Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 10 (Octubre, 1965)
- Date
- 1965-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA B ’ N E ] I S R O E L REDACCION: S.C.I. B’NE JISROEl AV. PORTUGAL <10 CAS1UA 2487 . SANTIAGO CHILE AÑO XXVII — Ní> 10 SANTIAGO DE CHILE OCTUBRE 1965 SUKKOT IM ALTEN ISRAEL Sukkot, das dritte der historischen oder1 '"Wanderfeste”, Zeit unserer Freude war in alter Zeit dasjenige Fest, das den tiefsten Einschnitt fuer den einzelnen Israeli wie fuer die Volksgemeinschaft bedeut ete. Ueber das Begehen der Sukkotwoche zur Zeit des Zweiten Tempels z. B. gibt es aufschlussreiche Berichte, die darin uebereinstimmen, dass die Ritten, welche im Gebrauch waren, tiefste religioese Gedanken enthielten. So wird ueberliefert, dass alle Maenner und Knaben, die Feststraeusse, bestehend aus Palmzweig, Myrthe, Bachv/eide und Ethrogfrucht, mit sich fuehrten, die sie tagsueber begleiteten. An Feierlichkeiten uebertraf Sukkot alle uebrigen Feste. Schon am fruehen Morgen zogen die Kohanim (Priester) vom Tempel in Jerusalem hinunter zum Siteaquell, um in goldenen Gefaessen das Wasser zu schoepfen, das auf dem heiligen Altar dargebracht werden sollte. Wenn sie zurueckkehrten, stiessen sie in die Posaune. Zu diesem Zeitpunkt war das Morgenopfer bereits beendet, und es folgte das Trankcpfer, das am Huet tenfest aus Wasser und Wein bestand, die auf den Altar gegossen ¡wurden. Zur gleichen Zeit war eine andere Gruppe von Kohanim nach Moza im Nordwesten Jerusalems gezogen, um von dort Weidenruten zu holen, die am Altar so angebracht werden mussten, /dass ihre Spitzen ueber ihn hinausragten. Auch hier wurde in die Posaune gestossen und nach dem Wasseropfer fand pin festlicher Umzug statt, wobei man das ‘‘Hoschiana”, Ach, Ewiger, hilf doch’’, immer wieder sang. Und diese Prozession fand am 7. Tage, Hoschana Rabba’’, , sieben Male statt. Hieran schlossen sich volkstuemliche Szenen,- so wurden Palmwedel aufgelesen, womit man gegen den 3cden an den Seiten des Altars schlug, und dies war fuer die Jugend das Zeichen, die Palmzweige auseinanderzunehmen und die Ethrogim zu verspeisen. Das froehlichste Fest fand jedoch in der Nacht des 2. Sukkotabends statt, der in Eretz schon Halbfeiertag war ‘‘Simchat bet haschoewa”, "Fest des Wass-erschoepfens”. Wer dies nicht kennengelernt habe, wird ueberliefert, habe nie wirkliche Froehlichkeit gesehen. Die Feier fand im vorderen Teil des Tempels statt, im grossen Vorhof der auch den Frauen zugaengiich war. zu deren Schutz vor moeglichen Ausschreitungen Tribu-enen er richtet worden waren, von denen aus sie dem Schauspiel Zusehen konnten. Goldene Kandelaber waren aufgestellt, die je vier Schalen fuer Oel enthielten und zwar so hoch, dass man sie nur mittels Leitern erreichen konnte. Jungen aus den angesehensten Priesterfamiiien achteten darauf, dass das Oel immer wieder nachgefuellt wurde. Vom Widerschein dieser Fackeln war ganz Jerusalem beleuchtet. Und nun begann, bei Floetenspiel, ein Tanz, an dem auch die Froemmsten und Gelehrtesten teilnah m e n, wobei die einzelnen Tanzschritte sorgfaeltig eingeuebt waren. So wird berichtet Wo vor kurzem die Strasse nach Adainit ins Nichts gefuehrt hat, faengt jetzt eine neue Welt an: es war noch nicht lange her, dass der Wagen sich durch eine Staubwolke durchbiss, um den in kuehnen Kurven gewundenen Weg nach dem vor sieben Jahren errichteten Kibbutz aufzusteigen, nicht weit von Naharia, neben Chanita im westlichen Galil. Hier hatte im Jahre 1958 der K. K. L. durch die sogenannte ‘‘‘Tigersdhilucht” aus