Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 1 (Enero, 1966)
- Date
- 1966-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1966 GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 BOOB Ein Vorbild menschlicher Groesse Von Curt Wilk 6. F0RTSEIZ1G DES ALPHABETS Nun kommt ein qualvolles Kapitel. Hier muss Qualitaet Quantitaet ersetzen, denn wir wollen ja nicht nur quatschen und quasseln. In juedischer Quellen — Forschung finden sich effektiv nur zwei Daten, (ein winziges Quentchen im Vergleich zu anderen Buchstaben). Als Quadrat-Schrift ist das hebraeische Alphabet er waehnt und zwei Namen, beide queridos: Isaak, qualifizierter hollaendisch - juedischer Schriftsteller (1874 — 1932) und Jakob, Pseudo — Messias und Querulant, der 1686 zum Islam uebertrat. Womit wir leider diese Abteilung quittieren muessen, da der Schreiber nicht sicher ist, ob die in Eilat gefundenen Steine Quarze sind. (Quid pro quo?). Die Quaeker sind eher Quacksalberei als Chirurgie zugaenglich, eine obsolete Q u e r k o epfigkeit, die oft schlimme Quintessenzen zeitigte. Auf dem Weg zum Quirinal .einem der 7 Huegel Roms, soll das originale “Quo vadis?” gefragt worden sein. Ein Quaelgeist benutzt jedes Quantum von Quaengelei, um einen Vorteil aus Jemand zu quetschen, wenn es auch nur ein quasi - Versprechen ist. Beim Anheuern eines Angestellten sei man auf dem Quivive vor Quartals-Saeufern; man zahlt eine hohe Quote an Aerger und Schaden, wenn sie nach ihrer Quarantaene — Zeit rueckfaellig .werden. Vertraue nicht zu sehr dem Quecksilber hinter dem Glase,- die Quittung fuer Eitelkeit kann quaelend und quick praesentiert werden. Quantitativ hat mit Q Chile am meisten zu bieten. Kleine Staedtc hen, die nach frueheren Caciquen benannt sind, wie Quilicura, Quillota, Quilpué, Quirihue und Quinteros (ursprünglich Quintil) und solche, die Pflanzennamen fuehren, wie Quinchamali, 0 h ekannt durch seine Tongefaesse), nach einer heilkraeftigen Pflanze und Quisco, nacheinem Kaktus benannt. Hier sei auch die bekannte Quillay-Rinde nicht vergessen und wieder der teuflisch berechtigten Quintrala gedacht. Quique ist eine Ratte und Queltehue ein haesslich quiekend schreiender Vogel. Ein absolut und 100% chilenisches Wort ist der Quiltro, eine Bezeichung, die es effektiv in keinem anderen spanisch sprechenden Land gibt. Quiroga, Quiroz, Quintana, Quijada, Quevedo sind hiesige Namen, die zum Teil geschichtlich interessant sind, ebenso wie der Cacique Quempuante, der mit siebentausend Mann gegen die Spanier kaempfte. Er bildete mit drei anderen Caciquen ein dem Untergang preisgegebenes Quartett mutiger Verteidiger ihrer Stammes - Quartiere. “Quinchuas“ wurden die um Santiago unter Valdivia formierten Parzellen genannt, die man heute mit Chacras oder Quintas bezeichnet und die je ungefaehr 2 bis 3 Quader gross waren. Damit waeren wir quitt mit de Q-Requisiten. Fuer den R-Rapport steht ein reichhaltiges Repertoire zur Verfuegung; Reihen auf Reihen, in Rekordzahl, nehmen in allen Lexika, die man zu Rate ziehen mag, Raum ein: von Raa oder Rahei, der zweiten Frau Jakobs, bis Rzeszow, einer Stadt in Galizien,- von Rache ueber Revanche zu Ruin und Russland, ueber Repressalie und Revolte zu Raum - Rakete, Rivalitaet und Ruestung, ein Refrain aeusserst realistisch modern relationierter Reklame - Worte, die sich heutzutage mit rastloser Regelmaessigkeit repetieren. Ruhe, Recht und Respekt sind relativ rare Referenzen geworden, die sich schon fast zu Reminiszenzen reduzieren und nur noch als Randbemerkungen registriert sind. Ein recht trauriges Resume. Retten wir uns resolut in bessere Regionen und reden wir von unserem Religionsgebiet, ueber Menschen und Geschehnisse von Ruf, Ruhm und Relief aus der reichen Reserve unserer Geschichte. Rein rituelle religioese Fragen oder Reformen gehoeren in ein Ressort, ueber das der Schreiber nur radebrechen koennte,- sie unterstehen dem rechtlichen Radius, dem Rang und Reich des Rabbinats. Wir geben uns hier ein Rendezvous mit Persoenlichkeiten und Dingen von ruehmenswerter Reputation, die fuer unser Volk auf seiner iangen, oft rauhen Reise durch die Jahrhunderte bestaendige Werte repraesentieren. Rambam, Arzt und Ratgeber am Hofe des Sultan, dessen Lehren, reif