Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 2 (Febrero, 1966)
- Date
- 1966-02-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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FEBRERO 1966 BOLETIN INFORMATIVO 1S GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 7. FORMZÜG DES ALPHABETS Secundum artem, nicht Schablone, Sei serviert in Reimes-Schliff, Als sisyphus’scher Sport, (nicht ohne) Sodass der Scherz und Spass sich lohne. (Der Schreiber sitzt vor Schrecken “stiff”). Schliesslich ist S Schlaraffenland, Es stehen Schichten, Serien, Spalten, Sehr saeuberlich, wie Meeres-Sand, In Schrift und Sprach fuer saemtlich Land. Es sollt per Saldo schwer nicht halten. Schalom sei dieses Spiels Signal, Schiniaere, sagenhaft Gebilde, Der Staat, der den Salut erwähl, Steht stolz im Voelker-Sippen-Saal, Mit Segens-Spruch in seinem Schilde. Scheitel tragen fromme Frauen, Samuel heisst “Gott erlioere“, Sodoms Sitten war’n ein Grauen, Stolz sind Synagogen-Choere. Scopus, schoene Bildungs-Staette, Sehnsucht, Salz und Saat und Samen, Superb modern in seinem Rahmen, Sich’rer Hort fuer die, die kamen, Schaden, wer verzichtet haette. Vieles waere noch zu singen, Salven koennte man noch schiessen, Sentiments gehoeren diesen Laender-Strecken, die verhiessen Uns nach sorgenvollem’ Ringen. Saus und Braus ist dort sehr selten, Schaffensdrang der Menschen Streben Standhaft schreiten sie durch’s Leben, Um der Erde Schutz zu geben. Spott, Sarkasmus sind wie Seide, Schillernd, samtig und sardonisch, Sanft satirisch, salomonisch, Scharf, Satanisch und ironisch, Stets in schelmenhaften Kleide. Schmeichelei und Scharlatan, Sind wie Schein und Schaum verbunden, Schmackhaft werden sie empfunden Von Skandal- und Schwindel-Kunden; Sensation sieht Segen dran. Stillstand, Stagnation und Stockung Sind dér Seele staerkste Scharten, Wer im stoisch sinnlos Warten Spielt dem Schicksal in die Karten, Schlittert in die Satte Lockung. Schmerz und Schock sind so-zu-sagen Schluessel oft und Schutz fuer Schlappen, Schickt vom Schlummer uns in’s Trappen, Schafft die Schlagkraft auf die Mappen, Siegt durch Sachlichkeit und Wagen. Sesshaft sind wir hier geworden, In dem schmalen Streifen Erde, So sie spendend Heimat werde, Zu stabilem, sich’rem Herde. Silber, Sulphur und Salpeter, Saftig gruenes Sonnen-Land, Schroffe Berge, Meeres- Strand, Staedte, selbst im Wuesten-Sand, (Schulden, hoch, wie Kilometer). In Santiago’s stolzem Schatten Schlaeft Siesta man noch gerne, Schireebedeckter Hoehen Ferne Bis Serena, wo man lerne, Dass die Spanier schwer es hatten, Als sie seinerzeit sporadisch Aus Perú, so spricht die Sage, Schritt fuer Schritt an Chile’s Lage Sanieren wollten ohne Frage, (Was Caciquen nicht sympathisch). ZUM 10G. GEBURTSTAG VGN RGMAIN RGLLAND Das sittliche Gewissen der Menschheit Von Curt Wilk In dem kleinen freundlichen Staedtchen Vezelay bei Clamecy (Nievre) ist der grosse Dichter Romain Rolland am 29. Januar 1866, also vor nunmehr 100 Jahren, zur Welt gekommen; dort ist er, im 79. Lebensjahre, am 30. Dezember 1944 dahingegangen, als das “sittliche Gewissen der Menschheit”, wie man ihn genannt hatte, den Kasmpfer fuer Menschenrecht und Menschenwuerde. Den Tag der endgueltigen Befreiung seines Heimatlandes von fremder Unterdruekkung hatte er nicht mehr erleben duerfen; doch der Endsieg der Alliierten hatte sich klar am Horizont abgezeichnet, als Romain Rolland seine guetigen Augen fuer immer schloss. Rolland, der Apostel der Voelkerversoehnung, dem die d e u tsch-franzoesische Verstaendigung zeitlebens am Herzen gelegen hatte, dieser grosse Europaeer, war mit vielen seiner Werke, vor allem mit dem Roman “Jean Christophe” und dem Drama “Die Zeit wird kommen” ueber die Landesgrenzen hinnausgeschritten und bis an sein Lebensende der gluehende Hasser von Gewaltanwendung gewesen, der auch den deutschen Nazis und ihrer verbrecherischen Fuehrung unerbittlich die ewigen, goettlichen und menschlichen Wahrheiten ins Gesicht schrie furchtlos und leidenschaftlich um das Gute ringend. Wie sehr dem Dichter das juedische Leid nahe ging zeigt jener Brief, den er bald nach Beginn des Zweiten Weltkrieges an den Presidenten der “Union de la culture juive” richtete: “Mich wuergen Schrecken und Schmerz so wie Sie; kein Tag, keine Stunde vergeht, ohne dass sich an allen Ekken der Welt Verzweiflungsschreie der gepeinigten und getretenen Menschheit erheben : Deutschland, Spanien, China..., man kann nicht mehr