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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-07-01 · 7 (Julio, 1966) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
7 (Julio, 1966)
Date
1966-07-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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JULIO 1966 BOLETIN INFORMATIVO 17 DER DICHTER MAX BROD ALS KRITIKER POSITIVES GIBT DAS MASS In der "Nachschrift 1918" zu seinem Roman “Juedinnen” schrieb Max Brod: “Haette ich nach dem Aufsehen, das “Nornepygge" machte, weiter in dieselbe Kerbe gehauen: mein Profil als Dichter haette sich verwirrt, waere eindeutig, einleuchtend geblieben. Nichts ist wesentlichere Vorbedingung fuer den Erfolg als die Eigenschaft, sich leicht ueberblicken zu lassen. “Und nichts verführerischer fuer einen Rezensenten ■—so moechten wir hinzusetzen—, als sich auf das sprichwoertliche hohe Ross zu setzen, nach Lust und Laune (L a un e!) im nachhinein etwas schulmeisterlich “gut" oder ‘'schlecht” zu finden. Eine huebsche Antwort fuer Zeitgenossen, denen es nicht um sachliche Wertung einer Leistung, sondern mehr um die Pflege persoenlicher Eitelkeit geht, findet sich in dem Buch vqn Max Brod, "Prager Sternenhimmel: Musik- und Theater-Erlebnisse der Zwanziger Jahre". (Paul Zsolnaj Verlag, Wien — Hamburg. 254 S. Ln. Dort heisst es: "Es ist das typische Vergnuegen nichtschoepferischei Geister, sich vor Bewunderung zu hueten, indem sie die Blickrichtung von vornherein auf die Maengel des1 Objektes wenden, die freilich leichter zu entdecken sind als sein einmaliger, grosser, lebendiger Zusammenhang, zu dessen Erfassung immerhin eine adaequat wohlfunktionierende Seele gehoert’’. Noch in juengster Zeit hat Brod bewiesen, dass beispielsweise eine Lebensbeschreibung ohne Hass oder Schwaermerei, wohl aber mit Anteilnahme und einem Gefuehl fuer Gerechtigkeit geschrieben werden kann. Was dem 81 jaehrigen Dichter in seinem wissenschaftlichen Werk “Johannes Reuchlin und sein Kampf"* selbstverstaendlich ist, war ihm schon damals, in den *Siehe auch Boletín Informativo, Diciembre 1965: “Vergleiche draengen sich auf". Daunendecken mit importierten Daunen Steppdecken Fabrik "Marcelo" Max Wetzstein 6c Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 4S379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Bezugsstoffe u. Inletts ataendlg auf Lager. Schlafsaecke für Ausflügler Komme einmal im Monat nach Viña u. nehme Auftraege entgegen. Zwanziger Jahren, wohlvertraute Uebung. Zeugt davon nicht bereits der Titel des' hier zu besprechenden Buchs, in dem von Erlebnissen die Rede ist, nicht aber von Kritiken? Das schliesst selbstverstaendlich Kritik nicht aus; sie ist jedoch im Sinne des Autors aufzufassen: “In zwei Jahren meiner Rezensententaetigkeit habe ich mit Tadeln gottlob nicht allzuviel Zeit verloren. Nicht- Bemerken ist der beste Tadel’. ' '‘Prager Sternenhimmel“ war urspruenglich im Kurt Wolff Verlag erschienen und seit Jahrzehnten vergriffen. Das Buch vereinigt Beurteilungen, die Max Brod waehrend der Zwanziger Jahre und knapp vorher ueber Ereignisse des deutschen und tschechischen . Sprechtheaters, die beiden Prager Opernhaeuser und Konzertsaele schrieb, ergaenzt durch einen Beitrag aus neuerer Zeit ueber Gustav Mahler. Da finden sich Artikel ueber den Komponisten Leo Janacek — einer der vielen, welche Brod gefoerdert hat, was ihm den Titel "Maezen des Geistes’’ eintrug - Beitraege ueber deutsche und tschechische Musik (Arnold Schoenberg, Josef Suk, Richard Strauss, Mozart usw.) und ueber “Buehnensterne’’. In letzterer Abteilung se prominente Namen wie Moissi, Max Pallenberg, Romanowski und Massary. Wer jene Zeit nicht erlebt hat, fuer den sind manche dieser Namen zwar bekannt, aber nicht vertraut. Fuer diese Leser sind Brods Berichte sicherlich willkommene Gelegenheit, Versaeumtes nachzuholen. Zugleich lassen sich Bekenntnisse des um gut vierzig Jahre Juengeren in Beziehung setzen zu seinen heutigen Aeusserungen. Brod schrieb beispielsweise gelegentlich einer Richard— Strauss-Woche: “Mein kritisches Prinzip ist: die Vorzuege eines Schaffenden als Erweiterung meines seelischen Reiches moeglichst bis ans Ende zu empfinden und von seinen Maengeln nur die allernotwendigste Notiz zu nehmen. Das Positive einer Leistung gibt mir das Mas:, des Kuenstlers Negatives kommt eigentlich ueberhaupt nicht in Betracht. Nur insofern es dem Positiven Lufl wegnimmt, macht es sich fuehlbar". Eine Maxime, zu der sich Brod sicherlich auch heute noch bekennt — uneingeschraenkt bekennen darf. An anderer Stelle: “Irrifher habe ich mich