine sehr verehrten Damen und Herren: Rueckblick und Ausblick — das ist das Leitmotiv unserer heutigen Zusammenkunft. Rueckblick, weil wir heute uns Rechenschaft geben wollen ueber die Arbeit des nunmehr abgelaufenen Geschaeftsjahres, um uns in aller Offenheit darueber klar zu werden, was wir erreicht haben und was wir nicht durchfuehren konnten. Ausblick, auf das kommende Jahr, weil aus dieser heutigen Generalversammlung, der hoeehsten Instanz unserer Gemeinde, die Anregungen kommen sollen und muessen, die den Arbeiten der heute zu waehlemden Gemeindevertretung Richtung geben sollen. EINE EHRUNG UNSERES GANZEN VOLKES Wenn wir die Ereignisse des vergangenen Jahres im juedischen und allgemeinen Leben vor unserem geistigen Auge vorueberziehen lassen, dann denken wohl alle mit Stolz zunaechst einmal an die Verleihung des Nobelpreises an zwei juedische Schriftsteller, Samuel Agnon und Nelly Sachs. Mit dieser hoeehsten Ehrung, die die Welt an die Grossen der Wissenschaft und Literatur zu vergeben hat, ist nicht nur das Werk von Nelly Sachs und Samuel Agnon geehrt worden, sondern das ganze juedische Volk. Von besonderer Bedeutung war diei Tagung des juedischen Weltkongress in Bruessel im August vorigen Jahres, die der Welt wieder einmal die Einheit unseres Volkes vor Augen fuehrte und die auf einem ausserordentlich hohen Niveau stand. MEHR ALS NUR EIN STAATSBESUCH Das wichtigste Ereignis im Leben unseres chilenischen Jischuw war —und wird es wohl fuer viele Jahre bleiben— der Staatsbesuch, den S. E. der Praesident von Israel, Herr Zalman Shazar, in Begleitung seiner Gattin Chile abstattete. Dieser Besuch hatte einen Erfolg, der weit ueber den Rahmen eines Staatsbesuches hinausging. Das Ehepaar Shazar gewann sich durch seine Schlichtheit und seine Bescheidenheit die Herzen des chilenischen Volkes. Ueberall, wo sie auf der Strasse bemerkt wurden, hoerte man spontane Rufe "viva Israel”. In den Gespraechen mit S. E. dem Praesidenten von Chile, Herrn Eduardo Frei, den fuehrenden Maennern der Regierung, der Wirtschaft und des geistigen Lebens, verstanden sie es, die Sympathien des chilenischen Volkes fuer Medinat Israel immer mehr zu vertiefen. Unvergesslich ist fuer einen jeden, der das Glueck hatte, hierbei anwesend zu sein, wie bei einem improvisierten Gottesdienst im Hotel O'Higgins in Viña del Mar der Praesident Israels mit kraftvoller Stimme die Haftara vortrug. Das war ein Erlebnis wie man es nur ein einziges Mal in seinem Leben hat. EIN GROSSER MENSCH Einen weiteren bedeutungsvollen Besuch erhielt unsere Gemeinde in der Person des Herrn Rabbiner Dr. Max Nussbaum aus Los Angeles — Hollywood, der im Aufträge der Centra einige der groessten Gemeinden unseres Kontinents besuchte. Ich sage ganz offen, dass wir vor diesem Besuch etwas Angst hatten, weil wir glaubten, es kaeme zu uns ein grosser Star aus Hollywood. Das war aber nicht der Fall, es kam zu uns kein grosser Star, sondern viel mehr, ein grosser Mensch. Die meisten von ihnen haben ja seine wundervollen Ausfuehrimgen im vollbesetzten Saale unseres Gemeindehauses gehoert, die auf uns alle so tiefen Eindruck gemacht und einem jeden von uns neues gebracht haben. Wer das Giueck harte mit ihm noch in den zwei Tagen seines hiesigen Aufenthaltes und wenige Tage spaeter beim Centrakongress in Montevido privat zusammen zu sein, lernte in ihm einen ueberragenden Mann kennen, der nicht nur ein gottbegnadeter Redner ist, sondern auch ein ungeheueres Wissen auf juedischem und allgemeinem Gebiete besitzt, das er gern und ohne. Ueberheblichkeit anderen zuteil werden laesst. Wir danken von dieser Stelle aus nochmals Herrn Dr. Nussbaum und der Centra fuer das grosse Erlebnis, das dieser Besuch fuer unsere Gemeinde bedeutete. EIN AUFRECHTER DEMOKRAT Bevor ich Ihnen ueber die Arbeit des vergangenen Jahres berichte, halte ich es fuer meine Pflicht des vor wenigen Tagen verstorbenen Altbundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer zu gedenken. Dr. Adenauer war waehrend seines ganzen Lebens ein aufrechter Demokrat, der sich ohne Scheu der Herrschaft der Untermenschen widersetzte und die Folgen seiner Stellungnahme auf sich nahm. Sofort nach Uebernahme des Amtes des ersten Bundeskanzlers hat er sich bemueht, die an den Juden veruebten Verbrechen wenigstens materiell wiedergutzumachen. So manche unserer Brueder verdanken es Dr. Adenauer, wenn sie heute ihren Lebensabend materiell: gesichert verbringen koennen. Ich glaube, sein Andenken wird auch in unserem Kreise verdientermassen als eines der wenigen Gerechten fortleben. DIE STATISTIK Es duerfte wohl fuer Sie von Interesse sein, wenn ich Ihnen, bevor ich mich der eigentlichen Taetigkeit unserer Gemeinde zuwende, einige statistische .mgaben mache: Wir hatten am 31. Maerz 1966 1310 Hauptmitglieder, 13 Mitgliedschaften erloschen durch den Tod, 35 Mitglieder sind infolge Wegzugs von Santiago oder aus anderen Gruenden ausgeschieden. 20 neue Mitglieder sind im Laufe des Jahres unserer Gemeinde beigetreten, sodass wir am 31.3.1967 einen Mitgliederbestand von 1282 hatten. Im abgelau f enen Geschaeftsjahre wurden 22 Trauungen in unserer Synagoge vollzogen, 50 Jungen wurden Barmitzwa, 9 junge Maedchen Bathmitzwa. RELIGIONSSCHULE UND BARCAI Wenn ich mich nunmehr den Einzelheiten unserer Arbeit im vergangenen Geschaeftsjahre zu wende, so muss ich, wie jedes Jahr, auch dieses Mal an erster stelle unser wichtigstes Problem hervorheben, die Erfassung und die Erziehung unserer Kinder, und zwar innerhalb unserer Religionsschule, sowie auch in der von uns s. Zt. ins Leben gerufenen und in jeder Weise tatkraeftig unterstuetzten Jugendorganisation Barcai. Die von unserer hervorragend arbeitenden Schul-Kommission durchgefuehrte Verlegung des Unterrichts auf den Freitag Nachmittag hat sich ausser ordentlich bewaehrt. Der Unterricht war von etwa 60 Kindern besucht, die danach zum groessten Teil —und das ist besonders erfreulich— zusammen mit ihren Eltern am Freitag-Abend- Gottesdienst teilnahmen, dem auch die 10 Teilnehmer der von Herrn Rabbiner Loewenstein abgehaltenen Post-Barmitzwa und Post-Bathmitzwa Kurse beiwohnten. D i e ser Gottesdienst hat s e 1 b s tverstaendlich kleine Umgestaltungen erfahren muessen, besonders durch Gebrauch der Landessprache, um ihn fuer die Kinder verstaendlicher und anregender zu machen. Ein ganz besonderer Erfolg war die Schaffung eines Kinderchores durch den ruehrigen Leiter der Schul-Kommision, der zur Verschoenerung dieser Gottesdienste viel beigetragen hat. Wir haben keinerlei Opfer gescheut, um durch Schaffung kleinerer Klassen den Kindern den Lehrstoff moeglichst intensiv nahe bringen zu koennen. Wir haben deshalb den Unterricht, abgesehen von Herrn Rabbiner Loewenstein, von vier Lehrern erteilen lassen, Frau Marianne Tobias und den Herren Berliner, Maguenzo und Szpiro. Wir freuen uns sehr, dass unsere Religionsschule sich so schoen entwickelt hat und danken der Schul - Kommission aufrichtig fuer ihre Arbeit. Aber wie jedes Jahr muss ich auch diesmal wieder darauf hinweisen, dass noch immer so viele Eltern ihre Kinder nicht zu uns schikken, obwohl zahlreiche Familien nicht nur schriftlich, sondern sogar auch durch persoenliche Besuche gebeten worden sind, ihren Kindern doch dieses Mindestmass von juedischem Unterricht zukommen zu lassen. Wir koennen es nicht verstehen, dass noch immer so zahlreiche Familien interesselos unseren Bemuehungen in dieser Richtung gegenueber stehen. Wir alle wissen, dass sich unser Judentum trotz aller Verfolgungen und Bedraengungen durch die Jahrtausende einzig und allein dadurch erhalten hat, dass unsere Vorfahren und auch wir alles Grosse und Schoene unserer Religion gekannt haben. Koennen Sie, meine Damen und (Fortsetzung Seite 5)

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