atmen, dass Herz erträegt es nicht mehr... Trotzdem muss man standhalten, man muss die Schande der Henker in die Welt schreien. O, grosses Deutschland, das ich geliebt habe, das ich noch immer liebe; ich weiss, dass die w a h n w i t zigen Schandtaten der fanatischen Barbaren die besten Deiner S o e h n e, tausende braver Menschen, mit brennender Scham erfuellen. Ich weiss es ich selbst habe manches Mal furch tsame Gestaendnisse darueber empfangen. Ich zweifle nicht daran, dass sogar in Deiner militaerischen Aristokratie die Stolzesten und die Ehrlichsten erniedrigt und empoert ueber jene Gewaltakte sind, die sie schweige nd mitansehen muessen, ueber diese feige Entfesselung eines Poebels, der auf Befehl gegen tausende friedlicher und arbeitsamer Menschen, gegen wehrlose Frauen und Kinder aufgestachelt wird, ueber dieses schaendliche Wueten derg a n z en Staatsmacht, die waehrend des Ersten Weltkrieges so viel Blut der Ihren fuer Deutschland geopfert hat, und deren grosse Geister so viel zum Ruhme Deutschlands beigetragen haben. Kein Feind Deutschlands haette ihm so unermesslichen Schimpf und Schande zufuegen koennen, wie diese elenden Propagandisten des Rassismus, die, es entehren. Der Widerruf des Edikts von Nantes hat auf Jahrhunderte hinaus zur Verarmung des m o n a r c histischen Frankreichs gefuehrt; die Aechtung des Judentums zapft Deutschland das beste Blut seiner Intelligenz ab; die Feigheit, die Grausamkeit, die Niedrigkeit der Verfolgungen wird ein Schandzeichen an seine Stirne heften, das nicht in Jahrhunderten wegzuwaschen sein wird. Aber Ihr, juedische Freunde, die ich entmutigt sehe, gebt Euch nicht der Verzweiflung hin und nicht dem Zweifel, der schlimmer ist als die Verzweiflung. Zweifelt nicht an Eurer Groesse und an der Gerechtigkeit, die Eure heiligen Buecher und die Propheten in der barbarischen Nacht vergangener Zeiten kundgetan und verkoerpert haben, wie in der Gegemvart seine grossen Soehne die Vorkaempfer und Apostel der sozialen Gerechtigkeit sind. Euer Platz in der Geschichte des menschlichen Fortschritts ist einzigartig; ihr zahlt dafuer mit einem Unglueck ohnegleichen. Dieses Unglueck wird Euer Ruhm sein. Tragt es,.wie Eure Vorfahren die Gefangenschaft von Babylon getragen haben, mit Mut und Glauben an die Zukunft. Im Ablauf der Zeiten habt Ihr grosse Reiche kommen und gehen sehen. Auch das Reich Eures Verfolgers von heute wird vergehen. Lange hielten sii im Schache, Ritter, Granden und Señores, Saeten sauber manche Zores, Lehrten sie mit Schlauheit Mores, Scheuten keine Scharfe Sache. Doch es kam Inés de Suárez Mit Valdivia, schnellen Reitern, Schiessgewehren, strammen Leitern, Spiessen, Saebeln und so weitern, Mit Caciques Schluss nun war es. Ob Saavedra, Salvo, Sánchez, Ob Salinas war ihr Namen, Die nicht saeumten, als sie kamen, (Mit Señoras, ohne Damen), Sie ver-sauten hier so manches, Viele Spanier, die Marannen, Hiessen Santa. Diese Leute, Streng katholisch sind sie heute, Juden und Verfolgungsbeute, Selten sich darauf besannen. Schleunigst will von Chile schweigen, Sauer soll der Sang nicht schmecken, Dank und Achtung schmaelert Schrecken. Selbst, falls Skepsis wir entdecken, Schrankenlos wir Lieben zeigen. Diese S-Sau-Schinderei Saeuberlich beendet sei. Schwierig darf ich sie wohl nennen, Schlicht und schlank will ich bekennen, Dass ich. Stunden nun schon schufte, Sei der Schnitt der Sammlung dufte, Dass, in sensitiven Sorgen, Schob das Schlafen ich. auf morgen, Dass die Spanne 2 bis 3, Seit Sequenzen schon vorbei, Dass, ich sag’s zu meinen Schanden, Selbst mjt simplen Anverwandten, Ich spezifisch S nur sprach, (Seicht verlacht mit Spott und Schmach) Suendhaft viel ward unterdrueckt, Denn es ist kein Reim geglueckt: Sabotage - Saxophon, Passten schwer in die Sektion; Schall, Salat, Saison und Saft, Samt und sonders ausser Kraft; Shakespeare’s Shylock und Sentenzen, Wollten schrullig staendig schwaenzen; Sumpfgewaechs und Schiefertafel, Gaben sinnloses Geschwafel.; Sahara, Sauregurkenzeit, Sozialismus, stand bereit; Salair, Silentium und Sanskrit, Machten - sonderbar - nicht mit; Seligkeit, Sophisterei, Rauschten simultan vorbei; Schaeb’gc Schuhe und Schmarotzen Schirm und Stiefel und — zum kotzen, Schnippchen-schlagen, Schlingen-schliessen, Schultern-staerken, Scheiben-schiessen, Safrangelb und Schnittig schweben, Wollten keinen Vers ergeben. So schiebt im Schritt und Tritte, Schleunigst ab ich durch die Mitte. K...g (gez.) : Romain Rolland.