darueber gewundert, warum Kritiken so verdriesslich stilisiert sind, warum die Kritiker so gereizten Tons nicht ueber, sondern gegen die Werke schreiben, die sie zu beurteilen haben. Kritik koennte Kommentar der Kunstwerke sein, Vermittler zwischen Publikum und Kunst. Statt dessen ist sie- Front des Publikums, der erste Schuetzengraben des Publikums gegen den Ansturm der Kunst’’. An dieser Stelle das Zitat abzubrechen, liiesse, sich tendenzioeser Berichterstattung schuldig machen. Denn jetzt heisst es: “Nun bin ich selbst ein Jahr lang an der Front. Ein Jahr lang Kritiker. Und ich beginne zu begreifen. Man kann tatsaechlich gegen das Gute stumpf und verdriesslich werden, da so viel Schlechtes geboten wird”. Hier die Mitte gefunden (man darf wohl sagen: die Mitte gewagt) zu haben, gereicht Max Brod zu Ehre. Hinzu kommt: Was urspruenglich fuer den Tag geschrieben wurde, ist dank dieser Einstellung auch heute noch lesenswert — und oft von aktueller Bedeutung. Joachim Hemmerle UHREN REPARATUREN Garantie — Economie SALO SPIEGEL Pasaje Agustín Edwards 1078 RELOJES JOYAS Teléfono 87925 MONEDA 1037 KUNST UND LITERATUR EIN BOTSCHAFTER DES MUSICALS Von Joachim Hemmerle Elf Ziegen kamen in die engere Auswahl. Gesucht wurde “ein halbwegs intelligentes’ Tier”, und viele fuehlten sich berufen. Einige Vierbeiner schrieben persoenlich-so musste man den Briefen entnehmen —, andere zogen es vor, sich durch ihre Besitzer managen zu lassen. Immerhin ging es um die Besetzung einer tragenden Rolle in der Wiener Auffuehrung von George Gersh wins "Porgy and Bess”. Denn eine Ziege zieht bekanntlich das Waegelchen des Krueppels’ Porgy. Von dieser Viecherei berichtete uns Dr. Marcel Prawy, derzeit dramaturgischer persoenlicher Referent des Direktors der Volksoper Wien. Als er einen Journalisten bat, ihm bei der Beschaffung dieses wichtigen "Requisits" behilflich zu sein, konnte er nicht ahnen, wie schnell und gruendlich sein Wunsch in Erfuellung gehen wuerde. Auf der ersten Seite einer Wiener Zeitung las man tags darauf den Dreispalter: “Volksoper sucht Ziege", und im Anzeigenteil wurde in der Rubrik "Offene stellen“ ebenfalls nach einer Ziege Ausschau gehalten. Und viele, viele Angebote kamen. Eines davon aus Koeln am Rhein. Als Produzent hat Marcel Prawy gelernt, Schwierigkeiten zu meistern. Er produzierte “Kiss me, Kate", “Wonderful Town” und “Annie, get your gun!" in eigener deutscher Uebersetzung. Durch seine "Kiss me, Kate”, Uebertragung in drei Sprachen und seine vielen erfolgreichen Produktionen dieses Stuecks war er kuenstlerisch und menschlich Cole Porter eng verbunden. In Wien gehoert “Kiss me, Kate’’ bereits seit zehn Jahren zum Repertoire. Die Begeisterung fuer das Musical kam in USA, Dr. Prawy ist der ehemalige Manager des Kuenstlerpaares Jan Kiepura und Martha Eggerth. Zehn Jahre war er in den Vereinigten Staaten ansaessig, und am Broadway erlebte er alle Phasen der Produktion eines Musicals. Seit seiner Rueckkehr nach Europa 1952, widmet er sich der Einfuehrung dieser Kunstgattung. Den Unterschied zwischen der alten Operette und ihrer amerikanischen Nachfolgerin definiert Prawy folgendermassen: Die Operette ist fuer Leute geschrieben, die sich nach bequemen, kulinarischen Genuessen sehnen, das Musical hingegen wendet sich an Menschen, die mit denken. Tatsaechlich packt es wirkliche soziale Probleme an, die in der Operette nicht ueblich waren, man denke nur an “West Side Story”. Dr. Prawy hat im oesterreichischen Fernsehen eine eigene Serie, “Opernfuehrer", ausserdem wirkt er haeufig im Rundfunk. Ferner unternimmt er Vortragsreisen, wo er zugleich auf der Suche nach jungen Talenten ist. Des oefteren faehrt er in die Heimat des Musicals und kehrt aus Nord-Amerika stets mit neuen Anregungen zurueck. Wie sehr sich der sympathische Botschafter auch fuer das Musical einsetzt, es ist fuer ihn letztlich doch nur ein Hobby. Denn Dr. Prawy unterrichtet an der oesterreichisehen Staatsakademie und widmet sich vornehmlich den ernsten Aspekten des Unterhaltungstheaters. Seine Liebe gilt Wagner— Opern. Er besticht jede Wagner-Auf fuehrung und jede Richard — Strauss - Vorstellung. Denn Dr. Marcel Prawj akzeptiert nicht die mitunter anzutreffende Wertung von ernster —ernstzunehmender und leichter— unkuenstlerischer Musik. Er kennt sich in beiden Kuensten aus und begeistert sich —und in seinen beschwingten vortraegen andere— fuer sie. WINDSOR PLAQUE Golden Tombak Line PRESENTA SU NUEVA LINEA DE Carrito de Té Recto Carrito de Té Ovalado Revistero-Discoteca Mesa — Teléfono

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