Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 2 (Febrero, 1966)
- Date
- 1966-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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■) BOLETIN INFO» SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA r ' /Q i %. <?0 c*. AÑO XXVIII N<? 2 SANTIAGO DE CHILE FEBi. J.966 Gegen Kuiturkampí uau =. i-iianipí in Israel Von Dr. Abner Nechushtan, Tel - Aviv Gleich zu Beginn brachte das neue Jahr den Israelis etwa so, wie Joseph Haydn’s beruehmte Symphonie mit Faukenschlaegen einse t z t, nacheinander: ihre neue Regierung, nach 90 (!) muehsamen 'Verhandlsmgstagen von Levi Eschkoi schliesslich fertiggestellten Regierung in Tel-Aviv; ferner die seit viel laengerer Zeit ueberfaellige Landeskonferenz der Histadruth, der Allgemeinen Arbeitergewerkschaft; und ausserdem noch, in Jerusalem, eine Tagung des fuehrenden Ausschusses der weltzionistischen Bewegung, ihres sog. Aktions-Comites. Dieser Januar hatte es hierzulande also in sich. Auf einem anderen Blatt steht es, ob und wie der ganze Aufwand zur Loesung der grundsaetzlichen Frage beigetragen hat, an denen das nationale Gebilde des juedischen Staates nach wie vor so laboriert wie —gleichsam auf internationaler Ebene— sein ausser —israelischer Helfer der Zionismus. AUF DER SUCHE NACHM DEM VERLORENEN ZIONISTISCHEN PARADIES Der Staat Israel und die juedische Diaspora, in der der Grossteil dieses Volkes weiterhin lebt, sollen sich wie Zentrum und Peripherie in immerwaehrendem wechselseitigem Austausch geistiger und materieller Kraefte zueinander beziehen — seit der Vision des ersten neuzeitlichen Zionisten, des Wiener Schriftstellers Theodor Herzl, war das mehrere NUEVO GABINETE ISRAELI ABBA EBAN REEMPLAZA A GOLDA MEIR EN MINISTERIO DE RELACIONES. El Premier de Israel, Levi Eshkol, presentó a la Knesset, el nuevo Gabinete formado por los partidos MAARAJ (MAPAI y AJDUT AVO- DA), LIBERALES INDEPENDIENTES, NACIO¬ NAL RELIGIOSO, MAPAM y Ala Obrera del AGUDAT ISRAEL. La Knesset aprobó el nuevo Gabinete, otorgándole un voto de confianza por el margen de 71 a 41 votos. El Gabinete es el siguiente: LEVI ESHKOL: Premier y Ministro de Defensa ABBA EBAN: Relaciones Exteriores MOSHE JAIM SHAPIRA: Interior PINJAS SAPIR: Hacienda ZALMAN ARANNE: Educación y Cultura JAIM JOSEF ZADOK: Comercio e Industria JAIM GUEVATI: Agricultura MORDEJAI BEN-TOV: Vivienda ISRAEL BARZILAI: Salud JACOB SHIMSHON SHAPIRA: Justicia YIGAL ALON: Trabajo MOSHE CARMEL: Transportes DR. JOSEPH BURG: Asistencia Social ZERAJ WARHAFTIG: Culto ELIAHU SASSON: Correos MOSHE KOL: Desarrollo; Turismo BEJOR SHALOM SHITREET: Policía ISRAEL GALILI: Ministro sin Cartera Generationen hindurch die klassische Formel seiner Juenger gewesen. Fast als letzter der “zionistischen Mohikaner" wirkte im Sinne dieser klassischen Begriffsbestimmung Dr. Nahum Goldmann, der vor Jahren die Nachfolge des seinerzeit weltbekannten Prof. Ch. Weizman als Praesident der Zionistischen Organisation angetreten hatte, als er sich auf der Tagung des 'Aktions-Comites" mit besagter Peripherie befasste. Ihr Gros, die 5-6 Millionen nordamerikanischer Juden, versagen sich als Spendenzahler ai.s Kaeufer israelischer Staatsanleihen und auch mit geschäftlichen Investitionen weiterhin glücklicherweise nicht; aber mit den Ablass zetteln der Quittungen glauben sie sich zumeist das Recht erwirkt zu haben, gebuehrende Distanz zwischen sich und dem Staat zu wahren, den sie dergestalt unterstuetzen. Und gar ihre Jugend. Gerade der geistig aufgeschlossene, weder vom Erwerbstrieb noch von der Karrieremachsrei verzehrte Teil ihrer Soehne und Toechter hat sich, so Dr. Goldmann, heute anderen Idealen verschrieben, beispielsweise dem Kampf fuer die “civil rights” ihrer farbigen Mitbuerger und einer Unzahl von ‘‘—ismen", ja, Schwaermereien. Soweit mehr Gerechtigkeit auf Erden das Losungswort dieser Jugend ist, spricht der Staat Israel sie ebensowenig an wie dort, wo sie ernsthaftere religioese Bedürfnisse als ihre Eltern haben. Zu reaktionaer scheint er denen unter ihnen zu sein, die von liberalen oder gar von revolutionaeren Gedankengaengen erf a s s t sind, und nach der