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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-08-01 · 8 (Agosto, 1966) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
8 (Agosto, 1966)
Date
1966-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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OLETIN INFORMATIVO CIEDAD CULTURAL ISRAELITA *8' NE J I S R O E I ‘ REDACCION: S.Cl. 8'NE JISROEL AV. PORTUGAL S10 casilla 2M7 ■ Santiago chile AÑO XXVIII N? 8 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1966 DEUTSCHLAND FUER UND WIDER ZWEI BERICHTE UNSERES KORRESPONDENTEN DR. ABNER NECHUSHTAN, TEL—AVIV. Spannung und Entspannung nach einer Botschafter - Rede Der ’“Deutsche Tag” der ■vierten “Internationalen Industrie-Ausstellung” in Tel- Aviv hatte ein ebensolcher Erfolg zu werden versprochen wie der Pavillon der Bundesrepublik auf dieser Messe, die in den zwei Wochen ihrer Dauer von einer halben Million Menschen besucht worden war. Zu den Bauten der einheimischen Produzenten waren in den ‘Pavillons der Nationen” und den nach Erzeugniszweigen geg liederten industriellen Sammelstaenden immerhin 45 auslaendische Staaten mit 1212 Firmen getreten, zwanzig Laender mehr als das letzte Mal, vor zwei Jahren. Ivlit welchem Elan hatte das “fliegende Kamel”, das Sinnbild dieser Handels-Aussteifungen seit den zwanziger Jahren, da sie noch als “Levante-Messen” f i r mierten. diesmal s e i ne Schwingen •entfaltet. Es war etwa an .der Taverne der in unanfechtbarem Tudor-Stil gehaltenen “Picadilly-Inn” der Englaender zu spueren, in •der sich unsereiner —bei ziemlich deftigen Preisen— .an echt schottischen Lachsbroetchen und Watneys Ale laben konnte und sich bei •den Klaengen einer waschechten Londoner Militaerkapelle beinahe nach den Tagen des Palaestina-Mandafcs zuruecksehnte, da er (angeblich) eine “Briti s h Protected Person” war. Aber nicht weniger lockte die geheimnisvolle “Négritude” der 17 afrikanischen Messestaen- •de .mit all der Fuelle ihrer Masken, Skulpturen, Figurinen, Reliefs, Trommeln und •anderer sakraler wie weltlicher Musikinstrumente immer neue staunende Gruppen. Ohne es mit solchen Attraktionen aufnehmen zu wollen und zu koennen, hatten die “Sprach-Lehranlagen” der Telefunken-Gesellschaft und das Schulwerk- Instrumentarium des Deutschen Pavillons das Interesse betraechtlicher Scharen von Messe-Besuchern nicht minder auf sich gezogen. Tag fuer Tag hatten vornehmlich Sprachwissenschaftler, Lehrer, Paedagogen als Hoerei an den —unentgeltlichen— Vorfuehrungen dieser Lehr— und Lernmittel teilgenommen. Und zu der im luxurioesen Hilton-Hotel durchgefuehrten Gala-Modenschau 15 fuehrender Berliner Firmen hatte sich neben den Inhabern, Direktricen, Atelierzeichnern der hiesigen Haute Couture so ungelaehr die gesamte gesellschaftliche Elite der Stadt eingefunden. Beides, dort die Akzentsetzung auf geistig-kulturelle Dinge statt auf Westdeutschlands bewundert viel und viel beneidete, also gescholtene Schwerindustrie, und hier die Vorfuehrung von nicht weniger als 146 Modellen durch sieben deutsche Schoenheiten, und fuenf ebenso verfuehrerisch anziehende israelische Mannequins: es waren ausgesprochen glueekliche Einfaelle. Als ihr Hoehepunkt sollte sie der “Deutsche Tag” der Industrie- Messe ergaenzen. Leider kam es anders. Ungeschminkte Worte in einer hochpolitischen Rede Wie saemtliche uebrigen, von den fremdstaatlichen Teilnehmer-Gruppen mit der Foerderung ihrer Regierungen, Handelskammern und hiesigen diplomatischen Vert r e t u ngen veranstalteten “Tage” sollte auch er, in feierlichem Rahmen, auf dem Gelaende der Ausstellung stattfinden. So stand es ursprünglich auch in den Einladungen, die der deutsche Botschafter dem in solchen Faellen ueblichen Kreis von amtlichen Wuerdentraegern, Vertretern der Wirtschaft und der Presse aus diesem Anlass zugehen liess. Dann aber entschloss sich Dr. Rolf Pauls, die Feier in das Tel- Aviver Sheraton-Hotel zu verlegen, und liess den Text der Formulare maschinenschriftlich aendern, statt ihn neu drucken zu lassen (wozu die Zeit wohl noch gereicht haette j. Sollte es ihm zu denken gegeben haben, dass die vom Telefonanruf eines —selbstredend— anonymen “Warners” alarmierten Aufsichtsbeamten der Messe einige Tage vorher nach einer im Deutschen Pavillon angeblich versteckten Zeitbombe gesucht hatten? Schwerlich liesse sich davon ein Mann wie er einschuechtern, der die denkbar eindrucksvollste Probe seine.' persoenlichen Muts im August vorigen Jahres abgelegt hatte, als er sich von Scharen laermender Strassendemonstranten n i c ht daran hindern liess, sein Beglaubigungsschreiben in Jerusalem zu ueberreichen. Viel wahrscheinlicher waehlte er den g e schlossenen Vortragssaal des Hotels, um Unbefugte wirksamer ausschliessen lassen zu koennen als auf dem offenen, auch vor dem Deutschen