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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-10-01 · 10 (Octubre, 1965) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
10 (Octubre, 1965)
Date
1965-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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OCTUBRE 1965 BOLETIN INFORMATIVO 9 Sie wussten, dass sie Auffasung dass die Pervertierung in allen menschlicnen Bezirken und die Beispiele der Umwelt die geistige und sittliche Entwicklung des Angeklagten nicht haben zur Reife kommen lassen. Hieraus allein ist die Diskrepanz zwischen seinem Erscheinungsbild und seinem tasaec.hlichen Tun zu erklaeren. Nach Auffassung des Schwurgerichts liegt aber auch der Schwerpunkt der Taten des Angeklagten vor seinem 21. Lebensjahr. Die nach dieser Zeit begangenen strafbaren Handlungen insbesondere die Vergasung in den Bauernhaeusern, stellen nur eine Fortsetzung der bereits begonnenen Tat dar in der gleichen Umwelt, ohne dass ein Einschnitt in seiner Entwicklung moeglich gewesen waere. Die Tatwurzeln seines Verhaltens sind die gleichen wie vor seinem 21. Lebensjahr. Die Ttaeterpersoenlichkeit hatte sich nicht geaendert, und die Verführung seiner früheren Jahre wirkte nach. Die spaeteren Taten sind somit durch die früheren entstanden... MORD IN VIERZIG FAELLEN Auf der anderen Seite aber ist das Schwurgericht der Auffassung, dass der Angeklagte sich mit dem Vernicutungsprogramm des Nationalsozialismus v o e 11 i g identifiziert hat. Der Angeklagte war daher wegen 40 Faellen des Mordes zu bestrafen. Es handelt sich bei der Er- Stimmen der “Dagens Nyheter”’ Stockholm) : “Die Untaeter von Auschwitz haben ihr Urteil erhalten. Es handelt sich um Verbrechen, begangen in einer anderen Welt, ohne Erbarmen, ohne Menschlichkeit und ohne Hoffnung... Es ist der Rechtsstaat, der nun eingegriffen hat. Es ist der. herkoemmliche Mechanismus gegen Verbrechen und für Strafe, der in Funktion getreten ist. Das Gericht hat nach den Paragraphen des Gesetzbuöhcs die verschiedenen Grade von Schuld und Beteiligung an Verbrechen beurteilt und danach verurteilt. Das war seine Aufgabe. Gleichzeitig aber erhaelt das ganze Strafmass einen Zug von legalistischer Absurditaet, und das ist unvermeidlich bei dem Gedanken an das, was in Auschwitz geschehen ist’’. ‘‘Berlingske Tidende” (Kopenhagen) : “Die westdeutschen Behoerden haben den ehrlichen Willen gezeigt, sich durch ein fast unübersehbares schriftliches Material hindurchzuarbeiten und bei Zeugenaussagen und mündlicher Ueberlie f e r u n g zur Wahrheit zu gelangen... Man kann den Widerwillen des ¡einzelnen Deutschen verstehen, staendig an die schiessung dieser beiden Menschengruppen, die unter Mitwirkung des Angeklagten erschossen worden sind, um Mord, und zwar um eine Toetung aus niedrigem Beweggrund. Das gleiche gilt auch von den beiden Vergasungen, bei denen einmal 200 und zum anderen Mal 100 Menschen mindestens getoetet worden sind. In diesen beiden Faellen hat das Gericht jedoch jeweils eine Ideal-Konkurrenz angenommen, da durch eine einheitliche Handlung in jedem Falle der Vergasung alle Menschen zu Tode gekommen sind. Eine niedere Gesinnung iiegt auch vor bei der Toetung der beiden Kinder die bestimmt voellig schuldlos waren, was auch dem Angeklagten Stark natürlich bekannt war. Alle diese Menschen wurden nur ihres Lebens beraubt, weil sie Angehoerige einer missliebigen Rasse oder eines verachteten Volkes waren, ein Beweggrund, der jeder sittlichen Grundlage entbehrt. Der Angeklagte war daher wegen insgesamt 44 Faellen des Mordes zu bestrafen, und zwar jeweils begangen als Taeter oder als Mittaeter. Infolge dieser vielen selbstaendigen Toetungen konnte nur die in dem Jugend Gerichts-Gesetz vorgesehene Hoechststrafe von 10 Jahren verhaengt werden, da jede andere Strafe dem Strafrecht liehen Gehalt seines Tuns nicht entsprochen haette. Die Untersuchungshaft ist dem Angeklagten in vollem Umfang ungerechnet worden. Weltpresse Vergangenheit erinnert zu werden... Die Abrechnung mit dem Nazismus und die Befreiung von der Belastung des Systems sind das groesste psychologische Problem der Deutschen, Niemand kann es von aussen loesen, aber der Glaube der Deutschen und anderer daran, dass die Gerichte im Westdeutschland unserer Tage nur danach streben, dem Recht vollkommen Genüge zu tun, ist ein nicht geringer Beitrag zur ßanitpung des nationalen Gewissens’’. “Zycie Warszawy’’ (Warschau) : "Das Frankfurter Gericht hat der Gerechtigkeit ¡anders Genüge getan als wir es erwartet hatten, und anders, als es diejenigen erwartet hatten, die ihr Leben vor den Gaskammern und Verbrennungsoefen haben retten koennen. Aber wenn man von den Anstrengungen der Verteidigung und den milden Urteilen absieht, hat das Frankfurter Gericht doch die Welt - wennschon nicht die Bundesrepublik — daran erinnert, was Auschwitz, das groesste Konzentrationslager des Dritten Reiches, wirklich war und welcher Art das System war, das solche Konzentrationslager eingerichtet hat’’. INDUSTRIA IMPORTANTE Busca Empleado Joven con iniciativa, rué tenga interés en crearse una posición comercial administrativa de porvenir. Ofertas por escrito, indicando antecedentes y pretenciones a: Empleado — Casilla 14081, Correo 15 — Santiago Vorarlberg ist mit seinen 2.600 Quadratkilometer Flaeche und seinen 200.000 Ein wohnern das kleinste Land des Bundesstaates Oesterreich, wenn man von Wien absieht, das zwar ein noch kleineres Territorium, aber die groesste Einwohnerzahl hat. Den Mangel an Fiaeche und Bevoelkerung ersetzt das Land Vorarlberg durch •eine starke Eligenwilligkeit. die der Wiener Bundesregierung schon oft zu schaffen gemacht hat. Wien ist dort nicht sehr beliebt. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges zeigten viele Vorarlberger sogar die Neigung, aus Oesterreich ueberhaupt auszubrechen und sich an die benachbarte Schweiz anzuschliessen. Das ist damals nicht gelungen, aber geblieben ist ein gewisses partikum SONDER-BERKHT FÜR DAS B. I. EIN SEEGEFECHT AM BODENSEE Von Dr. Erich Bry laristisehes Gefuehl gegenueber der weit entfernten Millionenstadt, von der man s i c h schlecht behandelt fuehlt. Etwas hat Voralberg vor dem uebrigen Oesterreich voraus: Es besitzt eine Flotte. Ihre Flagge erscheint zwar nicht auf den weiten Ozeanen, sondern nur auf dem schwaebischen Meere, dient einem friedlichen Turistenverkehr und faehrt nur bis Konstanz und Lindau,- sie gehoert eigentlich dem Bunde, der die Schiffe baut und den Verkehr verwaltet und finanziert. Aber ihr Heimathafen ist Bregenz, Hauptstadt des Landes. Und diese Flotte hat den Anlass zu dem schwersten Konflikte gegeben, der jemals zwischen Vorarlberg und Wien ausgebrochen ist. Der Grund war der Name, der einem neuen im Bau befindlichen Dampfer gegeben werden sollte. Das Verkehrsministerium hatte ihn nach Karl Renner benennen wollen, dem ersten oesterreichis c hen Bundespraesidenten nach dem zweiten Weltkrieg (1945 - 1950), dessen Verdienste um den Aufbau des neuen Oesterreich eine solche Ehrung sicherlich gerechtfertigt haetten. Aber das war nicht die Meinung der Vorarlberger. Karl Renner war ja ein Sozialdemokrat gewesen, und es war schon schlimm genug, dass seitdem die Sozialisten mit der klerikalen oesterreiehischen Volkspartei gemeinsam die Bundesregierung fuehrten. Unter diesem Namen, so erklaerte man Inder Oeffentlichkeit, duerfe kein Schiff in Bregenz vor Anker gehen,- der Dampfer muesse “Vorarlberg” heissen und nicht anders. Als die Verhandlungen zwischen Bregenz und Wien wegen einer Namensaenderung scheiterten, ging die Bevoelkerung zu 'laten ueber. Am Tage vor dem Stapeliauf wurde der uneiwuenschte Name mit Gewalt abgerissen, aber in der folgenden Nacht von Beamten des Verkehrsministeriums wieder angebracht. Als das die Voiksmassen sahen, die zu dem Stap-ellaufe aus dem ganzen Lande herbeigeeiit waren, da ging die Erregung in Wut ueber. Unter dem Jubel der Menge wurde der Name erneut entfernt, und die Stimmung wurde so bedrohlich dass der Verkehrs minister. , der bereits auf dem Wege nach Bregenz war, wieder umkehren muss te; man musste befuerchten, dass sich die Volkswut gegen ihn persoenlich kehren wuerde. Alle Vorwuerfe, die man im Laufe der Zeit gegen Wien erhoben hatte — es waren ungefaehr die gleichen, die alle Partikularsten gegen ihre Zentrale erheben — wurden wieder auigagriffen, und die Stimmung der Bevoelkerung auf dem Siedepunkt erhalten. Es kam zu einer Volksversammlung in Bregenz mit einer riesigen Beteiligung und einer ebenso grossen Begeisterung. Diese Versammlung beschloss, sich auf keine Verhandlungen einzulassen — von Wien aus hatte man inzwischen einen neutralen Namen vorgeschiagen — und unter allen Umstaenden auf “Vorarlberg” zu bestehen. Die Bundesregierung entschloss sich endlich zum Nachgeben, der Verkehrsminister wurde “ausgebootet”, und sein Nachfolger erklaerte sich mit “Vorarlberg” einverstanden. Man ist versucht, ueber diesen “Sturm im Glase Wasser” zu laecheln,- aber cr hat einen ernsten Hintergrund. Unter der Koalition zwischen schwarz und rot, wie sie in Oesterreich trotz aller Differenzen weiterbestelTt, finden die verschiedensten Elemente ihren Schlupfwinkel. Das Verfahren vor dem Schwurgericht in Graz, das im September begann und vor dem sich zahlreiche Maenner zu verantworten haben werden, die an den Sprengstoffattentaten in Suedtirol beteiligt waren und diese Beteiligung auch zugeben, wird darum voraussichtlich neues Material bringen. A AÑOS LIDA. FABRICA DE MUEBLES-INSTALACIONES MUEBLES PARA: SU HOGAR OFICINA LOCAL COMERCIAL AVi GENÇRAL VELÀSOUEZ 1280-FONOS 95872 98575-STGO.

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