Meinung der Gottsucher in ihren Reihen zu stark an ein heute ueberholtes und demzufolge veraeusserlichtes Ritual verhaftet, um noch ein echtes ‘‘religioeses Gesicht” zu haben. Mit einer Wehmut, die seine ebenso sachkundige wie scharfsinnige Analyse umflorte, beschwor Nah u m Goldmann das Paradies einer Vergangenheit herauf, in der die Antriebe von Einwanderern in das damalige Palaestina teils aus sozialen Zielsetzungen, teils aus Zionsliebe als dem ehrwuer digen Inbegriff des juedischen Vaeterglaubens bestanden hatten, lange bevor sich ihnen andere iGxuppen, Kleinbuerger und Mittelstaendler, zugesellten. “Es haette unausdenkbare Folgen, sollte dies Geben und Nehmen zwischen unserer heutigen Diaspora und dem Staate kuenftig unterbrochen sein“, so warnte ei die inlaendischen Teiineh in e r der Tagung nicht anders als die aus aller Welt herbeigestroemten auslaendisc h e n Delegierten. RELIGION ALS HANDELSOBJEKT Zwar sah sich Herr Eschkoi genoetigt, den auf formelle Bibeltreuen eingeschworenen Parteien staerker noch ais schon bei frueheren Regierungsbildungen entgegenzukommen, um seinem jetzigen Koalitionskabinett die erforderliche breite par - der gesetzestreuen Parteiführer reagieren wollen, sie solcherart bis in die intimsten Bezirke ihres privaten Tun und Lassens zu reglamentieren; und so bildeten in Jerusalem und ander waerts denn auch temperamentvolle, von den besonnenen Elementen hueben und drueben gleichermassen bedauerte! Auseinandersetzungen beider Lager die misstoenende Begleitmusik zu den erweiterten Zugestaendnissen des Ministerpraesidenten an die Front der Religio esen. Kann es' Wunder nehmen, dass die Kunde von diesen Reibereien zwischen orthodoxen und freigeistigen fl MONATSSPIEGEL lamentarische Grundlage zu sichern. Aber es ist fraglich, ob es der Wuerde des Glau bens an Gott und dem Ansehen der Religion in der hiesigen Oef f ent 1 i c h k e it nicht eher schadet als nutzt, dass nach Strich und Faden beispielsweise die Frage ausgehandeit wurde, wie weit genossenschaftlich betriebene Arbeiten sogar im internen Kreis linksgerichteter Siedlungen am Sabbath zu unterbrechen seien. Den vom Landesrabbinat bestell ten Aufpassern wird man in die sen Kibbutzim ebenso ein Schnippchen zu schlagen versuchen, wie sich die Universitaets-Mediziner und die Aerzte in den Kliniken nach Moeglichkeit ueber die religionsgesetzlichen Beschraenkungen bei der Obduktion von Leichen hinwegsetzen werden, um raetselhafte Todesfaelle klaeren zu koennen. Legion ist in den Intelligenzlerschichten, also der Elite, von der die Zukunft Israels schliesslich und endlich abhaengt, die Zahl der Menschen, denen ihr Gottesgiaube ein viel zu persocnliches Anliegen ist, als dass sie ihn mit altueberlieferten rabbinischen Gebeten identifizieren, deren tieferen Sinn dem modernen Denken nur noch selten einleucbtet. Immer mehr bedrohliche Anzeichen sprechen in der Fol ge dieser Entwicklung tíafuer, dass sie mit den Mitteln eines regelrechten Kulturkampfes auf das Verlangen der Geistlichkeit und Scharfmachern die Israel — Stimmung jener jungen Gottsucher in der nordamer i k a n i sehen “Peripherie" nicht gerade gefoerdert hat Kulturkampf im Heiligen Land vertraegt sich nur schlecht mit den Worten der Heiligen Schrift, dass die “Lehre von Zion ausgeht’'. SOZIALISMUS ALS MANGELWARE Eine selbstredend ganz andere, wenn auch im Grunde nicht weniger zwiespael tige Problematik belastete die Zehnte Konferenz der L a n d e s g ewerkschaft, die nicht weniger als 801 Vertreter der Arbeiterschaft vom 3. bis zum 10. Januar zu Beratungen und Beschlussfassungen in Tel-Aviv vereinte. Es war in den 45 Jahren des Bestandes der Histadruth noch nie geschehen, dass auf einer solchen Tagung nicht nur erklaerte Sozialisten und allenfalls links liberale Gewerkschaftsfunktionaere— zu Wort kamen, sondern Delegierte auch der rechtsnationalistischen “Cheruth”, der “Frei heitspartei”, die sich im September vorigen Jahres gegen Widerstaende aller Art das Recht erkaempft hatte, an den Wahlen zur Konferenz teilzunehmen, und als betraechtlichen Anfangserfolg 122 Mandate erlangt hatte. Zum ersten Gefecht mit (Fortsetzung Seite 7) /