an Geist und Wissen, positive, respektiv negative Reaktionen auf den Plan riefen, gehoert zu den berechtigten Reflektan - ten auf ruhmvolle Erwae’nnung. Rahei und Rebekka, die Stamm-Muetter unseres Volkes, Rehabeam, Sohn des Salomon und erster richtiger Koenig im Rumpfreich Juda das Buch der Richter, Namen und Daten, die in die biblische Epoche zurueckreichen. Rosch Haschana oeffnet den Ring des neuen Jahres, Rosch Chodesch den des Monats. Obwohl nicht reglament - maessig in diese Rubrik gehoerend, seien Rembrands Gemaelde und Radierungen juedischer Szenen erwaehnt, die zum Teil etwas raetselhafte Riten reproduzieren,- sie sind wahrscheinlich das Resultat seiner regen Phantasie, da er von rechtswegen wohl wenig redenswertes vom richtigen juedischen Religions - Ritual wissen konnte. Im Ram¬ Vor wenigen Wochen starb in ihrem 90. Lebensjahr die Koenigin —Grossmutter Elisabeth von Belgien, die Witwe Koenig Aiberts I. Diese vielseitig gebildete und hochkultivierte Frau war eine Bewundererin der zionistischen Bestrebungen und des juedischen Paiaestina zu einer Zeit, als noch sehr viele Juden diesen Gedanken fern standen. Wiederholt war Prof. Weizmann in den zwanziger Jahren Gast des belgischen Koenigspaares Albert und Elisabeth in Bruessel oder auf deren Sommerresidenz Laken. Auch den belgischen Oberrabbiner sah man haeufig am Koenigshofe, da sich die koeniglichen Herrschaften ernsthaft fuer Bibelkunde und, was in christlichen Kreisen sehr selten ist, fuer Talmudwissenschaft und He- •braeisch besonders interessierten. Und es ist schon eine Tradition in der Koenigsfamilie gewesen, innere Anteilnahme am juedischen Schicksal im allgemeinen zu nehmen. Als dieses juedische Schicksal im Sommer 1940 begann, den Umfang einer fuerchterlichen Tragoedie anzunehmen, war es die damals nicht mehr junge Koenigin-Mutter (ihr Gatte war 1934 verunglueckt), die alles tat, was in ihrer Macht lag, um das Los der belgischen und, darueber hinaus, soweit wie irgend moeglich, aller im Lande durch die Nazis drangsalierten Juden zu erleichtern. Zahlreich sind die authentischen Berichte ueber Beweise edelster Menschlichkeit und bewunder nswerter Unerschrockenheit. Die Koenigin ging in die “Hoehle des Loewen”, in die Amtsraeume der Gestapo und der entmenschten SS-M a c h t h aber. Sie machte nicht halt vor Komin a n d ierenden Generaelen und dem deutschen Generalgouverneur und erreichte oftmals einen Aufschub geplanter Deportationen, was zuweilen die Rettung bedeuten konnte. Viele Juden, aber auch andere Verfolgte, konnten mit Elisabeths direkter oder indirekter Hilfe untertauchen in die Illegalitaet. Gefahren nicht beachtend, boesartige Aeusserungen der feindlichen Besatzungsmacht ignorierend, vermochte die Koenigin selbst dort, wo keine Hilfe mehr moeglich war, den gefaehrdepenlicht der neueren Zeit stehen Namen wir Max Reinhardt, einer der genialsten Regisseure, Realisator der voelligen Regeneration und Renaissance deutscher Buehnenkunst; Walter Rathenau, Minister zur Zeit der Weimarer Republik, der einem gemeinen, rohen Feme-Mord zum Opfer fiel; Pinchas Ruthenberg, der in die ehrenvolle Reihenfolge genialer Industrie-Riesen zu rekrutieren ist, die Israels autonome Sicherheit zu realisieren halfen,- dreimal Rubinstein (Anton, Artur - beide Musiker, und Elena, die aeusserst ruestig bis zu ihrem 94. Lebensjahr, eine wahre Rebellion auf dem leicht ranzig gewordenen Gebiet der Kosmetik hervorrief; Roda Roda, eine monokeltragende Raritaet als juedischer Offizier im reitenden Husaren Regiment, Humorist mit raffiniert scharfer Zunge in seinen Re~ flektionen ueber die rettungslos laecherliche kaiserliche Militaer-Epoche und - rueckgreifend —Paul Julius Reuter, Gruender des rings um den Erdball beruehmten N a c‘ hrichten— Redaktions- Bureau, dessen Haupt - Remuneration 1871 in der Erhebung in den Ritter-Adel (Freiherr) bestand. Rumor und Redereien koennen rasch dem reinsten Ruf den Rest geben; sie haben schon manchen redlichen Menschen restlos ruiniert. Die rasende Rotation des Rades der Zeit ruettelt uns rigoros aus Ruhe und Rast; ihr aufreibender Rythmus reizt die sowieso nicht allzu robusten Nerven, die fuer die irrationelle Beanspruchung und staendige Reibung die Rechnung zahlen muessen