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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-01-01 · 1 (Enero, 1967) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
1 (Enero, 1967)
Date
1967-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 19G7 Zum 100. Geburtstage Freundes Israels Paul von Er war einer der fuehrenden Pazifisten in der “Weimarer Republik”, der Generalmajor Dr. Paul von Schoenaich (1866 — 1954), dessen hundertster Geburtstag im Dezember begangen wurde Er starb im hohen Alter von 88 Jahren auf seinem holsteinischen Gut, nachdem er fuer ein knappes Jahrzehnt die neue Freiheit noch hatte schauen duerfen. Die Nazis hatten den Greis 1934 in Schutzhaft genommen, ihn aber auf Intervention der internationalen Quaekerorganisation wieder freigelassen. Doch war es der Kummer dieses aufrechten Demokraten und Pazifisten, unter der Hitler - Diktatur schweigen und alle Verbrechen seiner Todfeinde hilf — und wehrlos mit ansehen zu muessen. Als der zweite Weltkrieg beendet war, zweifelte man, ob Baron von Schoenaich noch am Leben waere. Doch, inmitten des allgemeinen Chaos, 1946, tauchte er wohlbehalten in Hamburg auf. Nun war er bereits 80 Jahre alt, und mit abgeklaerter Altersweisheit blickte er auf seinen Lebensweg zurueck, der einmalig und einzigartig war. Neben dem General von Deimling (gestorben 1944). der den Beinamen “der rote General” fuehrte, ist Schoenaich der einzige hohe Offizier des alten deutschen Heeres gewesen, der sich auf Grund eigenen, grauenvollen Kriegserlebnisses zwischen 1914 und 1918 zur Erkenntnis durchgerungen hatte, dass ein kuenftiger Krieg ein beispielloses Verbrechen an der Menschheit waere, und dass alle Ruestungen und Kriegsvorbereitungen durch kompromisslose und leidenschaftliche Arbeit fuer den Weltfrieden ersetzt werden muessten. So begann von Schoenaich im Jahre 1920, pazifistisch zu wirken, was ihm dh Verachtung der Mehrheit seiner ehemaligen Kameraden eintrug und den glueheriden Hass aller Nationalisten, von der bürgerlichen “linken Mitte” bis zur “aeussersten Rechten”. Fast das gesamte Buergprtum und 'einen Teil der Arbeiterschaft hatte der Friedensgeneral nunmehr gegen sich, worueber er sich mutig hinwegsetzte. Natuerlich wurde er aus den Offiziersvereinigungen ausgeschlossen. Etwa ein Jahrzehnt lang ist dieser kluge und tapfere Kaempfer grossen christlicher; Schoenaich Praesident der “Deutschen Friedensgesellschaft” gewesen. Mitten im Kriege schon hatte Schoenaich erkannt, dass sich sein Vaterland auf falschem Wege befand. Seine Erkenntnisse in die Tat umsetzend, wurde er nach dem Kriege ein ehrlicher Demokrat und Pazifist. Seine Buecher -‘Wahre Demokratie” und “Abruestung der Koepfe” legen hiervon Zeugnis ab. Er begann, sich fuer alle edlen menschlichen Bewegungen zu interessieren. Er reiste zwei Mal nach Palaestina, weil ihn als Grundbesitzer und landwirtschaftlichen Sachverstaendigen die zionistischen Siedlungsprojekte stark beschaeftigten. Er kam begeistert vom Gesehenen' aus Eretz Israel zurueck, sprach in mehr als 50 oeffentlichen zionistischen Kundgebungen in vielen deutschen Staedten ueber die juedische Kolonisation, schrieb ein reizvolles Palaestina - Reisebuch und wurde im Jahre 1928 Mitglied des deutschen “Pro- Palaestina - Comitees”, dessen Praesident der ehemalige deutsche Botscha f t e r in Washington, Graf Bernstorff, war. Ferner bereiste der pazifistische General die Sowjetunion, die ihn nicht begeisterte, ihn jedoch feststellen liess, dass das neue Russland einen ungeheuren F o r tschritt gegenueber dem Zarenreiche darstelle. _ Unvergesslich bleibt das entschlossene Eintreten dieses Mannes fuer die Hilflosen und Unterdrueckten in aller Welt, und er kannte keine Unterschiede von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. In seinen letzten