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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-07-01 · 7 (Julio, 1966) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
7 (Julio, 1966)
Date
1966-07-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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JULIO 1966 BOLETIN INFORMATIVO 21 GEDANKEN ZWISCHEN ZWEI UND DREI Badezimmer - Streiflichter Es bestellt wohl kein Zweifel, dass ein heisses Bad ungefaehr das Angenehmste ist, was es gemeinhin ueberhaupt gibt. An keinem Platz der unruhigen Welt ist man so entspannt, geruhs'am alleine und zufrieden, wie in der geraeumigen Wanne, im lauen, womoeglich duftenden Wasser. Maenner ziehen im allgemeinen die stramme, prickeln de Dusche vor. Sie reizt sie zum singen und prusten, sie ist schnell und sachlich, verschwendet keine kostbare Zeit. Durch sie ist der Zeitung-s - Annoncen - Begriff des “halben” Bades' entstanden und das — ehrlich gesagt — ist sie auch. So richtig "eingeweicht”, durchsaugt und gebrueht, kann man nur der Wanne entsteigen; die Dusche spuelt nur ab. Das Moebelstueck “Wanne” hat im Laufe seiner beglueckenden Existenz ganz ungeheure Veraenderungen in Material und Form erfahren. Vom primitiven Holzzuber im rauchigen Winkel der Kueche, bis zum kostbarsten Marmor - Bad in luxurioeser Riesenhalle, vom Monumental - Gefaes's mit ueberhohem Rand, zum eingelassenen Fliesen - Becken, vom Loewenklauen - befussten Monstrum, bis zum sachlichen Porzellan - Standard - Produkt der Neuzeit. Das Badezimmer, dieser intimste Raum der menschlichen Behausung, verraet, auch in routiniertester Ausstattung, mehr von der Persoenlichkeit seiner Benutzer, als diesen oft lieb ist. Der kostbarste, raffinierteste und gepflegteste “Salon“, der die Gaeste andaechtig erschauern laesst, empfaengt seine moralische Ohrfeige vom zufaellig besuchten Familien — Badezimmer, dessen schmuddelige Handtuecher, ungeschlossenen Tuben und Tiegel und haarstrotzenden Kaemme das’ wahre Gesicht der Gastgeber enthuellen koennen. Auch diesen rein funktionellen Raum kann man schoen gestalten, ihm Ausdruck seines nersoenlichen Geschmackes geb e n Der Färb - Skala und Kombinationsmoeglichkeit i s t heute kaum eine Grenze gezogen; Beleuchtungskoerper sind, ausser sachlich, huebs'ch in Formen, praktisch in Material, eingebaute Faecher und Schraenkchen fast selbst verstaendlioh, schoene Badewaesche kein Luxus mehr. Das Badezimmer der modernen Klein - Wohnung ist sc ausgekluegelt winzig, dass man Sich klugerweise einer Abmagerungskur unterzieht, bevor man es bezieht. Mit viel Geduld und peinlich duchstudierter Koerpergewandheit kann man mit der Zeit lernen, darinnen zu stehen, was bei Maennern fuer die taegliche Rasur unumgaenglich ist. Im Allgemeinen stoesst man sich beim Betreten, ja nach Koerpergroesse, an Knien oder Schienenbeinen wund, da immer irgendein lebenswichtiger Einrichtungsgeg e n s t a n d knapp hinter oder neben der Tuere installiert ist. Das's dessen Porzellan - “Ecken” rund sind, ist ein schwacher Trost. In jedem frueheren, besseren Badezimmer gab es einen Stuhl oder Hocker, auf dem man sich bequem nach wohligem Wannenband niederlassen konnte, um sich behaglich zu trocknen. Das gibt es heute nicht mehr. Man hat sich mit dem Wannenrand zu begnuegen oder muss einen anderen Sitz benuetzen. Letzterer allerdings ist heutzutage meistens neckisch mit Plastikrueschen verziert, was gewissermaßen einen Ausgleich schafft. Das moderne Badegelass