und mit Recht rebellieren. Reisen und reuevolles Rechnen gehoeren in reziproke Reviere,- das Zweite reduziert die richtige Freude am Ersten. Mit einem rabiat randalierenden Raufbold ist rationell nicht zu rechten,- er zieht Radau und Rempelei jeder ruhigen Vernunft - Regung vor. Seine real impulsiven Reflexe sind schwer zu retuschieren. Ein Nicht-Raucher hat es leicht zu raesonieren und zu ruegen. Jeder weiss um das Risiko und anerkennt den Raubbau in Reinkultur, der durch die zu reichliche Raucherei die Gesundheit gefaehrdet. Trotzdem raffen sich Gewöhn heits-Raucher selten auf zu resignieren und mit Verstand zu reagieren, oder sie werden nach tapferen regulaeren Versuchen rueckfaellig. Ral-Ral, oder auch Radal genannt, ist ein chilenischer Baum, der u. a. auf der Robinson-Insel waechst; seine Blueten - Ranke ist samtartig, weiss mit roten Rillen, sein Holz hat den besten Ruf in der Moebel - Industrie. Rauli ist in der Regel bekannter. Rancagua, Rosario und Rengo (in araukanischer Spruche gleichbedeutend mit Rohmehl (Harina cruda) liegen in suedlicher Richtung von Santiago, waehrend Renaca raeumlich Vina naeher ist. Die Seen Ranco und Ranquil rangieren unter den romantischsten an Schoenheit in der “Region de los Lagos’’— Rehue (Ramas de Maqui, Laurel y Canelo) ist ein baumartig gebundener riesiger Reisig Strauss, dem mehrende Zauberkraft im Ritual der Araukaner zugesprochen wird. Die kitschigen Riesen - Gemaelde von Ramos Catalän sind heute nur noch als Ramsch zu rezensieren,- sie sind sogar bei den rueckstaendigsten Leuten ausser Rang und Mode. Rayuela, das rein chilenische Spiel, laesst reihum Jeden eine Muenze werfen (nicht rollen, das ist regelwidrig), Dies kindliche Spiel scheint fuer Manche recht rentabel zu sein; geht es “remis“ aus. Fuer R sollte das reichen, der Rahm ist abgeschoepft und, zu viel ist schlecht. (Fortsetzung folgt.) K...g. ten Menschen in den schlimmsten Stunden ihres Lebens einen Schimmer des Glaubens an das Gute im Mens chen zurueckzuge-ben. “Ein rettender Engel” war Elisabeth fuer Juden und Nichtjuden; zuweilen verschlug es den Nazis die Sprache, wenn die alte Dame energisch zu Gunsten ihrer Mitbuerger, aber auch anderer Bedrohter, auftrat. Die Nachkriegsjahre sahen Elisabeth von Belgien aeusserst aktiv beim Wiederaufbau der durch Kriegsschaeden zerstoerten Wohlfahrtseinrichtungen. Sie half auch der neuen kleinen juedischen Gerne inschaft, Synagogen und Schulen wiederzuerrichten. Ihr Besuch in Israel im Jahre 1959 war eine Triumphfahrt sondergleichen durch juedische staedtische und laendliche Siedlungen, und vor allem huldigten der Landesmutter die einstigen Bewohner Belgiens, die nun in Israel lebten. Das juedische Volk gedenkt in Liebe und Dankbarkeit dieser echten Fuerstin, die sich bis ins hoechste Greisenalter den Sinn fuer alles Grosse, Edle und menschlich-wertvolle erhalten batte. Sie hat, wie alle wahren Zadikim, Anteil am ewigen Leben. DR. WILHELM FREYHAN (z.I.) Dr. Wilhelm Freyhan, Tel- Aviv, erlag am 3. Dezember 1965 im 84. Lebensjahr einer Herz-Attacke. Der Verstorbene, bis zur Auswanderung in Breslau auf juedisch-sozialem und paedagogischen Gebieten vielseitig taetig, war (1938) der letzte Vorsitzende der einst grossen B r e s 1 a uer Synagogen-Gemelnde. Er ist der Verfasser des bekannten Werkes “Der Weg zum Judentum”, das ln mehrere Sprachen uebersetzt wurde. Vor einigen Jahren gruendete Dr. Freyhan in Israel den “Verband ehern aliger Breslauer” und war sem erster Vorsitzender. Der Verband wurde zum Zwecke sozialer gegenseitiger Hilfe fuer einstige Breslauer und Schlesier, die nach Israel ausgewandert sind, aufgebaut. Zu seinen Zielen ge hoert auch die Errichtung eines Elternheimes. J. S. ERKLAERUNG DER MENSCHENRECHTE Anlaesslich des XVII. Jahrestages der Erklaerung der Menschenrechte durch die N. U., veranstaltete der Consejo Chileno de Mujeres Judías eine Kundgebung im Estadio Israelita, an der u. a. Frau Maria Ruiz Tagle de Frei, Frau María Luisa Schaeffer de Del Rio, Herr Prof. Manuel Bianchi Gundián, Herr Botschafter Dr. Uri Naor und Vertreter der Spitzenorganisationen des Jischuw und der Kollektivitaet teilnah men. Die SCI “B’ne Jisroel” wurde durch ihren Praesidenten, Herrn Dr. Hans Reich, vertreten.