Lebensjahren wurde es still um Herrn von Schoenaich, und in seinen Briefen ins Ausland (1950 - 1952 etwa) beklagte er sich ueber das Aufkommen von Neo-Nazisten, die sich in die Staatsaemter einschlichen. Doch seinen Glauben an das Gute verlor er nicht. Er hatte Hitler und seine Vasallen ueberlebt und den Zusammenbruch von Militarismus und Nationalismus. Er wusste, dass die pazifistische Idee fortleben wuerde. An seinem 100. Geburtstage sollte die Welt seiner gedenken, der einmal, 1949 oder 1950 fuer den Nobel - Friedenspreis ausersehen wor den war. Gurt Wilk KARL MARX (z.l.) Am 15. Dezember verstarb nach laengerer Krankheit in Duesseldorf Karl Marx, Direktor der Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschland. Der Einfluss dieses bedeutenden Journalisten auf das allgemeine und das juedische Leben in Deutschland war betraechtlich und die von ihm gegruendete und geleit e t e “Allgemeine” vertrat stets in wuerdigster Form das grosse Erbe der deutschjuedischen Presse, und war das geachtete und aufmerksam gelesene Sprachrohr der juedischen Gemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland und weit ueber deren Grenzen. Das Hinscheiden von Karl Marx ist ein grosser Verlust nicht nur fuer das deutsche Judentum, sondern fuer uns alle. Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedaechtnis bewahren. Redaktion des (Boletín Informativo) ni LUTSCH ¡\ WAERE 75 JAHR! VINA DEL MAR Von CÜRT WILK Am kommenden 28. Januar haette Ernst Lubitsch, der geniale juedische Filmregisseur, das 75. Lebensjahr vollenden koennen. Doch leider erreichte er nur ein Alter von 55 Jahren; er starb am 30. November 1947 zu Hollywood. Lubitsch war geborener Berliner und hatte seine Buehnenausbildung bei Max Reinhardt erfahren, nachdem er zuvor ein kurzes Gastspiel in der Konfektionsbranche gegeben hatte. Von der Buehne gelangte er, unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg, zum Film, der ihn maechtig packte und nicht mehr losliess. Schon 1923 ging er nach Hollywood 1935 wurde er dort Produktionschef der Paramount. Doch noch in Deutschland hatte Lubitsch die ersten weltmarktfaehigen deutschen Filme wie ‘Madame Dubarry’, “Carmen”, “Anna Boleyn”, “Das Weib des Pharao” und “Die Flamme” geschaffen. Dann, in USA inszenierte er Spitzenleistungen wie “Lady Windermeres Faecher”, “Der Patriot”, “Alt-Heidelberg”. Sein erster ueberragender Erfolg im Tonfilm sollte “Die Liebesparade” mit Jeanette Mac Donald und Maurice Chevalier werden. Immer mehr in seinem letzten Lebensjahrzehnt spezialisierte sich Lubitsch aufbezaubernde Komoedien und Lustspiele, wobei er sich bemuehte, den typisch amerikanischen, etwas abgeklapperten Humor, durch witzspruehenden Geist zu ersetzen. So entstanden “Désiré”, “Ninotschka”, und, ein Gipfel seiner Kunst, “Der Teufel sagte... Nein”, viele Plaene hat der Kuenstler Lubitsch nicht mehr verwirklichen koennen, und so bleibt nur das schmerzliche Bedauern, dass es nicht mehr dazu kam. Was aber noch erwaehnt werden muss, ist die Tatsache, dass der Jude in ihm immer deutlich in Erscheinung trat dass er juedischen Emigranten-Kuenstlern nach Kraeften half, sich eine neue Existenz aufzubauen, das er seinen juedischen Schicksals Stammes- und Leidensgenossen beratend und helfend zur Seite stand. Ob man heute in Deutschland dieses grossen Filmmannes gedenkt, ist nicht bekannt; doch uns muss die Wiederkehr des Tages, an dem er haette 75 werden koennen, Anlass sein, seiner in Herzlichkeit zu gedenken. MONHIA 1037 Die Comunidad Israelita de Valparaiso, gemeinsam mit der Bene Berith (Chile), Wizo und CUJ, sind die Veranstalter dieses bedeutenden Ereignisses, das unter dem Motto “Judentum, eine dynamische Welt”, im Monat Februar stattf i nden wird. Von auslaendischen Professoren haben bereits Frau Dr. Lea Schazzoc’hio und Herr César