ist in 98 von Hundert Faellen dunkel. Das scheint weder Sonne noch Mond hinein. Daher sehen die Frauen, nach ihrem dort bei kuenstlich - grellen Licht kunstvoll angelegten Make-up, recht lustig aus. Sie erscheinen, selbst am Vormittag auf dem Markt, in tollster Äbendbemalung. Aber wem faellt das schon auf, da es ja 98% so geht. Maenner haben es da wesentlich leichter. Sie stoert hoechstens beim Rasieren der dunstbeschlagene Spiegel. Denn der Lueftung geht es fast genau so, wie dem obeng’enan n t e n Sonnenschein: —sie ist nicht da. Der Spiegel—, wenn er schon genannt ist, wollen wir ihn auch etwas naeher besehen. Da die meisten Badezimmer von verschiedenen Familienmitgliedern gemeinsam benutzt werden, spielt die Hoehe dieses blanken Truggeschoepfes eine wichtige Rolle. Der grosse Vater sieht darinnen nur sein Untergesicht, was zum rasieren genuegt, aber dem etwa noch vorhandenen Scheitel wenig dient. Und je breiter dieser Scheitel wird, umso wichtiger ist die korrekte Haarverteilung um und ueber ihn. Die kleine, zierliche Mama erhascht gerade noch die Stirne und den Haaransatz im Spiegelbild, was fuer die “Wurzelbehandlung'’ (sprich: Nachfaerbung) aeusse'r s t wichtig, fuer die wohlgezogene Mundlinie aber recht unsicher ist. Dem Kind gedeiht der zu hohe Spiegel zum Segen, da er als'Ausrede zum Nichtwaschen dient. Eltern haben die Tendenz, laecherlicherweise den kleinsten Schmutzrand am kleinsten Kinderhals zu monieren. Was wieder mal beweist, dass der bei sich selbst nicht gesehene Schmutz, von Andern schneller erspaeht und ueberdimensional bekrittelt wird. Gibt es etwas Gemuetlicheres, als im entspannend — heissen Bad zu lesen? Kein Stuhl, kein Sessel, noch nicht einmal das Bett, kann diese absolute Losgeloestheit, dieses voellige Privatgefuehl produzieren, das uns das wohlig - warme Badewasser uebermittelt. Niemand kann uns stoeren, Telefon, Hausklingel, Dienstmaed c h e n Weltlaerm ist fern und ausgeschlossen. Wir sind alleine, endlich total alleine mit uns selbst und dem spannend e n Roman. Denn e i n Schmoeker muss es sein, den wir mit in die Badewanne nehmen, bequem, leicht, lauwarm und angenehm, wie Wasser, das uns umspuelt. Diese gestohlene halbe Stunde am fruehen Morgen mitten im geschaeftigen Tag, am Abend, dies kleine Stueckchen Heimlichkeit und leise nagendes, schlechtes Gewissen, macht den Genuss noch intensiver. Kommt dann letzten Endes doch ein Stoerenfried an d i e verschlossene T u e r plaetschern wir eifrig mH dem Wasser, sind enorm beschaeftigt mit schnellem abseifen und legen das Buch mit bedauerndem Blick heimlich und leise zur Seite. Die Badewanne, unser eigentliches Gespraechsobjekt, ist immer und auf jedenfall zu klein. Besonders, wenn sie modern ist. Der Notablauf ist so raffiniert tief angebracht, dass wirklich nur zur Not Wasser in der Wanne bleibt. Das Menschengeschlecht ist —so sagt man— durch den Sport in den letzten 50 Jahren um rund 10 — 12 Centimeter im Durchschnitt groesser geworden; in reziprokem Verhaeltnis dazu steht die Badewannen - Schrumpfung das letzten Halbjahrhunderts. Man sollte die Aermsten auf die Sportwiesen jagen. Eine Badewanne ist wirksamer, als jegliche andere Verjuengungskur. Selbst Voronoff und seine Affendruesen mussten vor ihr kapitulieren. In ihr wird der gesetz e s t e, wuerdigste, grauhaarigste, ausgewachsenste Mensch zum Kind. Er spielt mit Seife, Zehen und Schwamm mit Thermometer Waschlappen und Buerste. Besonders beliebt sind leere Plastikflaschen mit letzten