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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-05-01 · 5 (Mayo, 1966) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
5 (Mayo, 1966)
Date
1966-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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t ti BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CUlTUCAt ISHAEIITA ‘ B ’ N E ) I S ft O E L * ■EDACOON: S.CL B’NE IISROB AV. «OBIUGAl 8M CUfcLA ]«7 ■ UMIU90 CMHE AÑO XXVIII N<? 5 SANTIAGO DE CHILE MAYO 1966 Rechenschaftsbericht des 1 ' der SCI “B’ne Jisrnel” Dr. Hans Reich, auf der Generalversammlung der Gemeinde. WIR HABEN VERTRAUEN Nicht in ein geistiges Ghetto - Die Judenerklaerung des ¡Konzils - Aufschwung der Religionsschule - Die zweite Generation, ein brennendes Problem - Umstellung des "B. I." auf Spanisch - Ein Silberstreifen. Wenn wir in der Generalversammlung am Ende eines Geschaeftsjahres auf das abgeiaufene Jahr zurueckschauen, so darf sich dieser Rueckblick nicht lediglich auf das beschraenken, was sich in unserer eigenen Gemeinde ereignet hat. ¡Wir muessen uns — wenn auch nur in kurzen Zuegen — mit den wichtigsten Problemen unserer naeheren Unwelt und der gesamten Welt beschaeftigen, da wir anderenfalls uns in ein geistiges Ghetto einschliessen wuerden. Es ist selbstverstaendlich, dass wir uns zunaechst mit Chile befassen, das uns in so grosszuegiger Weise Gastfreundschaft gewaehrt und vor der Vernichtung bewahrt hat, das das Geburts- und Heimatland unserer Kinder geworden ist. Im vergangenen Jahre hat die Regierung des Herrn Praesidenten Frei versucht, einen Teil der von ihr angekuendigten, zur Gesundung des Landes dringend erforderlichen Mas snahmen durchzufuehren. Die wichtigsten von ihr vorgeschlagenen und von dem Abgeordnetenhaus und dem Senat angenommenen Gesetze sind die Reform der Steuergesetzgebung und das Gesetz ueber die Renta presunta. Die Ertraege, die aus diesen Gesetzen erwartet werden, werden die Regierung in den Stand setzen, die von ihr in grosszuegigster Weise geplanten Verbesserungen, z. B. aui dem Gebiete des Wohnungsbaues und andere wichtige Projekte durchzufuehren. Ein weiteres sehr bedeutsames Gesetz ist bisher von den gesetzgebenden Koerperschaften noch nicht angenommen worden, naemlich die sogenannte Reforma Agraria, die eine gerechte Verteilung des Grund und Bodens vorsieht und damit eine Verminderung der Arbeitslosigkeit herbeifuehren und die Not weitester Volkskreise lindern soll. Hoffen wir, dass es S. E. dem Herrn Praesidenten der Republik Eduardo Frei gelingt, seine grosszuegigen Plaene durchzusetzen und d a m it Chile zu neuer wirtschaftlicher Groesse und Bedeutung zu bringen. Die chilenische Regierung und vor allem der Herr Praesident stehen der juedisenen Gemeinschaft freundschaftlichst gegenueber,- die berufenen Vertreter unseres Jischuw haben stets bei den zustaendigen Stellen ein geneigtes Ohr gefunden. Besonders herzlich und tief sind die Beziehungen, die Chile mit Israel verbinden. Es sind zwischen den beiden Staaten, die uns so sehr am Herzen liegen, in unseiem vergangenen Geschaeftsjahre dank der unermuedlichen Arb e i t unseres besonderen Freundes, des Herrn Botschafters Dr. Naor, der sich in hiesigen Regierungs- und diplomatischen Kreisen des groessten Ansehens erfreut, eine .Anzahl von Abkommen auf wirtschaftlichen und kulturellen Gebieten getroffen worden, die sich fuer