Pavillon jederman zugaenglichen Gelaende der Aus Stellung, und um es waehrend der von ihm vorbereiteten Ansprache zu keinen S t o e r u ngsversuchen kommen zu lassen. Ohne jeden Zweifel war ihm von vornherein naemlich klar, dass er beim Grossteil seiner Hoerer, den Israelis, alles andere als ungeteilten Beifall mit dieser Rede finden werde. Wie wenig es denn auch eine auf den repraesentativen Anlass dieser Feierstunde zug e schnittene diplomatische Laudatio war, zeigte sich, als Dr. Pauls nach den Liebenswürdigkeiten der einleitenden Saetze er sprach sie in einem etwas abgehackten, aber dennoch * recht fluessigen Hebraeisch ziemlich unvermittelt ins Fahrwasser der Tagespolitik seiner amtlichen Zustaendigkeit glitt. Dem Kopfschuetteln und Stirnrunzeln der aus Jerusalem gekommenen hohen Beamten des Jerusalemer Aussenministeriums war zu entnehmen, mit weichem Unwillen sie auf die Erklaerung des Botschafters reagierten : “Nur mit grosser Sorge kann man verfolgen, wie aus politischen und Zweckgruenden das Leid der Vergangenheit immer neu und furchtbar aufgewuehlt wird, um die Gegenwart so zu stoeren, dass sie der Zukunft nicht zu dienen vermag”. (Fortsetzung Seite 8) Deutschland 196 6. ‘Lassen Sie mich zusammenfassen”. Im Haus des “Freien Senders”, in der Berliner Masuren-Allee, fuehrte ich ein Informationsgespraech von den vielen, die ich kuerzlich waehrend einer zwei Wochen lang mit Hoeren und Sehen bis an den Rand gefuellten Deutschlandreise der Organisationskunst und Gastfreundschaft , des Bonner Bundespresseamtes verdankte. Mit folgendem Satz brachte mein Gegenueber, ein politischer Radio— und TV-Kommentator von Rang und Namen, die von ihm eine halbe Stunde lang blendend improvisierte Rede zum Abschluss: “Lassen Sie mich zusammenf a s s e n: Wirtschaftlich sind wir ein Riese, politisch ein Zwerg". IMMER NOCH HOCHKONJUNKTUR Wie jede Formel von so lapidarer ¡Kuerze trifft nachmeinen Eindruecken auch diese nicht voellig i n s Schwarze. Die jetzt in der Bundesrepublik herrschende Hochkonjunktur ueberschattet i—oder vielmehr ueberlichtet— allem Anschein nach selbst die Jahre des ersten deutschen “W i r tschaftswunders”, vor der zwischen 1960 und 63 eingetretenen “Pause” der indutriellen Wachstumsrate. Aber der Geldwert der Deutschmark sinkt von Monat zu Monat, und zerschlagen war im Maerz der Kapitalmarkt, “einfach kaputt”, wie mir von Leidtragenden wie von Sachverstiaendigen vielerorts mit beredtem Achselzucken auseinandergesetzt wu r d e Darum sei auch die Hoffnung der Israelis auf 200 oder auch nur auf etwa 160 Millionen DM als die diesjaehrige Rate des von ihnen angestrebten, “und vom Altbundeskanzler formell (!) niemals zugesagten Entwickle n g. s k: r e dits” “absolut irreal”, versicherte mir im Foyer des Bundestagshauses in Bonn ein prominenter CDU-Abgeordneter, der sich mir als Konzerngewaltiger (in seinem Neben— oder Hauptberuf) nachdruecklich als jemand vorstellte, “der mit . Zahlen umzugehen weiss”. Und schuechterte mich mit Erlaeuterungen ueber “Bindungsermaechtigungen fuer Etatmittel” "bilaterale Kapital hilf e”, “finanzschwache Jahre" und sonstige budgetaere Interna maechtig ein. Eine Woche spaeter waren besagte 160 Millionen ausgehandelt worden ... Gewissaus dem Berliner Kurfuerstendamm, dies e m phaenomenal ueberdekorierten “Schaufenster”, aus der imponierenden Vielfalt neuer seit meiner letzten deutschen Stippvisite im Koeln Bonner Ballungsraum hochgeschossenen Fabriken usw. soll man keine voreiligen Schluesse ziehen. Ein “wirtschaftlicher Riese” ist in dieser undurchsichtigen europaeischen Gegenwart selbst das hochindustrialisi erte Westdeutschland nur unter dem Vorbehalt, dass die Nachfrage nach Arbeitskraeften weiter zweieinhalb mal so gross wie das Angebot bleibt. Kommt es zu einem Rueckschlagzu dessen Leidtragenden das gesamte Ausland unter Einschluss unseres Israel mit den Deutschen selbst gehoeren wuerde, so bewahre sie das Schicksal vor den Spannungen, die ¡beispielsweise mit den Massenentlassungen ihrer 1,2 Millionen Gastarbeiter aus Italien und Spanien verbunden waeren, eines soziologisch und massenpsychologisch auch heute offenbar nicht leicht verdaulichen Elements! WESTDEUTSCHLAND IM “KONZERT DER VOELKER” Andererseits duerfte mein Gespraechspartner im Berliner Funkhaus mit der Bemerkung “untertrieben” haben, ¡politisch sei die Bundesrepublik “ein Zwerg”. Allerdings laesst sie sich nicht in einem Atem mit den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion nennen, den beiden Imperien, die den Erdball heute beherrschen. Aber dass sie weder imstande ist noch verbrecherische Neigungen zu haben scheint, den “Griff zur Weltmacht” nach den beiden, von Deutschi and verlorenem grossen Kriegen dieses Jahf I hunderts zum dritten Mal 7 1 (Fortsetzang Seite

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