Resten von Schaumseife. Wehe, wenn das Dienstmaedchen sie wegraeumt! Der Mann wird in der Wanne zum Hochseekapitaen, zum Tiefsee - Fischer. Er wird U- Boot und Fontaenen-spruehender Walfisch. Oder er ruht sich im Buddhismus aus und besieht seine Bauch. Die Frau wird verfuehrerische Nixe, traeumt von fernen Schatzinseln, sie reist als einziges weibliches Wesen auf Piratenschiffen und laesst Perlen und Geschmeide .ueber sich rieseln. Oh seelige Badewannen-Traumwelt!! Fuehrt uns die Badewanne ins Fantasie— und Kinderreich zurueck, so verwandelt uns das Badetuch unweigerlich in einen alten Roemer Dabei spielt das Geschlecht des Badenden keine Rolle Mann wie Frau wird mit der schwungvoll kleidsamen Badetuch-Toga zum wuerdigen roemischen Tribunen, wenn nicht gar zum Caesaren. Man ahnt den Lorbeerkranz auf dem stolzen Kopfe und fuehlt rethorische Anwandlungen. “Romans, Countrymen...! ” Herrlich, diese Akustik im feuchten Baderaum! Opernarien sind dort zu Tausenden gemordet worden. Maenner werden schmetternde Carusos, Fraeun toenende Melbas. Wer koennte dieser Verfuehrung widerstehen? Das wirkt sich zur ueblichen Fruehmorgen - Badezeit, besonders in einem Hochhaus mit ... zig Klein - Wohnungen, zum unvorstellbarsten Konzert aus. So etwas hat seine tief-volksoekonomischen Auswirk u ngen, denn niemand braucht mehr, .oder will gar, ein Opern - Abonnement zu nehmen. Was wiederum die armen Saenger in die Television draengt. Dort stoeren sie verhaeltnismaessig wenig, man dreht die Lautverstaerke solange auf Minimum, bis Vortragende und Zuhoerer ausgelitten haben. Wunderbar, so ein Knopfsystem. Auch die Badewanne hat ihre Knoepfe. Da ist z.B. der Ablauf - Gummi - Stoepsel, der, wenn auch an altmodischer Kette, immer noch verlaesslicher ist, als der moderne Hebel, der auf haeufigen und heftigen Gebrauch mit totalem Nichtfunktionieren reagiert. Die Kette kann hoechstens reissen, aber der Stoepsel funktioniert weiter. Solange es ihm nicht so geht, wie allen anderen loosen Dingen. Er verschwindet ganz einfach, ist nicht mehr da, hat sich in Luft aufgeloest. Ein physikalisches Absolut - Wunder, Top-secret. Nie wieder bekommt man einen gut sitzenden, tadellos schliessenden Ersatz. “Das Mass gibt’s nicht mehr”, “Fragen Sie mal im Spezialgeschaeft in San Bernardo nach”, “In Magallanes habe ich einmal etwas Aehnliches’gesehen”, “Zufaellig haben wir noch einen, Señora, echt Gummi, 250 Escudos!” (5 1|2 mm zu klein. Man hat ihn natuerlich gekauft). Und da steht nun die Wanne, mit offenem Mund, nutzlos und traurig, leer und kalt. Ihre einladende Glaette, ihr Glanz stumpft ab, man betrachtet sie wehmu e t i g. Schweren Herzens entschliesst man sich, sich von ihr, zu trennen; ihr Abbruch ist grausam und aeusserst schmutzig. Nie kann die Neue, die Viel - zu -Kleine, die Laecherliche den leeren Platz fuellen, weder im Raum, noch im Herzen. Pflegt sie, huetet sie, umhegt sie, Eure Alte, so Angenehme, so Zuverlaessige, so massvoll Angepasste, so Unersetzliche! Ich meine natuerlich Eure Wanne. K.g ALFOMBRAS SERVICIO DE LIMPIEZA SISTEMA NORTEAMERICANO Venta F. VIVACETA 1190 - TEL'374068 Recepción limpieza- El Molí no 1763 Tef. 370785 PROVIDENCIA 2628 - IRARRAZAVAL 17)0 PRODUCTOS DE sommieres revestidos DE MANIO, VARIOS MODELOS CAMAROTE» METALICO» 6VPCR •OLI DOS - VARIAD OS V ATRACTIVOS COLORES. O y SOFA CAMA .CONVERTIBLE EN DOS CAMAS O EN UNA DOBLE MODELO SIMBO’ EXCLUSIVIDAD DE COLCHONES RECORD. 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