beide Staaten nutzbringend auswirken werden. Die Kroenung der freundschaftlic h e n Beziehungen zwischen Israel und Chile ist die Einladung, die S. E. Herr Praesident Frei an den Praesidenten Israels Salman Schazar zu einem offiziellen Staatsbesuch ergehen liess, der zwischen dem 27. Juni unddem 4. Juli erfolgen wird. In Israel ist es Minislerpraesident Levi Eschkol gelungen, wiederum eine Koalitionsregierung zu bilden. Wir wuenschen von ganzem Herzen, dass Herrn Eschkol in seiner neuen Amtsperiode Erfolg beschiedfeu sei und dass es ihm gelingen moege, Israel weiter zu einer friedvollen Entwicklung zu fueh ■ ren. Im August des vergangenen Jahres erfolgte der ¡Austausen von Botschaftern zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Das anfaengliche Missbehagen ueber die Entsendung eines deutschen Botschafters nach Israel ist zumindest aeusserlich verschwunden. Israel hat nach Bonn einen seiner besten Diplomaten entsandt, Herrn Ben Ascher, der z.Zt. sehr eingehend mit den Verhandlungen ueber die weitere Wirtschaftshilfe, die die Bundesrepublik Israel gewaehren wird, beschaeftigt ist. Nicht unerwaehnt darf in dieser .Rueckschau ueber das vergangene Jahr, auch der Krieg in Vietnam bleiben, der tausende bluehencler Menschenleben bisher gekostet hat und leider auch noch kosten wird, da sein Ende noch garnicht abzusehen ist. Friedliche und harmonische Ko-Existenz Weiterhin darf in meinem Geschaeftsbericht auch das Oekumenische Konzil nicht fehlen. Dieses Konzil war zweifelsohne eines der bedeutendsten Ereignisse der letzten Jahrzehnte. Selbstverstaendlich ist, dass wir mit den die Juden betreffenden Erklaerungen nicht so zufrieden sein ko.ennen, wie wir es zu Beginn des Konzils, insbesondere auf Grund der Erklaerungen des verstorbenen Papstes Johannes XXIII |und seines Mitarbeiters, des Kardenal Beaerwarten durften. Es heisst zwar in dem betreffenden Beschlüsse, dass die Schuld am Gottesmord nicht alle Juden treffe die damals glebt haben, und weiterhin Jen Juden von heute nicht zur Last gelegt werden koenne. Im Ganzen betrachtet ist die Judenerklaerung des Konzils ziemlich verklausuliert; trotzdem glauben wir, dass dieser, wenn auch nicht befriedigende, Beschluss die Basis fuer freundschaftliche Gespraeche zwischen der Kirche und uns geben kann, aus der einmal tatsaechlich eine friedliche und harmonische Ko-Existenz zwischen Katholizismus und Judentum sich heraus kristalisieren koenne. Einer der prominentesten Vertreter des liberalen Fluegels auf dem Konzil war S. Em. Raúl Kardinal Silva Henriquez von Santiago. Er hat seiner ¡Freundschaft ■ zu uns dadurch Ausdruck gegeben, dass er hier in unserem ueberfuellten Saale einen Vortrag ueber “Die Menschenrechte im alten Testament’’ hielt, der nicht nur m Chile, sondern wir duerfen wohl sagen, in der ganzen Welt groesstes Aufsehen erregt hat. Die liberale Einstellung des Kardinals, den wir als einen guten und zuverlaessigen Freund des juedischen Volkes ansehen, hat dazu gefuehrt, dass im verga ngenen Geschaeftsjahr erstmalig in Chile die Organisation fuer juedisch christliche Verbrued-srung mit Vortraegen und gemeinsamer Sozialarbeit an die Oeffentlichkeit getreten ist. Unsere beiden Herren Rabbiner haben an diesen Arbeiten mit besonderem Eifer teilgenommen, sodass das Repraesent-anten - Kollegium unserer Gemeinde in seiner Sitzung vom 4. November 1965 einstimmig folgenden Beschluss gefasst hat: “Das