Tiempo (Argentinien zugesagt. Schon im vorigen Jahre haben die Vertreter von Valparaiso bei jeder Gelegenheit darauf hingewiesen, dass man mit der “Erwachsenen- Erziehung” auch in Chile beginnen muesste. Zu Ehren Franz Rosenzweig, der in diesem Jahre 80 Jahre alt geworden waere, hat unsere Gemeinde das “Instituto Permanente de Estudios Judaicos” gegruendet, dessen erste Realisation das Sommerseminar in Viña del Mar sein soll, das vom 4. bis 28. Februar unter der Leitung unseres Rabbiners, Herrn Guenter Friedlaender ¡seine Taetigkeit aufnehmen wird, des ist bestimmt dasschoenste Gedenken an einen Mann, der als ein Soldat des ersten Weltkrieges sein grundlegendes Werk geschrieben und wenige Jahre spaeter, gemeinsam mit Martin Buber, die “freie .juedische Volksuniversitaet” gegruendet hat, um den Tendenzen der Aufloesung und der Assimilation entgegenzuarbeiten. “Judentum, enie dynamische Welt” umreisst klar und deutlich den Sinn dieses Seminars. Fuer wie viele unter uns bedeutet Judentum nur Tradition, die die naechste Generation einfach zu uebernejimen haette. Das ist ein guter Vorsatz, doch duerfen wir nicht vergessen, dass die Welt der Tradition hauptsaechlich das Fundament bilden soll, um der Zukunft neue Formen zu geben, denn das Judentum schoepft Kraft und Weisheit aus geistigem Erbe, um die Fragen der Zeit zu loesen, wird zum Motor einer neuen Aktivitaet und fuehrt zur Inspiration neuer Ideen. Unser Sommerseminar wiii seine “Schueler” in diesem positiven Sinne inspirieren. Es wird einmal etwas Neues, etwas Anderes sein: Die Konfrontation des Judentums mit den Problemen unserer Zeit. PROGRAMM Drei Themen werden im ersten Seminar behandelt werden; Die Propheten; die Pharisaeer; die Chassiüim. Als Vortragenden sind vorgesehen: Rabbiner Friedlaender, Frau Dr. Schazzochio und Herr Dr. Zeidis. Die Vorlesungen werden am Montag den 6, 13. und 20. Februar um 21.30 Uhr im Gemeindehaus, Alvarez 490, gehalten werden. Das zweite Seminar laeuft unter dem Titel: Der Jude und die sozialen Wandlungen unserer Zeit (El judío en el mundo socialista, los cambios sociales en Israel, ei judío en la sociedad pluralista). Herr Rodolfo Borzutzky hat sich verpflichtet die Vortraege, die Dienstag den 7. 14. und 21. Februar um 21.30 im Gemeindehaus stattfinden, zu halten. Das Thema des dritten Seminars lautet: Der Juden in der Zeitgenoessischen Literatur, und der Jude in der spanischen Literatur, Als Vortragende sind die Herren César Tiempo und Ijsaac Bergstein in Aussicht genommen. Dieses Seminar wird Donnerstags, am 9. 16. und 23. Februar stattfinden. Die Teilnehmer koenne: i sich die Kurse nach Beliebe .1 auswaehlen oder auch jede Vorlesung besuchen. Mittwochs wird es oeffentliche Veranstaltungen geben . Professor Guenter Boeh-m wird Lichtbilder von Marc Chagalls Werken bringen. César Tiempo wird Anekdoten aus seinem Bohemeleben zum besten geben und vieles mehr. Erew Schabbat wird nach altherkoemmlicher Art begangen werden, mit Kiddusch, Gesaengen und Benschen und wir hoffen, dass viele Teilnehmer am traditionellen Freitagabendessen ihre Freude finden werden. Ausserdem werden folkioristische Veranstalt,u n g e n sowie Filme, Konzerte und andere kulturelle und allgemein unterhaltende Darbietungen geboten werden. Am 28. Februar wird dieses Seminar mit einem Kameradschaftsessen seinen Abschluss finden, wo man anschliessend Erlebnisse und Erfahrungen austausc h e n wird, um es das naechste Mal dann beser zu machen. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung und laden auf diesem Wege aile Soromergaeste recht herzlich dazu ein. E. K. Suche Ehepaar fuer Haushalt Koccliia und Haushaelterin, Alter bis 50 Jahre. Biete bequemes Departamento und gutes Gehalt. Angebote: Telefon 393055, señora DORA BIS ZUM

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