den Felsen eine Strasse gehauen. War ¡man einmal dben, so hatte man keine Wahl als den gleichen Weg zurueckzufahren. Heute ist der Aufstieg nach Adamit asphaltiert, ohne damit etwas von seiner Wildheit verloren zu haben, und oben angelangt, kann man eine Auslandsreise macnen-zumindest mit den Augen. Dehn die juengste Fortsetzung dieser Strasse mehrt ueber 17 km. oestlieh nach Biranit an der libanesischen Grenze entlang. Jenseits der Grenzsteine weiden libanesische Hirten ihr Vieh, liegen ihre Doerfer, und nach kurzer Zeit taucht die libanesische Kueste auf, geschmueckt mit dem malerischen Golf von Sur, dem alten phoenizischen Tyros. Die Strasse in einer Breite von 15 km. hat natuerlich andere Funktionen als neugierigen Besuchern die Sehenswuerdigkeiten unserer noerdlichen Nachbarn zugaengiich zu machen. Hier sind drei neue Doerfer im Entstehen: Sarid, Shetula und Netua - Moschawin, die ihre Wirtschaft auf Obstanbau wie Pfirsiche, Aepfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, ja sogar Kirschen basieren, unterstuetzt von Gefluegelzucht und Gemuese, dass einer der Grossen es vermocht habe, mit acht Fackeln in der Hand zu tanzen und sie derart in die Luft zu schleudern und wieder aufzufangen, dass keine die andere beruehrte und keine zur Erde fiel. Hierzu erklangen Harfen und Cymbeln, Floeten und Glockenspiele, und man sang Psalmen zur Verherrlichung Gottes. So ging es die ganze Nacht hindurch unter Teilnahme aller Kreise, wobei die Heiterkeit auch in Ausgelassenheit Umschlägen konnte. Gegen Morgen traten die Levitenchoere mit ihren Instrumenten auf die Treppe, NEULAND Die Zeiten sind vorbei, da die Chalützim aus einem Nichts in der Wueste oder in den Borgen ihre Siedlungen schufen. Und wie hat sich das gewandelt; man koennte fast von “Chalutziut de liuxe” sprechen. Ein oder zwei Jahre bevor die Siedler erwartet werden, wird das Land von K. K. L. urbar gemacht dann pflanzt die Sicdlungsabteilung der Sochnut die Obstplantagen und bearbeitet die Felder, das Wohnbauministerium erric h t e t Haeuser - erst dann oeffnen sich die Tore und die Siedler kommen in bereits bestehende Wirtschaften, um die ersten Ernten einzubringen; nach den Berechnungen duerften sie bereit im ersten Stadium jeder Famile ein Monatseinkommen von EL 700 sichern. Jedes Haus besteht aus zweieinhalb bis drei Zimmern von insg. 65 Quadratmetern, hat Waser und Elektrizitaet und kostet IL 20.000. Uim die Haeuser herum ist je eine Flaeche von 2 1|2 Dunam entsteint und fuer Gaerten vorbereitet worden. Die Menschen, die im Sommer 1966 in diesen Doerfern erwartet werden, rekrutieren sich groesstenteils aus der zweiten Generation der Galil-Siedler, in der Mehrzahl Soehne von Einwanderern aus orientalischen Laendern, die keinen Platz in 'den Wirtschaften ihrer Vaeter finden, aber in der Nachbarschaft ihrer Familie bleiben und gleichfalls im Galil s'iedeln wollen. Die Grenzchaussee, die sich durch die einstige Wildnis windet, ist in zwei Etappen gebaut worden. Mit den letzten sieben Kilometern begann man im September 1954, und die von der Frauen— zur Maennerhalle fuehrte und sangen die sogenannten ‘‘Stufenpsalmen”. Sie schlossen mit dem Wort ‘‘Es segne dich der Ewige von Zion, der Schoepfer des Himmels und der Erde”. Die versammelte Menge sang weiter, doch die Priester standen mit ihren Trompeten bereit und warteten auf den ersten Hahnruf. Dann bliesen de das Zeichen des Morgen und schritten bis zum Tempeltor, das nach Osten hinausfuehrbe. Dort aber machten sie kehrt und sprachen mit dem Antlitz nach Westen: ‘‘Wenn unsere Vaeter an diesem Ort standen kehrten sie dem Tempel des IM GALIL achtzig Mann haben in zwei Schichten tagein tagaus gearbeitet, um sie tenmlngemaess fertig zu stellen, erzaehilt Simcha Soloweitchik, der K. K. L. Mann der verantwortlich fuer die Bodenerschliessung im noerdlichen Teil des Landes ist. Sechs riesige, amerikanische Raupenschlepper, zum ersten Mal in Israel eingesetzt, sowie 15 Kompressoren haben geholfen, eine Viertelmillion Kubikmeter Erde auszugraben, ein Fuenftel der Strasse konnte nur mit Sprengstoff freigelegt werden. Die Kosten der Urbarmachung in diesem Stueck Israel sind gewaltig - im Durchschnitt IL 2.000 pro Dunam. Manche Felsen, die entfernt werden mussten, wiegen ueber neun Tonnen. ‘‘Die teuerste Bodenerschlies sung ist immer noch billiger als jeder Kleinkrieg”, meint Herr Soloweitchik und weist darauf hin, wie hier die Grenzen Israels in friedlicher Arbeit erweitert werden, wie “Lebensraum” fuer Menschen geschaffen wird, ohne jemand anderen dadurch zu benachteiligen, wie mehr Boden ¡produktiv gemacht wird. Hier ist ein neues Stueck Israel entstanden, ein herrlicher Teil des Landes, der bisher praktisch nicht existierte; es hat die staerksten Niederschlaege (von 800 - 1000 mm) pro Jahr, die Erde unter der Steinschicht ist schwer und tief, sogar alte Eiohenwaelder gilbt es, die restauriert werden sollen. In diesem Klima, 700 m. ueber den Meeres spiegel, gesegnet mit Fruchtbarkeit und Sbhoenheit, cmerfr.en nicht nur landwirtschaftliche Doerfer, sondern auch neue Touristenzentren entstehen. Von Curt Wilk Ewigen den Ruecken zu, .ihr Gesicht aber dem Osten, und sie warfen sich ostwaerts nieder, doch wir, unsere Augen sind auf Gott gerichtet”. Einen Abglanz einstiger Freude kannte man noch in Osteuropa, am Sukkotfeste zu Anfang dieses Jahrhunderts. Heute wird das Huettenfest in Israel mit neuer Schcenheit gefeiert, mit jener engen Bindung an die Natur des Landes, die einmal diesen frohen Tagen ihr Gepraege gab. Doch duerfen wir sagen ,dass Ansaetze zur Neubelebung von ßukkot auch in unserer westlichen, modernen, Welt vorhanden sind. Von Herbert Freeden Den administrativen und wirtschaftlichen Mittelpunkt fuer die neuen Siedlungen bildet Biranit. Wo sich au Zeiten Alexander Yanai’s eine Festung befand, steht heute eine N achalsiedlung des Siedlerkorps der israelischen Armee. Die jungen Menschen, die dort Dienst versehen, gehoeren zwei Gruppen an - eine setzt Sich aus Kindern aus Kibbutzim zusammen, und die andere wurde von arbeitender und studierender Jugend in den Staedten gelbildet. Bei der Einweihung der Siedlung im Dezember 19164, sagte ihnen ¡Ministerpraesident Levi ESch kol: ‘‘Ehr reiht Euch ein in den Zug der Pioniere des Landes, und eines Tages werdet Ihr stolz sagen koennen “Ich war unter den ersten, die nach Biranit kamen”. Bisher sind im Biranitbezirk 3.000 Dunam urbargemacht, Zufahrtstrassen gelegt, fast eine Million Baeume gepflanzt worden. In ein paar Jahren werden die jungen Soldaten-Siedler den Ort an ‘‘Zivilisten” abgeben und dann wird Biranit zum Zentrum fuer den Grenzbezirk ausge baut werden, mit Schule, Kindergarten, Klinik, Kulturhaus, Speicherraeumen, eic. Zwei Jahre nach dem Beginn des Galilprojekts sind die ersten Doerfer im Entstehen. Mehr als eine Million Dunam jener noerdlichen Provinz, in der es zu biblischen Zeiten 200 bluehende juedische Doerfer und Staedr,e gab, sind noch unbevoelkert und veroedet. Von den wenigen Menschen die dort leben, sind 92% Araber. Die Restaurierung Galilaeas wird auch ihnen zugute kommen.