Repraesentanten - Kollegium dankt den Herren Gemeinderabbinern fuer die wuerdige Vertretung unserer Gemeinschaft in den Beratungen der juedisch-christlichen Zusammenarbeit”. Meine Damen und Herren: Es duerfte fuer Sie wohl von Interesse sein, dass ich Ihnen, bevor ich mich der eigenttlichen Taetigkeit unserer Gemeinde zuwende, einige statistische Angaben mache. Die Statistik Wir hatten am 1. April 1965 1328 Mitglieder, 15 Mitgliedschaften erloschen durch den Tod, 25 Mitglieder sind infolge Wegzugs von Santiago ausgeschieden, . 22 neue Mitglieder sind im Laufe des Jahres unserer Gemeinde beigetreten, sodass wir am 31.3.1966 1310 Hauptmitglieder hatten. 24 Trauungen wurden im abgelaufenen Geschaeftsjahr vollzogen, 35 Jungen wurden Barmizwa, 12 junge Maedchen Bath-Mizwa. Unsere wichtigste Aufgabe — Die Jugend Wenn ich mich nunmehr den Einzelheiten der Arbeit unserer Gemeinde im abgelaufenen Geschaeftsjahr zuwende, so muss ich, wie immer, an erster Stelle unser wichtigstes Problem hervorheben, die Erfassung und die Erziehung unserer Jugend innerhalb unserer Religionsschule, wie auch in der von uns ins Leben gerufenen und in jeder Weise tatkraeftig unterstützten Jugend-Organisation Barcai. An den verschiedenen Kursen unserer Religionsschuie nahmen i m vergangenen Jahre erfreulicherweise 60 Kinder gegenueber 37 im Geschaeftsjahr 1964 teil. Daneben hat Herr Rabbiner Loewenstein einen post — Barmizwa — Kurs geleitet, deivon insgesamt 10 Jugendlichen besucht wurde. Unterricht wurde von Herrn Rabbiner Loewenstein, Heim Schlomo Maguenzo und Herrn Tomas Berliner erteilt. Im nunmehr begonnenen Schuljahr beabsichtigen wir ausserdem den juengeren Kindern Religions-Unterricht von Frau Marianne Tobias erteilen zu lassen. Der Unterricht fand in unserem Gemeindehaus an jedem Freitag Nachmttag statt. Wir glauben, dass die Festsetzung der Klassen auf diesen N a c h m i ttag eine glueckliche Loesung war, wie ja der verstaerkte Besuch gegenueber dem ¡Vorjahre zeigt. Viele Eltern sind nun einmal gern am Sonntag Vormittag mit ihren Kindern zusammen und schicken sie daher lieber an einem Nachmittag zu uns an dem in fast keiner Schule Unterricht erteilt wird. Sollten sich aber, in der naechsten Zeit — idie Klassen haben ja eben erst uegonnen, genuegend Interessenten finden, so sind wir gern bereit, weitere Kurse am Sonntag Vormittag und evenr tuell auch an einem anderen Nachmittag - im Stadtteil Providencia einzurichten. Im allgemeinen kommen die Kinder zum Unterricht in die Religionsschule nach Beendigung ihrer Schulstunden, erhalten bei uns eine Erfrischung -und Kuchen und nehmen zum allergroessten Teil, das halte ich fuer besonders erfreulich, zusammen mit ihren Eltern nach den Unterrichtsstunden am Freitag — Abend — Gottesdienst teil — der selbstverstaendlich kleine Umgestaltungen erfahren musste, besonders durch Gebrauch der Landessprache, um ihn fuer die Kinder verstaendlich und anregend zu machen. Wenn es auch sehr erfreulich ist, meine Damen und Herren, dass wir in diesem Jahre eine weit groesseie Anzahl Kinder unterrichten konnten als im vergangenen und wir hoffen, dass die Zahl der Teilnehmer an den Unterrichtsstunden weiter steigen wird, so muss ich doch heute wiederum das wiederholen, was ich in jedem Geschaeftsbericht sagte. Wir koennen als verantwortungsbewusste Gemeindeleiter mit (Fortsetzung Seite 5) ^76466

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